Dass die islamische AKP auf die Kurden zugeht, bestätigt den Kurs der EU. Die Opposition hat nichts zu bieten außer blinder Obstruktion.
Diese Woche hat wieder einmal gezeigt, wie gut Europa daran tut, die Regierung von Premier Erdogan zu unterstützen. Denn das türkische Parlament war Schauplatz einer historischen Debatte über die Kurdenpolitik, und es gab Gelegenheit für den Führer der Kurdenpartei DTP, der ganzen Nation darzulegen, was sein Volk zu erleiden hatte. Vor kurzem wäre dies noch undenkbar gewesen.
Die AKP ist, im Gegensatz zu den Kemalisten, als einzige Partei bereit zu einer Versöhnung mit den Minderheiten. (© Foto: AP)
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Die Debatte war gleichzeitig ein Glanzlicht und eine dunkle Stunde für das Land: So wie der gesunde Menschenverstand von der einen Seite hereingelassen wurde ins Parlament, so wurde er von der anderen Seite wieder hinausgetrieben - von der Opposition.
Zwei Dinge sind nun klar: Erdogans Partei AKP ist im Moment die einzige, die bereit ist, Schritte in Richtung Demokratie und Aussöhnung mit den Minderheiten zu gehen.
Die Opposition hingegen zeigt, dass sie nicht bereit ist, ihre blinde und zerstörerische Obstruktion aufzugeben. Mag weiter Blut fließen, mag es weiter Bürgerkrieg geben - Hauptsache, man hat Premier Erdogan die Politik verhagelt.
Von der rechtsextremen MHP hatte man nichts anderes erwartet. Das Verhalten der sich selbst "sozialdemokratisch" nennenden CHP jedoch ist so zynisch wie verantwortungslos. Einst war es diese CHP selbst, die der Diskriminierung der Kurden ein Ende machen wollte. Alles vergessen. Heute greift sie zu nationalistischer Agitation, um Erdogan die Suppe zu versalzen.
Das ist tragisch, weil die Sabotage Wirkung zeigt, weil sie die Regierung zögerlicher werden lässt. Dabei bräuchte Ankara, ganz im Gegenteil, mehr Courage. Denn Tayyip Erdogans Vorschläge mögen den Türken gewagt erscheinen - den Kurden sind sie längst nicht mehr genug.
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(SZ vom 14.11.2009/jab)
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Danke für diesen Artikel.
Der Autor hat genau das Dilemma der türk. Parteienlandschaft wiedergegeben.
Die CHP hat die faschistische MHP ( die für zahlreiche Morde an Oppositionelle, Kurden, Aleviten verantwortlich ist) bereits rechts überholt und bekommt gerade dieser Tage starken Gegenwind ihrer bisher treu ergeben weltlich und westlich orientierten alevitischen Wähler. Zitat eines türk. Journalisten einer grossen türk. Zeitung an die Aleviten gerichtet: " Wacht auf Leute, hört auf Eure eigenen Henker zu wählen!".
Damit wird deutlich, dass mittlerweile die als so undemokratisch und fundamentalistisch abgetane , besonders von den sog. laizistisch orientierten Atatürkverehrern ( zu denen auch viele Aleviten zählen) missbiligte AKP die wirklich fortschrittlichste Partei der Türkei ist.
Die AkP hat an der Spitze moderate und kluge Köpfe, die ernsthaft an einer friedlichen Lösung des Kurdenkonflikts interessiert sind, währen die sog. Sozialdemokratische CHP an ihrer Spitze mit Denis Baykal einen Hetzer und Demagogen der schlimmsten Sorte hat.
Ich weiß zwar nicht, wieviel Recherche Herr Strittmatter betrieben hat, bevor er so einen Artikel verfasst hat. Diese Doppelmoral der Europäer gegenüber der Türkei wird wohl nie aufhören. Jetzt wird sogar ein Extremist,der mit allen Mitteln der Macht versucht seine Position und die Gesinnung seiner extremistischen Partei in der Gesellschaft durchzusetzen, mit Händen getragen.
Vielleicht sollte sich mal Herr Strittmatter ein paar Monate in der Türkei aufhalten und schauen, wie andere Minderheiten oder andersdenkende durch diese angeblich demokratische Regierung unterdrückt werden.
Dass die Türkei die letzten Jahrzehnte keine saubere Politik gegenüber Minderheiten betrieben hat, ist außer Diskussion. Eine Demokratisierung und Achtung der Menschenrechte und Minderheiten muss herbeigeführt werden. Menschen, die aber in dieser Richtung etwas bewegen wollten und könnten, Menschen die die Ausbeutung der Türkei durch die Imperialisten und die AKP-Regierung kritisiert und Skandale (DENIZ-FENERI) aufgedeckt haben, sitzen momentan seit über einem Jahr im Gefängnis.
Wieso schreibt Herr Strittmatter z.B. nichts über den Skandal um die Organisation "DenizFeneri" und inwieweit die Regierung involviert ist und wie sie versucht die Gerichtsverhandlungen zu blockieren und hinauszuzögern?
Est ist eine Illusion zu glauben, dass ausgerechnet diese AKP-Regierung Schritte in Richtung Demokratie und Aussöhnung machen kann und sogar möchte !
Was die "süddeutsche" betrifft, kann ich mich Patriot_TR nur anschließen. Solche Artikel erzeugen nur weitere Vorurteile.
"Zwei Dinge sind nun klar: Erdogans Partei AKP ist im Moment die einzige, die bereit ist, Schritte in Richtung Demokratie und Aussöhnung mit den Minderheiten zu gehen."
Selten so einen verlogenen Artikel in der SZ gelesen. Die SZ sollte sich mal überlegen, ob sie an diesem "Journalisten" weiterhin festhält.
"Minderheiten" ist für Herrn Strittmatter gleichzusetzen mit Kurden. Andere Minderheiten werden einfach einverleibt. Vergessen wird, dass Erdogan wegen Volksverhetzung gegen Aleviten angeklagt war. Vergessen wird, dass die AKP eine fundamentalistische Partei ist und Verbindungen nach Saudi Arabien hat. Vergessen ist, dass die AKP-Regierung Beamte die der politischen Opposition angehören entlässt oder unterdrückt.
Keine Frage, die Opposition ist derzeit planlos, aber deshalb gleich Extremisten Beifall klatschen? Von der Deutschen Geschichte haben scheinbar auch manche Journalisten nichts dazu gelernt.