Israel Ultraorthodoxe bewerfen Frau mit Steinen

"Ich dachte, dies ist das Ende, ich werde sterben": In Israel haben jüdische Hardliner eine Frau angegriffen und ihr Auto zerstört - offenbar fühlten sie sich durch ihre westliche Kleidung provoziert. Es ist nicht der erste Übergriff ultraorthodoxer Juden auf Personen, die nicht ihren strengen religiösen Vorschriften folgen.

Ultraorthodoxe Juden - Haredim - haben erneut eine Frau in der religiösen Hochburg Beit Schemesch westlich von Jerusalem angegriffen. Die Männer hätten die Scheiben ihres Autos eingeschlagen, die Reifen zerstochen und die Frau mit Steinen beworfen, von denen einer sie traf, berichteten israelische Medien.

"Ich dachte, dies ist das Ende, ich werde sterben", zitierte die Zeitung Haaretz das Opfer Natali Maschiah. Sie wurde bei dem Überfall leicht am Kopf verletzt. Der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld, teilte auf Anfrage mit, dass insgesamt fünf Verdächtige festgenommen worden seien.

Beit Schemesch war schon Ende vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten. Das Fernsehen hatte einen Bericht über ein Schulmädchen gezeigt, das von einem ultraorthodoxen Mann bespuckt worden war, weil es seiner Meinung nach nicht sittsam gekleidet war.

Auch dieses Mal sollen die Männer sich durch die Kleidung der Frau provoziert gefühlt haben. Zudem habe sie angeblich "ihr Hemd angehoben". Das Opfer Maschiah bezeichnete diese Behauptung als Unsinn.

In Israel versuchen ultraorthodoxe Juden zunehmend, auf das öffentliche Leben Einfluss zu nehmen und vor allem Frauen Einschränkungen aufzuerlegen. Im Dezember gingen in Beit Schemesch Tausende Israelis auf die Straße, um gegen die religiösen Hardliner zu protestieren. Auch der israelische Präsident Schimon Peres unterstützte die Proteste.

Anfang Januar hatten die Ultraorthodoxen zudem heftige Reaktionen ausgelöst, weil sie sich bei Demonstrationen mit KZ-Uniformen kleideten und ihre weltlich orientierteren Gegner als Nazis diffamierten.