Nach der umstrittenen Präsidentenwahl sind in Teheran Hunderte auf die Straße gegangen. Es kam erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Oppositionellen.
Die Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad halten an.
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"Nieder mit dem Diktator": Oppositionsanhänger protestieren in Teheran gegen die Regierung. (Archivbild) (© Foto:)
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Am Dienstag gingen nach Augenzeugenberichten in Teheran wieder mehrere hundert Menschen auf die Straße und riefen Parolen wie: "Nieder mit dem Diktator" und "Ahmadinedschad tritt zurück, tritt zurück". Dabei sei es wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.
Die Polizei habe mehrere Protestierer festgenommen. "Hunderte Bereitschaftspolizisten und Leute in Zivil" hätten auf Anhänger der Opposition eingeschlagen, berichtete ein Augenzeuge.
Das iranische Parlament will Ahmadinedschad zwingen, den umstrittenen Vizepräsidenten Esfandiar Rahim Maschaie zu entlassen. "Die Entfernung von Maschaie aus Schlüsselpositionen wie dem Amt des ersten Vizepräsidenten ist eine strategische Entscheidung, und selbst der oberste Führer (Ajatollah Ali Chamenei) hat dies schon dem Präsidenten übermittelt", sagte am Dienstag der Parlamentsabgeordnete Mohammad-Hassan Abutorabi-Fard. "Der Präsident sollte daher nicht zögern, ihn zu feuern oder ihn zum Rücktritt zu zwingen."
Präsident Mahmud Ahmadinedschad hält jedoch an Maschaie fest. Dieser werde weiterhin sein erster Vizepräsident bleiben, betonte Ahmadinedschad nach Angaben der Agentur Fars. "Maschaie ist einer der treuesten Diener der Revolution und des Volkes, er wurde zum Vizepräsidenten ernannt und er bleibt auch in diesem Amt", sagte der Staatschef.
Die Opposition beschuldigt der Regierung, die Präsidentenwahl vom 12. Juni zugunsten von Amtsinhaber Ahmadinedschad gefälscht zu haben. Die Führung des Landes bestreitet das, der geistliche Führer Ajatollah Ali Chameni hat das Wahlergebnis gutgeheißen.
Bereits kurz nach der Abstimmung war es zu Protesten gekommen, die von den Sicherheitskräften massiv unterdrückt wurden. Dabei waren nach offiziellen Angaben 21 Menschen ums Leben gekommen. Demonstrationen sind seit der Wahl verboten.
Am Wochenende hatten der einflussreiche Kleriker Akbar Haschemi Rafsandschani, der frühere Staatspräsident Mohammed Chatami und der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene frühere Regierungschef Mir Hussein Mussawi die Oppositionsbewegung mit scharfen Angriffen gegen die Regierung neu belebt. Der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte sie am Montag davor gewarnt, weiter Unruhe zu stiften.
Derweil sprach sich der Direktor der in Berlin ansässigen Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, für EU-Sanktionen gegen Iraner aus, die bei der Niederschlagung der Proteste eine wichtige Rolle gespielt haben. "Wenn die EU eine Liste mit einem Dutzend Namen von Schlüsselfiguren der Unterdrückung zusammenstellt und sie zu unerwünschten Personen erklärt, ist das ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Repression", sagte Perthes dem Berliner Tagesspiegel.
Er warnte die EU aber, sie dürfe "weder den Austausch der Zivilgesellschaft kappen noch Politiker und Fachleute aussperren, die wir brauchen, wenn wir Fortschritte bei den sicherheitspolitischen Fragen erzielen wollen".
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(dpa/Reuters/cag)
ICE-Strecke
"Demokratie verbreiten und sich Ölquellen unter den Nagel reißen, schließt sich nicht aus. "
Doch! Das schliesst sich definitiv aus! Eine freie irakische Regierung hätte niemals die Ölverträge akzeptiert, die die USA jetzt bekommen haben!
Doch, ich denke schon, dass Bush das unter anderem auch wollte. Selbst Lügner lügnen nicht immer. Demokratie verbreiten und sich Ölquellen unter den Nagel reißen, schließt sich nicht aus.
"George W. Bush, der die amerikanische Demokratie wie einen heiligen Gral in die Welt tragen wollte"
Das meinen sie jetzt aber nicht ernst, oder? Ich meine, sie sind doch nicht wirklich der Ansicht, dass DAS die Motivation der Bush/Cheney/Rumsfeld/Wolfowitz-Clique war?
"sondern ehemalige Architekten der Islamischen Republik, die um ihren Erhalt kämpfen. " Das ist ungefähr genauso glaubwürdig wie die Bush-Aussage. Der mächtige Strippenzieher der sog. Reformer ist Rafsandjani. Ich unterstelle ihm, dass es ihm in allererster Linie und den persönlichen Machterhalt und den Reichtum seiner Familie geht. Für ihn persönllich sind die Sanktionen etwas, das sich ganz direkl auf den eigenen Geldbeutel auswirkt. Das ist schon eine sehr starke Motivation.
Nicht zuletzt deshalb dürften sich Familienangehörige Rafsandjanis in Dubai mit der Tochter Cheneys getroffen, die unter Bush für einen Regimechange per Medieneinsatz verantwortlich war. Die Sohnemänner und Töchterchen mächtiger Daddys verstehen sich anscheinend ganz ausgezeichnet über alle Ländergrenzen hinweg.
Ich sehe Rafsandjani und den Trupp, den er um sich geschart hat, definitiv nicht als hehren Verteidiger republikanischer Werte.
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Seit Ahmadinejad Präsident geworden ist, haben die Hardliner angefangen, die islamische Republik in einen islamischen Staat umzubauen. Deshalb sind die führenden Köpfe der jetzigen Opposition keine Reformer, wie man sie im Westen im Sinn hat, sondern ehemalige Architekten der Islamischen Republik, die um ihren Erhalt kämpfen.
U.Te und Mitstreiter kämpfen immer noch gegen George W. Bush, der die amerikanische Demokratie wie einen heiligen Gral in die Welt tragen wollte, aber im Augenblick geht es im Iran um etwas ganz anderes, nämlich um die Frage, ob es eine islamische Demokratie geben kann oder ob sich das kategorisch ausschließt.
gratuliere! noch jemand, der zu einer differenzierten politischen meinungsbildung neigt :)
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