In der Armee sei "vieles in Bewegung" geraten, sagt Eggen, der nach Veranstaltungen mit vielen Soldaten spricht. Gerade die Jungen seien für das Thema empfänglicher. Für die Bundeswehr sei ein solches ehrenamtliches Engagement noch immer ungewohnt. Doch Eggen habe noch nie Probleme bekommen, wenn er etwa kritische Artikel verlinkt oder Interviews gibt - natürlich nach Dienstschluss.
Hauptfeldwebel Frank Eggen (links) und der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe. Der Luftwaffen-Feldwebel ist täglich zwei bis drei Stunden damit beschäftigt, E-Mails zu beantworten. (© Foto: Doreen Bierdel/angriff-auf-die-seele.de)
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Zwei bis drei Stunden ist er jeden Tag damit beschäftigt, E-Mails zu beantworten, die Medien nach aufschlussreichen Artikeln zu sichten, Informationsmaterial zu verschicken oder eigene Inhalte zu verfassen. Früher arbeitete er allein, doch mittlerweile helfen ihm zwei Bekannte bei der Arbeit. Bald soll auch der Verein "Angriff auf die Seele" gegründet werden.
Herzrasen und Zitterattacken
Eggen will weiterhin unabhängig bleiben, denn dies sei ein Grund für den Erfolg. "Das Internet ist ideal, um sich anonym und unbemerkt zu informieren oder sich auszutauschen", sagt Eggen. Doch www.angriff-auf-die-seele.de gelte als glaubwürdig, weil es nichts mit dem Dienstherrn zu tun habe. Im Soldatenalltag fällt es manchem schwer, Schwäche einzugestehen, zumal bei der Beurteilung auch die Kategorie "Belastbarkeit" zählt.
Auch die Bundeswehr informiert ausführlich auf einer eigenen Website. Ein 20-minütiger Film spricht alle Aspekte an - auch dass manche Soldaten ihre Kameraden für "Schwächlinge" oder "Weicheier" halten, wenn diese Hilfe suchen, weil sie an Herzrasen, Albträumen oder Zitterattacken leiden. In Afghanistan steht zwar nur ein Psychiater für die 4500 Soldaten bereit - dies sei nach Bundeswehrangaben momentan ausreichend, zumal Pfarrer, Psychologen und Soldaten mit Zusatzausbildung Hilfe anbieten.
Erstmals musste sich die Bundeswehr Mitte der neunziger Jahre mit PTBS beschäftigen, als Soldaten von Einsätzen aus dem ehemaligen Jugoslawien zurückkehrten. Seither wurden Vorsorge und Behandlung immer wieder verändert und an Erfahrungen aus dem Ausland oder neuen Forschungsergebnissen angepasst. Soldaten können auch rund um die Uhr Rat bei einer anonymen Telefon-Hotline suchen.
Jeden zweiten Tag gehe dort ein Anruf ein, berichtet der Sanitätsdienst-Sprecher. Ähnliche Zahlen hat Frank Eggen auf seiner Website: 200 Nutzer wendeten sich 2009 über die Rubrik "Rat vom Fachmann" an Oberstarzt Peter Zimmermann, von denen jeder fünfte in einem Bundeswehrkrankenhaus behandelt wurde. In der US-Armee wird neuen Rekruten mittlerweile eingebläut, dass sie im Fall der Fälle zu ihrer Schwäche stehen sollen. Sie bekommen oft zu hören: "Wer sich nicht helfen lässt, der gefährdet sich selbst und seine Kameraden."
Die Debatte um Begriffe wie "Krieg", "kriegsähnliche Zustände" oder "nicht internationaler bewaffneter Konflikt" oder die Äußerungen der Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, über den Sinn des Isaf-Mandats habe bei www.angriff-auf-die-seele.de keinen Niederschlag gefunden. Dies sei für viele Soldaten "nicht entscheidend", sagt Eggen - wichtiger sei die Wertschätzung und die Sicherheit, dass PTBS-Fälle weder stigmatisiert oder alleingelassen würden.
Häufig seien Selbstvorwürfe und marternde Fragen: "Warum ist der Kamerad gestorben und nicht ich?" oder "Hätte ich anders reagieren können?" In diesen Fällen spielt es laut Eggen keine Rolle, was die Gesellschaft denke. Die Zugriffe auf das Online-Portal www.angriff-auf-die-seele.de sind auf durchschnittlich 150.000 Klicks pro Monat angestiegen. Frank Eggen wird weiterhin Material und Information sammeln, denn noch immer wüssten zu viele Bürger zu wenig über die Belastungen der Soldaten. Und noch etwas, warnt Eggen, dürfe nicht vergessen werden: "PTBS ist nur die Spitze des Eisbergs. Viele Kameraden leiden auch unter Depressionen oder Alkoholismus."
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(sueddeutsche.de/gba/cat)
Analyse des DFB-Kaders
Sorry, bin abgerutscht. " haben in den letzten 50 Jahren ungeheure Mengen an Geld g s p a r t".
@UCR:
Um auf ihre Frage zu antworten:
Ich habe nur darauf aufmerksam machen wollen, das in so bedeutenden Fragen wie die Einführung von Streitkräften Politiker sich nicht darum scheren, wie die Volksmeinung ist. Wie gesagt, die Bundesbürger waren damals in überwältigender Mehrheit gegen die Wiederbewaffnung, und zwar resultierend aus den Erfahrungen des 2. Weltkrieges. Adenauer hat das nicht im Mindesten gestöhrt.Seine Vision war die Einbindung Deutschlands in die Nato.
Das es gute Gründe gegen diesen Kurs, zumal vor dem Hintergrund
unserer jüngeren Geschichte gab, hat die Partei mit dem großen C nicht daran gehindert, diesen Weg offensiv mitzugehen.In sofern standen massive politische Interessen, gegen die Volksmeinung, im Vordergrund. Die Bundeswehr hat nicht das Geringste zur Verhinderung eines Krieges in Mitteleuropa beigetragen. Das es nicht dazu kam, ist lediglich der atomaren Abschreckung zu verdanken. Dieser Schirm der atomaren Abschreckung überdeckte gleichzeitig auch Staaten wie Schweden, Finnland, Österreich und Irland.Das sind alles Staaten, die bis heute neutral sind, die zwar auch eine Armee von jedoch relativ geringer Größe haben. Diese Staaten haben in den letzten 50 Jahren ungeheure Mengen an Geld gespaart und sind der Meinung ihrer Bevölkerung gefolgt. Jetzt erklären Sie mir, warum ein solcher Weg für die BRD nicht möglich gewesen sein sollte?
anfallenden Gesundheitskosten zu deken.
Die Soldaten sind freiwillig in diesem Krieg und aus Geldgeilheit.
Es ist fuer mich nicht einsichtig das die Allgemeinheit fuer diese " Kriegsfolgekosten " zu Kasse gebeten wird.
@kantorowicz:
Danke für die Richtigstellung an UCR.
Es sollte vielleicht auch erwähnt werden, das die Wiederbewaffnung, also die Einführung der Bundeswehr unter der Regierung Adenauer erfolgte, und zwar gegen den massiven Widerstand der überwältigenden Mehrheit der Bürger. Damals waren Demonstrationen, die dann mit Polizeigewalt aufgelöst wurden, an der Tagesordnung.Trotzdem hat Adenauer seine Pläne durchgesetzt um die Bundesrepublik in die Nato zu führen.Dabei gab es erhebliche Widerstände seiten Großbritaniens und Frankreichs, den Nachfolger Nazideutschlands in die Nato zu integrieren.
@ ucr
Hüsch getimt, Ihre windelweiche Antwort, die völlig vorbeigeht, an dem, was sie behauptet haben. Aus einem einzigen Grunde, weil sie sich auf dem Holzweg befinden. Sie hatten von einer klaren Aussage des Grundgesetzes zum Beruf des Soldaten gesprochen und weiter wild schwadroniert. Ich zitiere Wenn nun jemand im Einklang mit der Verfassung diesen Beruf ergreift, kann ihm die Gesellschaft die Solidarität nicht verweigern, nur weil einigen ein einzelner Einsatz politisch nicht ins Konzept passt.
In der Tat ist das GG, das WStG und das StGB absolut klar und stehen konträr zu Ihren Behauptungen:
Der Angriffskrieg ist verboten (Art. 26 GG), Militär ist ausschließlich "zur Verteidigung" vorgesehen (Art. 87a GG) .. Soldaten müssen die "freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes" anerkennen und für ihre Erhaltung eintreten (§ 8 Soldatengesetz). Befehle müssen nicht befolgt werden, wenn durch ihre Befolgung eine Straftat begangen würde (§ 22 Wehrstrafgesetz - WStG) die Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges ist verboten und wird schwer bestraft (§ 80 Strafgesetzbuch StGB) das gilt auch für Berufssoldaten uneingeschränkt. Da Afghanistan Deutschland nicht angegriffen hat, sind die Schlussfolgerungen eindeutig.
Das ist der Grund, weshalb seit Anbeginn dieses Krieges das gesamte politische Personal lügt, dass sich die Balken biegen.
Paging