Krisenland Zentralafrikanische Republik UN schickt 12.000-Mann-Friedenstruppe nach Zentralafrika

Französische Truppen patrouillieren in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.

(Foto: AFP)

Der UN-Sicherheitsrat reagiert auf den Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik: Von September an sollen 12 000 Mann in einer UN-Mission dafür sorgen, die Lage in dem von Unruhen und Gewalt geplagten Land zu stabilisieren.

Die Vereinten Nationen wollen 12 000 Blauhelmsoldaten in die Zentralafrikanische Republik entsenden. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete in New York einstimmig eine Resolution, die von Frankreich eingereicht und einstimmig angenommen worden war. Sie sieht den den Einsatz von 10 000 Soldaten und 1800 Polizisten vor. Damit wird sie eine der größten Blauhelm-Missionen sein.

Die Mission soll am 15. September beginnen und dann rund 6000 Soldaten der Afrikanischen Union sowie 2000 französische Soldaten ablösen, die bereits in der Zentralafrikanischen Republik stationiert sind.

"Die Blauhelme haben ein robustes Mandat, um die Menschen in dem Land zu schützen", sagte Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud. Es gehe um die Sicherung von Recht und Ordnung, aber auch den Wiederaufbau des Landes. Zugleich zügelte Araud Hoffnungen auf eine schnelle Besserung der Lage. Die Truppe werde einige Zeit brauchen, sagte der Franzose. Er fügte hinzu: "Das ist das Problem mit den UN, sie sind langsam." Seiner Ansicht nach sei aber auch die Weltöffentlichkeit für die Verzögerung mitverantwortlich. "Es gibt kaum Diplomaten und Journalisten in dem riesigen Land. Auch wenn es eine immense Krise ist, war es lange eine unbeachtete Krise."

"Diese Soldaten werden wohl nie eine Parade bekommen"

Seine US-Amtskollegin Samantha Power war nur Stunden zuvor aus der Zentralafrikanischen Republik zurückgekehrt. "Ich kann Ihnen aus eigener Anschauung versichern, dass die Blauhelmsoldaten dort wirklich gebraucht werden. Der Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren lehrt uns die Notwendigkeit, so rasch wie möglich zu handeln." Sie würdigte auch die Truppen der Afrikanischen Union, die schon im Land sind: "Diese Soldaten werden wohl nie eine Parade bekommen, wenn sie nach Hause zurückkehren. Aber wir werden ihnen immer dankbar sein."

In der Zentralafrikanischen Republik, einem der ärmsten Staaten der Welt, ist nach einem Putsch muslimischer Rebellen vor einem Jahr die Gewalt eskaliert.