Führende US-Militärs wollen weniger Aufständische bekämpfen und dafür die irakische Armee stärken. Unterdessen haben Unbekannte offenbar wahllos bis zu 70 Passanten in einem Bagdader Geschäftsviertel entführt.
US-Präsident George W. Bush hat seine Entscheidung verteidigt, erst im kommenden Jahr eine neue Irak-Strategie vorzustellen. Der Feind im Irak sei weit davon entfernt, geschlagen zu werden, räumte Bush nach Beratungen mit führenden Generälen und Beamten des Verteidigungsministeriums in Washington ein.
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Er werde jedoch keine übereilte Entscheidung treffen. Sollten die USA im Irak "die Nerven verlieren", werde das Land an den Feind fallen. Die USA würden im Irak nicht aufgeben, betonte der Präsident. Dazu seien "die Einsätze zu hoch und die Konsequenzen zu gravierend".
Während der Beratungen in den vergangenen Tagen habe er einige interessante Vorschläge gehört und einige, die in eine Niederlage führen würden. "Und solche Ideen lehne ich ab", erklärte Bush. Weiter sagte er, er werde der irakischen Regierung nicht die Hilfe verweigern, die sie brauche, um ihre Arbeit zu tun.
Erneute Massenentführung
Die überparteiliche Baker-Hamilton-Kommission hat in der vergangenen Woche eine neue diplomatische Initiative für den Irak angemahnt. Ursprünglich hatte es geheißen, Bush werde sich noch vor Weihnachten zu dem neuen Irak-Kurs äußern.
Im Irak hat es unterdessen erneut eine Massenentführung gegeben. Bewaffnete in Militäruniformen verschleppten Dutzende Menschen in einem Geschäftsviertel von Bagdad, wie die Polizei mitteilte.
Die Angreifer fuhren mit etwa zehn Geländewagen in dem Viertel al Sanak vor und nahmen Geschäftsleute und Passanten mit. Ersten Angaben zufolge sollen zwischen 50 und 70 Menschen entführt worden sein. Mitte November waren aus einen Regierungsinstitut mindestens 50 Iraker verschleppt worden.
Weniger Jagd auf Aufständische
Der US-Generalstab hat sich einem Pressebericht zufolge für eine Aufgabenverlagerung der im Irak stationierten US-Streitkräfte ausgesprochen.
Wie die Washington Post berichtete, schlugen die ranghöchsten Vertreter von Marine, Marineinfanterie, Heer und Luftwaffe bei einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney im Pentagon vor, dass sich die Truppen weniger auf die Jagd nach Aufständischen und mehr auf die Unterstützung der irakischen Armee konzentrieren sollten.
Die Militärchefs sprachen sich dem Bericht zufolge gegen eine massive Aufstockung der US-Truppen im Irak aus. Vielmehr sähen sie in der Unterstützung der irakischen Armee den "Schlüssel" für die Stabilisierung des Landes.
Wie die Zeitung weiter berichtete, plädierten die Militärchefs zudem für einen stärkeren Einsatz der USA in den Bereichen der politischen Versöhnung, des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Schaffung von Arbeitsplätzen.
Am Mittwoch hatte die Los Angeles Times dagegen berichtet, das Pentagon erwäge eine Truppenaufstockung als Demonstration militärischer Stärke im Irak.
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(AP/dpa)