Seit Wolfgang Kubicki Anfang der Woche den Zustand der FDP kritisiert hat, rumort es bei den Liberalen gewaltig. Im Gespräch mit sueddeutsche.de legt der Kieler FDP-Fraktionschef nach, attackiert Parteifreunde - und nimmt Parteichef Westerwelle in Schutz.
Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, hat mit einem Spiegel-Interview am Montag erhebliche Aufregung in die Partei gebracht. Seither mehren sich die Rücktrittsforderungen an Parteichef Westerwelle.
Fordert, mit härteren Bandagen in der Koalition liberale Interessen durchzusetzen: FDP-Politiker Wolfgang Kubicki (© dpa)
Anzeige
sueddeutsche.de: Herr Kubicki, Ihre alarmierenden Äußerungen vom Wochenende zum Zustand der FDP haben eine Lawine in Bewegung gesetzt. Sind Sie zufrieden über eine Partei in heller Aufregung?
Wolfgang Kubicki: Ich habe die FDP nicht in Aufregung versetzt, sie war es längst. Ich habe nur beschrieben, was mir seit langem offen entgegengeschlagen ist: Frust und Sorge. Fakt ist, dass wir seit Monaten in Umfragen irgendwo zwischen vier und sechs Prozent dümpeln. Fakt ist: Wir haben binnen eines Jahres zwei Drittel unserer Wähler verloren. Fakt ist auch, dass wir trotzdem Tag für Tag aus der Parteizentrale Meldungen erhalten über eine erfolgreiche FDP-Politik. Dieser Widerspruch hat mich dazu bewogen, klare Worte zu sprechen.
sueddeutsche.de: Für Ihre Einlassungen haben Sie auch Widerspruch bekommen: Fraktionschefin Birgit Homburger hat Sie als "Nörgler und Selbstdarsteller" bezeichnet.
Kubicki: Das ist Unsinn. Ich stehe ja mit meiner Meinung bei weitem nicht alleine da. Es gibt viele Liberale, die die Situation genauso sehen. Und das den Medien sagen - gleichwohl aber nicht bereit sind, ihr Gesicht oder ihren Namen dafür herzugeben.
sueddeutsche.de: Das ärgert Sie?
Kubicki: Oh ja. Es ärgert mich, wenn diese Quellen, die in Gremien sitzen, anonym bleiben. Eine wesentliche Ursache unserer Malaise besteht darin, dass einige Leute nicht den Mut haben, offen über Probleme zu diskutieren.
sueddeutsche.de: Die Parteifreunde in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die nun offen gegen Parteichef Guido Westerwelle opponieren, zählen wohl nicht zu diesen Feiglingen.
Kubicki: Mich hat die Heftigkeit und Deutlichkeit dieser Äußerungen überrascht. Ich schließe mich der Rücktrittsforderung nicht an - ich halte das für kontraproduktiv. Es ist verwegen von Herbert Mertin, als Spitzenkandidat einer Partei bei einer Landtagswahl den Bundesvorsitzenden als "Klotz am Bein" zu bezeichnen.
sueddeutsche.de: Die Frage bleibt: Ist er ein Klotz?
Kubicki: Unser Problem trägt nicht den Namen Guido Westerwelle. Damit das klar ist: Es ist falsch, ihn allein für die Lage der FDP verantwortlich zu machen. Dazu tragen eine Menge anderer Personen im Führungskreis der FDP bei.
sueddeutsche.de: Wie würden Sie das Problem der FDP dann umschreiben?
Kubicki: Der Union ist es im vergangenen Jahr gelungen, einen falschen Eindruck zu erwecken, der da lautet: Auf die FDP müsse man ohnehin nicht setzen, weil sie nur Mehrheitsbeschafferin für CDU und CSU ist.
sueddeutsche.de: Sie meinen: Die Liberalen wurden ein Opfer von Angela Merkel?
Kubicki: Wir haben die momentane Entwicklung zugelassen. Für viele Bürger wirkte es so: Frau Merkel entscheidet, und die FDP dackelt brav hinterher. Wohin das führt, wissen wir. Wir haben so etwas schon mal erlebt - und das ging fast ins Auge.
sueddeutsche.de: Worauf spielen Sie an?
Kubicki: Mitte der neunziger Jahre gerieten wir unter Parteichef Klaus Kinkel in eine ähnliche Lage. Damals hieß es: Wählt FDP, damit Helmut Kohl Kanzler bleibt. Wir waren uns danach einig: So etwas darf nie wieder passieren. Und nun müssen wir feststellen: Es passiert gerade wieder. Ohne Not, denn die Menschen haben ja das Gegenteil erwartet. Im September 2009 sind wir im Bund nicht dafür gewählt worden, um eine bestehende Politik der Kanzlerin fortzusetzen - sondern um etwas Neues zu gestalten.
sueddeutsche.de: Die Zeit vor den anstehenden Landtagswahlen wird knapp: Was raten Sie Ihrer angeschlagenen Partei?
Kubicki: Von den Punkten, die wir den Bürgern im Wahlkampf 2009 versprochen haben, wenigstens einen großen Punkt gegen die Union durchzusetzen. Eine selbstbewusste FDP lässt sich nicht von CDU und CSU am Nasenring durch die Manege schleifen. Und dabei bitte immer realistisch bleiben: Man kann nicht mehr Geld für Bildung versprechen, die Steuern senken und die Schulden verringern. Das funktioniert schon rein rechnerisch nicht. Die Menschen sind ja nicht dumm.
sueddeutsche.de: Auf welchem Feld kann die FDP punkten?
Kubicki: Wir haben den Menschen ein einfacheres, niedrigeres und gerechteres Steuersystem versprochen - in dieser Reihenfolge. Darauf warten die Menschen, die FDP gewählt haben. Schwarz-Gelb hat aber bislang noch nicht einmal das einfachere Steuersystem geschafft. Es liegt an uns, den Bürgern zu sagen, wann sie mit welchen Entwicklungen zu rechnen haben. Mit einem Fahrplan, der wasserdicht ist. Die FDP vermittelt derzeit nicht den Eindruck, als betreibe sie eine konzeptionell stimmige Politik. Wir können punkten, indem wir dafür kämpfen - auch gegen Widerstand in der Union.
sueddeutsche.de: Auch mit harten Bandagen?
Kubicki: Auch das.
sueddeutsche.de: Notfalls auch gegen Angela Merkel?
Kubicki: Notfalls auch gegen die Kanzlerin. Wir koalieren hier in Schleswig-Holstein mit der CDU und ich kann Ihnen versichern: Die öffentliche Missachtung getroffener Verabredungen würde die Union in Kiel niemals wagen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Schwarz-gelbe Koalition RSS
- FDP: Westerwelle in Bedrängnis Erbarmungslose Stunde der Wahrheit 16.12.2010
- Westerwelle: Zwist mit Guttenberg Problemfall FDP - Guido gegen den Rest der Welt 16.12.2010
- Offener Brief an Westerwelle Rücktrittsforderung aus Südwest-FDP 15.12.2010
- FDP: Nach Kritik an Parteikritik Kubickis Wahrheiten 13.12.2010
- Westerwelle zur Krise der FDP "Keiner, der bei Sturm von Deck geht" 13.12.2010
- Führungskrise bei Liberalen FDP-Landespolitiker legen Westerwelle Rückzug nahe 21.12.2010
- FDP: Debatte um Westerwelles Rückzug Liberale denken den "Urknall" 16.12.2010
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
als ob er was besseres wäre...
"der gelbe hund ist schakals bruder." [ bildlich gemeint. ]
An Seppel58:@, Alle Achtung das waren ja heute Beitraege ueber den Herren Westerwelle die es in sich haben. So etwas ist man ansonnsten von ihnen ueber die FDP nicht gewohnt,sie sehen es lohnt sich auch sachlich zu schreiben. Wenn ich mir die Schuleistungen und die Studienzeiten dieses Herren so ansehe da kann man auch feststellen,ein Schnellstarter war der Herr aber nicht gewesen. Von Jura Studenten aus normal verdienen Haushalten wuerde man zu recht etwas mehr Tempo verlangen. Als Parteichef hat er mich nie ueberzeugt,dass lag hauptsaechlich an seinen Ego besser als der Rest zu sein. Auch ist es falsch aus einer Partei eine ein Mann Show zu machen,da spielen dann die anderen in den Nebenrollen nicht mit. Auch hatte er ohne Not zu Beginn seiner Amtszeit einen glatten Fehlstart hingelegt. Das fing mit der Moevenpick Filiale in Bonn an und setzte sich auf seiner Suedamerika Reise fort. Man soll und darf in der Politik privates nie mit dem Geschaeft des Alltages vermischen,dass geht schief. Auch seine Aussage von der Spaetroemischen Dekadens,dass ist es was ihm noch heute schwer im Magen liegt. Diese Frechheit haben ihm fast alle Menschen im Lande uebel genommen. Hier liegt der Kern der Miesere dieser Partei begraben,nur Herr Kubicki und einige andere bemerkten das frueher als der Rest der Partei.
der Rest zu diesem Typ!________llt sich Westerwelle in den Schatten von Frau von der Leyen. Denn bereits zu Beginn des Jahres sorgte Westerwelle für heftige Kritik, nach dem er die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland als "Römische Dekadenz" bezeichnete. ____________
Westerwelle besuchte zunächst das Gymnasium, wechselte nach dem ersten Jahr jedoch zur Realschule Oberdollendorf, Königswinter, da seine schulischen Leistungen am Gymnasium als nicht ausreichend erachtet wurden. Die Realschule schloss er mit der mittleren Reife ab.[2][3] Nach der Realschulzeit wechselte er auf das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn, wo er 1980 sein Abitur machte. Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn, welches er 1987 mit dem ersten und 1991 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete.[2] 1994 wurde er an der FernUniversität in Hagen mit einer Dissertation zum Thema Das Parteienrecht und die politischen Jugendorganisationen zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) promoviert. Seit 1991 als Rechtsanwalt zugelassen, arbeitete Westerwelle bis zu seiner Wahl zum Generalsekretär der FDP im Jahr 1994 in der Bonner Anwaltskanzlei seines Vaters Heinz Westerwelle mit.()Wiki
Westerwelle gegen Hartz IV Erhöhungen
Bedrückender Hartz IV Alltag
Bundesaußenminister Guido Westerwelle spricht sich gegen Hartz IV Erhöhungen aus.
(04.08.2010) Wenn immer es um Hartz IV geht, meldet sich auch Außenminister und FDP Chef Guido Westerwelle zu Wort. So hat sich Westerwelle gegen eine "spürbare Erhöhung" der Hartz IV Regelsätze ausgesprochen. Arbeit müsse sich "ganz persönlich, wirklich lohnen", so Westerwelle. Der FDP-Politiker sieht angeblich das Lohnabstandsgebot bei Anpassung der Regelsätze "bedroht". Bei Kindern soll der Regelsatz ebenfalls nicht erhöht werden, um den Bundesverfassungsgerichts-Urteil genüge zu tun, reiche es aus, Sachleistungen an die Kinder zu verteilen.
Gegen eine Anhebung der Regelsätze von Arbeitslosengeld II Bezieher hat sich Vizekanzler und FDP Parteichef Guido Westerwelle ausgesprochen. Am Mittwoch forderte der Politiker in Berlin, dass das "Lohnabstandsgebot nicht ignoriert" wird. Hartz IV Bezieher hätten durch eine Erhöhung der Regelsätze mehr Geld als andere, die arbeiten gehen. Von einem Mindestlohn will der FDP Politiker allerdings nichts hören. Auch dass Hartz IV erst einen Niedriglohnsektor geschaffen hat, ist für Westerwelle kein Argument. So sagte Westerwelle heute: "Arbeit muss sich ganz persönlich, wirklich lohnen".
Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Urteil zu den ALG II-Regelsätzen von Erwachsenen und Kindern den Gesetzgeber bis Jahresbeginn 2011 beauftragt, verfassungskonforme Regelsätze zu schaffen. Dabei geht es vor allem um eine nachvollziehbare Berechnung des Eckregelsatzes. Sozialexperten vermuten, dass durch eine neue Berechnungsgrundlage die Regelsätze steigen könnten. Im Verlauf der Woche hatten sich bereits mehrere Unionspolitiker gegen eine Erhöhung der Hartz-IV Leistungen ausgesprochen.
Bei den Kindern reiche es nach Ansicht Westerwelles und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aus, Gutscheine bzw. Sachleistungen zu vergeben. Beide Politiker sind auch bei Kindern gegen Regelsatz-Erhöhungen. Westerwelle unterstütze diese Haltung deshalb, da angeblich das Geld dann bei den Kindern "nicht ankommen" würde. Zudem dürfe es "keine Leistung ohne die Bereitschaft zur Gegenleistung geben", so Westerwelle.
Geschickt stellt sich Westerwelle in den Schatten von Frau von der Leyen. Denn bereits zu Beginn des Jahres sorgte Westerwelle für heftige Kritik, nach dem er die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland als "Römische Dekadenz
zur Vorbereitung gleich mal ein Link für die Mövenpigs
www.arge-sgb2.de/
und ja rechtzeitig melden. Sie wissen schon. Sonst gibbet Abzug ;o)
Paging