Gesine Schwan soll frischen Wind in die Partei bringen. Auf dem SPD-Konvent in Nürnberg schafft sie es, weniges nett zu sagen. Fast wie ihr Parteivorsitzender. Der war nur etwas lauter.
Die SPD hat sich auf ihrem Nürnberger Zukunftskonvent gegeben, was sie dringend braucht: Selbstbestätigung. Nach Becks Rede am Vormittag und Gesine Schwans "Hallo, liebe Partei"-Gesäusel am Nachmittag gab es endlich wieder einmal etwas zu jubeln bei den Sozialdemokraten.
Das Parteipublikum war entschlossen, Schwan und Beck gut zu finden. (© Foto: AP)
Anzeige
Das Parteipublikum war wild entschlossen, den Chef und die Kandidatin gut zu finden. Ihrem Vorsitzenden wollten die Nürnberger Konventsbesucher trotz aller internen Kritik den Rücken stärken, in erster Linie weil die Funktionäre und Aktivisten das Gefühl haben, Beck werde über die Maßen Unrecht getan - man weiß nicht so genau, von wem im Einzelnen, in jedem Fall aber von den Medien.
Die Kandidatin Schwan wiederum erschien vielen wie ein menschgewordenes Versprechen auf eine Zukunft, in der die SPD wieder größere Bedeutung und besser noch: Sympathie gewinnen könnte. Natürlich sagte die Professorin in ihrem Grußwort inhaltlich nichts Relevantes, obwohl auch sie "die" Medien ermahnte, mehr über Inhalte zu reden und zu schreiben.
Ihre Botschaften lauteten zum Beispiel, dass "Streit und Einigung zusammen gehören" oder dass das SPD-Grundsatzprogramm "ein vorzügliches Programm" sei. Das sind zwar Plattitüden, gehobenes Geschwätz gewissermaßen. Aber Schwan trägt das alles fröhlich und mit warmer Stimme vor, so dass man fast gar nicht anders kann, als sie nett zu finden. Sieht man sich allerdings genau an, was sie eigentlich gesagt hat, bleibt außer dem netten Eindruck nicht so viel.
Unübersehbar war in Nürnberg der Wille der meisten, den Streit in der Partei um Kurs, Flügel und Kandidaten beizulegen oder zumindest zu verschieben. In den Umfragen liegt die SPD gegenwärtig näher an der 20- als an der 30-Prozent-Marke, was für die Sozialdemokraten bundesweit bedeutet, dass sie sich in die Popularitäts-Regionen ihres bayerischen Landesverbandes zurückarbeiten.
Kurt Becks Auftritt mag dabei in der SPD-Binnenwahrnehmung erfreulich gewesen sein. Hat man jedoch öfter mal eine Rede von Beck gehört, dann war Nürnberg the same procedure as last year - nur etwas lauter vorgetragen.
Die Streitpunkte bleiben: Mit wem bewegt sich welcher Teil der Partei wohin? Darauf gab es in Nürnberg keine neuen Antworten, aber immerhin reisten die meisten mit einem irgendwie guten Gefühl ab. Das ist doch auch schon was.
(sueddeutsche.de)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
Feststeht das der Schwan ohne die Stimmen der Linken nichts zerreißen wird. Ihr Werben um die Stimmen der Linken, indem sie sie beschimpft soll glauben wer will. Laut Schwan soll Lafontaine ein Dämon sein.
In Wirklichkeit, soll ihre Nominierung eine Ablenkungsshow darstellen