Seiner Ministerpräsidentin Timoschenko wirft Juschtschenko vor, sie stelle ihren Machterhalt über das Land. Nun hat der ukrainische Präsident das Parlament aufgelöst.
Nach einer seit Wochen schwelenden Regierungskrise hat der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko das Parlament aufgelöst und vorzeitige Neuwalen ausgerufen. Mitte September war die Koalitionsregierung von Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und deren Block mit Juschtschenkos Partei "Unsere Ukraine" nach nur neun Monaten zerbrochen.
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In einer Fernsehansprache löste der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko das Parlament auf. (© Foto: Reuters)
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Da sich das Parlament nicht auf eine neue regierungsfähige Mehrheit einigen konnte, sind Neuwahlen der einzige mögliche Ausweg. Es wären bereits die dritten Parlamentswahlen in der Ukraine innerhalb von drei Jahren.
Juschtschenko warf am Abend in einer Fernsehansprache Timoschenko, seiner Mitstreiterin in der Orangenen Revolution von 2004, vor, sie stelle ihren Machterhalt über die Interessen des Landes.
Es wird erwartet, dass Juschtschenkos Entscheidung für eine Neuwahl des Parlaments auf den Widerstand Timoschenkos stoßen wird, die sich an ihr Amt klammert. Sie hat bereits erklärt, die Ausrufung von Neuwahlen vor November wäre verfassungswidrig und sie werde eine solche Entscheidung nicht hinnehmen.
Die Anhänger des Präsidenten hatten die Koalition vorigen Monat verlassen. Sie reagierten damit auf eine Entscheidung der Ministerpräsidentin, mit den Stimmen der Opposition in einem Gesetz die Machtbefugnisse des Präsidenten zu beschneiden und die des Regierungschefs auszuweiten.
Juschtschenko hat die Abstimmung als verfassungswidrig bezeichnet und die Bildung einer neuen Regierung gefordert, die aber nicht zustande kam. Timoschenko und Juschtschenko wollen beide bei der nächsten Präsidentenwahl antreten, die für 2010 geplant ist.
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(AP/ssc)
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Ohne jetzt irgendwelche weiteren Kenntnisse der ukrainischen Politik zu haben, erzeugt der Artikel beim Durchlesen den Eindruck Juschtschenko = gut, Timoschenko = weniger gut. Insofern haben sie absolut recht.
Werter Yoda76,
Ihr letzter Beitrag war in der Tat sachlich in meinem Sinne. Vielen Dank. :-)
Sie missverstehen aber offensichtlich meine Aussage. Ich zweifle nicht an, dass Herr Juschtschenko dies oder jenes gesagt hat, in seinen Vorwürfen wird aber er und NUR er von der SZ zitiert. Frau Timoschenko wirft dem NATO-Befürworter Juschtschenko auch so einiges vor, was in diesem SZ-Bericht nicht erwähnt wird, was aber, meiner Meinung nach, zu einer neutraler Berichterstattung gehört. Z.B. steht Juschtschenko zur Zeit enorm unter Druck wegen Waffenlieferungen an Georgien, welche, der ukrainischen Regierungskommission zufolge, verfassungswidrig durch geführt wurden.
MfG
Kurze Ergänzung:
Ich möchte Recht meinem Vorredner LeeHarveyOswald geben. Laut der Umfragen der letzten Jahre unterstützt die Mehrheit der Ukrainer die Idee einer EU-Mitgliedschaft mit gleichzeitig guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Russland. Also eine ausgewogene Ost-West-Politik. Und das hat Frau Timoschenko wohl gut verstanden. Juschtschenko "klammert" sich, um mal die Begriflichkeit der SZ zu benutzen, aber immer noch an den NATO-Beitritt und das obwohl NATO durch ihr aggressives Vorgehen der letzten Jahre enorm an Glaubwürdigkeit verloren hat, und das nicht nur in der Ukraine.
Lieber Dualraum!
Wenn die SZ schreibt: "Juschtschenko warf am Abend in einer Fernsehansprache Timoschenko, seiner Mitstreiterin in der Orangenen Revolution von 2004, vor, sie stelle ihren Machterhalt über die Interessen des Landes." dann dürfte dass doch eigentlich der Wahrheit entsprechen, oder wolllen Sie behaupten, dass Juschtschenko das nicht gesagt hat?
Das Wiedergeben der Realität hat meiner Meinung nach nichts mit "einseitiger Berichterstattung" zu tun.
Einen Absatz später schreibt die SZ: "Sie (Timoschenko) hat bereits erklärt, die Ausrufung von Neuwahlen vor November wäre verfassungswidrig und sie werde eine solche Entscheidung nicht hinnehmen."
Auch das ist die Realität und auch das wurde von der SZ dargestellt , oder hat Timoschenko etwa das auch nicht so gesagt.
Eine Meinung pro Juschtschenko, contra Timoschenko kann ich da beim besten Willen nicht erkennen, auch nicht durch das Wort "klammern", dass im Zusammenhang von Politkern und Vorstandsvorsitzenden sehr häufig verwendet, egal welcher Coluleur diese zuegordnet werden.
Ich hoffe, dass dies ein "sachlicher Beitrag" in Ihrem Sinne war ;-)
Grüße
Lieber Yoda76,
wenn nur EINEM der Kontrahenten von der SZ vorgeworfen wird er klammere sich an die Macht ("...die sich an ihr Amt klammert.") bzw. nur EINER mit seinen Vorwürfen zitiert wird ("Seiner Ministerpräsidentin Timoschenko wirft Juschtschenko vor, sie stelle ihren Machterhalt über das Land."), dann bezeichne ich das als einseitige Berichterstattung.
Im Übrigen habe ich nirgendwo in meinem Beitrag behauptet, dass Juschtschenko Moskau Rechenschaft schuldet. Die schuldet er nur seinem Volk. Und hier haben Sie, wohl unbewusst, die Wahrheit geschrieben: "...dass Juschtschenko in die NATO möchte...". Das ist der Punkt: nicht das gesamte ukrainische Volk (obwohl das im Westen gern so dargestellt wird) möchte es, sondern eher eine prowestliche Minderheit und der Herr Präsident selbst. Denn zum einen konnte er sich 2005, trotz massiver westlicher Medien- und Geldunterstützung, nur mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen seinen prorussischen Gegner durchsetzen (was bedeutet, dass ca. die Hälfte der Bevölkerung seinen prowestlichen Kurs nicht unterstützte) und zum anderen sind seine Popularitätswerte in den letzten Jahren stark gesunken, also unterstützen jetzt noch weniger Menschen in der Ukraine seine Politik.
Und im Übrigen, werter Yoda76, wie wäre es mit einem halbwegs konstruktiven Beitrag? Ein Mal bitte. Und nein, persönliche Angriffe und allgemeine Phrasen sind damit nicht gemeint, was Sie offensichtlich glauben. Durch Ihren roten Balken fühle ich mich wirklich geehrt, ehrlich. Das heisst, dass mein Beitrag verdammt gut war. :-)
MfG
Paging