Bundespräsident Horst Köhler hat eine umfassende Reform des deutschen Steuerrechts gefordert - Kriterien wie Einfachheit, Effizienz und Transparenz ließen zu wünschen übrig, so Köhler.
Bundespräsident Horst Köhler hat eine umfassende Reform und Vereinfachung des Steuerrechts gefordert. "In unserem komplizierten Steuersystem können heute viele ihre Steuererklärung nicht mehr ohne Steuerexperten ausfüllen", begründete das Staatsoberhaupt die Forderung.
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Das Steuersystem werde den Kriterien Einfachheit, Effizienz und Transparenz "nur sehr bedingt gerecht". Die zahlreichen Abzugs- und Gestaltungsmöglichkeiten beeinflussten das wirtschaftliche Verhalten der Bürger, monierte Köhler bei der Verleihung des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik in Berlin.
Zudem führten die komplexen Regelungen, die ständigen Änderungen im Steuerrecht und bisweilen stark auslegungsbedürftige Gesetzestexte zu hoher Intransparenz und zu Rechtsunsicherheit. Manch einer fühle sich von den zahlreichen Gestaltungsspielräumen geradezu angespornt, möglichst viele Steuersparmöglichkeiten zu finden und auszutesten.
"Volkssport" Steuersparen
Das Finanzamt werde zum "Gegner" und Steuersparen zum "Volkssport", erklärte Köhler. Die Anreize zur Steuervermeidung seien umso größer, je höher die steuerliche Grenzbelastung sei.
In einem allgemeinen Verfallsprozess der Steuermoral sei es für manchen nur noch ein kleiner Schritt von der Steuervermeidung zur Steuerhinterziehung, sagte der Präsident. Er fügte an: "Um es ganz klar zu sagen: Dieser Schritt ist völlig inakzeptabel." So wichtig aus seiner Sicht eine Vereinfachung des Steuersystems sei, so wenig könne diese Notwendigkeit als Entschuldigung für Steuerhinterziehung gelten.
Köhler sagte, das Steuersystem sollte die effiziente Verwendung der wirtschaftlichen Ressourcen so wenig wie möglich behindern. Die Kosten der Steuererhebung sollten für den Staat und die Bürger so gering wie möglich sein - Einfachheit sei also auch "ein Diener der Ergiebigkeit". "Und die Steuerlasten und ihre Verteilung sollten für alle klar erkennbar sein."
Köhler kritisierte das Fehlverhalten einiger Wirtschaftsführer, das mit zum Vertrauensverlust vieler Bürger in die soziale Marktwirtschaft geführt habe. "Das Verhalten einiger Manager, die durch ihre Position besonders im Licht der Öffentlichkeit stehen, trägt in hohem Maße dazu bei, dass die Elite der Wirtschaft heute offenbar für viele nicht mehr als Vorbild wahrgenommen wird", erklärte der Bundespräsident.
Auch die Unternehmen rief Köhler zu mehr Engagement für die soziale Marktwirtschaft auf. Führungskräfte sollten für deren Akzeptanz "kämpfen". "Wo die Moral abhanden kommt, da gerät der freiheitliche Rechtsstaat in Gefahr."
(AP/cag/dmo)
Szene München
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"Wo die Moral abhanden kommt, da gerät der freiheitliche Rechtsstaat in Gefahr."
So so Herr Köhler, so grosse Worte, so philosophisch, so motiviert. Es macht schon was aus wenn Mann einen Gegenkandidaten vor die Nase gesetzt bekommt. Gell. Man erkennt sie ja kaum wieder. Eines der dringlichsten Themen in unserem Land, brisant und lange Vernachlässigt...Dennoch, besser spät als nie. Und wenn nach Worten Taten folgen wollten...Wenn sie das hin bekommen...Da sie ja jetzt, so wie es aussieht, ganz schön Gas geben, bin ich gespannt wie sie die Republik weiter "aufrollen". Ein wenig Zeit ist noch bis 2oo9. Dann Mal die Ärmel hoch gekrämpelt und rann.
Und da wir gerade beim "Sprüche klopfen" sind, sollten sie auch niemals aus den Augen verlieren, daß der Weg zur Tyrannei mit der Zerstörung der Wahrheit beginnt. Zeigen sie doch Mal was sie können und nicht was sie nicht können. Immerhin sind sie (noch) der BP aller Deutschen. In diesem Sinne..."HauRuck".
Vollmundig versprach Steinbrück bei Amtsantritt, dass er das Steuersystem schlanker und transparenter machen wolle. Gleiche Versprechungen gab es auch von seinen Vorgängern. Heute gibt Steinbrück in Interviews immer wieder von sich, dass er keinen Handlungsbedarf dafür sehe.
Dadurch, dass keiner mehr, in diesem kompliziertesten Steuersystem der Welt, durchsteigt, erwachsen dem Bundeshaushalt jährliche Mehreinnahmen in Höhe von ca. 20 Mrd. Euro, wie Experten schätzten. Dem Bürger zustehende Steuerrückzahlungen werden aufgrund der intransparenten Komplexität nicht generiert.
Legalisierter Betrug mit System???
... nur noch aufwärtsgehen. Aber er bringt zumindest den Mund auf und mahnt!
Bei der letzten Bundestagswahl hatte die CDU/CSU mit Herrn Kirchhoff einen ausgewiesenen Steuerexperten im Wahlteam, der für eine radikale Vereinfachung des Steuersystems stand. Im Verlauf des Wahlkampfes wurden er und sein Konzept von der SPD geschlachtet und er von der Union wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen.
Dank der SPD bleibt uns dieses noch für Jahrzehnte bewahrt.
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