Aus Angst vor Separationsbestrebungen regiert Russland in den südlichen Republiken mit Brachialgewalt.
Es klang wie der Sieg über einen entsetzlichen und nur zu bekannten Plan: Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben Terroristen ausgeschaltet, die eine Geiselnahme in einer Mittelschule in einem Dorf in Dagestan vorbereiteten - ähnlich wie vor vier Jahren in Beslan. In Gefechten seien neun Extremisten und Sakir Nowrusow, der Anführer der "Gruppe Süd", getötet worden.
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Schon immer im Blickpunkt der russischen Sicherheitskräfte: Der damalige Präsident Wladimir Putin 2005 bei einer Lagebesprechung mit Geheimdienstlern nahe Dagestans Hauptstadt Machatschkala. In der Kaukasusrepublik wird seit Jahren ein blutiger Kampf gegen separatistische Rebellen geführt (© Foto: Reuters)
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In ihrem Minibus habe man Sprengstoff, Maschinenpistolen, Lebensmittel und religiöse Literatur gefunden. Alles deute auf eine geplante zweite Tragödie hin, aber nun sei die Gefahr gebannt. Anfang September meldete das dagestanische Innenministerium den Tod Ilgar Malatschiews, der "Amir" des Kaukasus. "Insgesamt kann man festhalten", so der FSB in der Zeitung Kommersant am Donnerstag, "dass die Tätigkeit verbrecherischer Gruppierungen im Süden Dagestans gebannt ist."
Das klingt gut, ist aber ein schlechtes Zeichen. Der Süden Dagestans, wo die Berge des Kaukasus direkt bis ans Kaspische Meer reichen, war bislang der ruhigere Teil der Republik. Derbent, die einstige Sassaniden-Festung, steht auf der Unesco-Welterbeliste, und gehört zu den wenigen Sehenswürdigkeiten. Die zweieinhalb Millionen Einwohner im einstigen "Land der Scheichs" leben in einer der ärmsten und frömmsten Gegenden Russlands.
Nach dem Ende der sowjetischen Zwangssäkularisierung sind in den vergangenen Jahren mehr als tausend neue Moscheen entstanden, oft mit Geld aus den arabischen Ländern. Nach Angaben der Zeitung Nesawissimaja Gaseta gibt es in Dagestan 1200 Wahhabiten, Anhänger eines fundamentalistischen Islam, die zwar längst nicht alle den bewaffneten Kampf für das "Kalifat des Kaukasus" befürworten - aber vom Staat brutal bekämpft werden.
Zwar hat Präsident Muchu Alijew im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung den islamistischen Fundamentalismus als "Krankheit" bezeichnet, deren geduldige Heilung höchste Aufgabe des Staates sei. Die Sicherheitsorgane aber gehen in Dagestan ebenso rücksichtslos und willkürlich vor wie in den Nachbarrepubliken - und schüren so neuen Hass.
Dagestan gehört wie Kabardino-Balkarien und Inguschetien zu jener unruhigen Flanke mit Hunderten Völkern. Seit Jahren ringt Russland hier mit begrenzten, aber blutigen Aufständen. Während die einstige Unruheprovinz Tschetschenien langsam in neuem Glanz erstrahlt, haben sich Gewalt und Gegengewalt in den Nachbarprovinzen ausgebreitet.
Der Krieg gegen Georgien und die Anerkennung Südossetiens und Abchasiens, so befürchten Beobachter nun, könnten jene Funken sein, die nun das Pulverfass Kaukasus in die Luft jagen. In einigen Regionen hat Moskau längst die Kontrolle verloren.
In Kabardino-Balkarien etwa beginnt in den nächsten Wochen ein Verfahren gegen 58 junge Muslime, denen ein Angriff auf Polizeistationen und Militäranlagen vor drei Jahren vorgeworfen wird. Mehr als 130 Menschen starben damals. Das Verfahren ist das größte seit den sowjetischen Schauprozessen der dreißiger Jahre. Drei der Angeklagten haben in Straßburg Klage eingereicht, weil sie während der Haft misshandelt wurden.
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ICE-Strecke
Abchasien / SO & Separatismus in Dagestan und anderen Gebiten Russlands besteht darin, dass die russ. Kaukasier vielmehr aus religiösen Gründen gg. Zentralmacht kämpfen und weniger Unterstützung innerhalb der einheimischen Bevölkerung haben als Abchasen & Osseten.
Deswegen ist Vergleich der Separatistensituation in Georgien & Russland eher eine Absatzfüllung als interessanter Material.