Nach dem Dämpfer bei der bayerischen Kommunalwahl rückt die CSU vom wirtschaftspolitischen Kurs der großen Koalition in Berlin ab - und damit auch von der Schwesterpartei CDU.

Die CSU geht nach dem enttäuschenden Ergebnis bei der bayerischen Kommunalwahlauf auf Konfrontationskurs innerhalb der großen Koalition in Berlin. Parteichef Erwin Huber rückte am Freitag von der Linie der Bundeskanzlerin ab und kritisierte, der Konjunkturaufschwung der vergangenen Monate sei immer noch nicht bei den Menschen angekommen.

Erwin Huber ist nicht zufrieden: Der Konjunkturaufschwung komme nicht beim Menschen an. (© Foto: Getty)

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Die Bürger gingen nicht nach makroökonomischen Daten wie Arbeitslosenzahl oder Wachstumsrate, sondern nach ihrem eigenen Geldbeutel. Wegen der gestiegenen Energiepreise bleibe ihnen kaum zusätzliche Kaufkraft übrig.

Deshalb plane die CSU eine Steuerreform mit Entlastungen für mittlere Einkommen, sagte Huber in Berlin. Der Spitzensteuersatz solle dabei nicht gesenkt werden.

Huber warnte die große Schwesterpartei CDU außerdem vor einer Öffnung zu den Grünen. "Auf der Bundesebene sehe ich sachlich-inhaltlich keine Basis für Schwarz-Grün."

Straffere Parteiführung geplant

In der Energie-, Außen- und Sozialpolitik hätten sich beide Seiten in den vergangenen Jahren eher auseinanderentwickelt. "Deshalb ist Schwarz-Grün auf der Bundesebene für uns kein Thema."

Im Koalitionsstreit über die Reform der Erbschaftsteuer pochte Huber auf umfassende Änderungen an den Plänen von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). "Wir werden eine deutliche Veränderung der Erbschaftsteuer einfordern." Den zum Jahreswechsel geplanten Gesundheitsfonds zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen stellte Huber abermals infrage.

Der CSU-Vorsitzende kündigte aber auch eine straffere Führung seiner Partei an. Er werde sich noch mehr darum kümmern, die Positionen in der Partei zu bündeln und akzentuierter zu präsentieren.

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(Reuters/gal/gba)