Krieg in Syrien US-Luftwaffe soll in Syrien Russen getötet haben

Dieses im Februar 2018 vom Syrischen Zivilschutz (Weißhelme) bereitgestellte und von der Associated Press authentifizierte Foto zeigt Zivilschutzarbeiter und Zivilisten bei der Inspektion eines zerstörten Gebäudes nach Luftangriffen in dem Rebellengebiet Ghuta, einem Vorort von Damaskus.

(Foto: dpa)
  • Bei dem schweren Luftangriff in Syrien sollen vergangene Woche neben syrischen Regierungskämpfern auch Russen getötet worden sein.
  • Russische und US-amerikanische Journalisten haben Namen getöteter Russen recherchiert und sprechen teilweise von hunderten Toten.
  • Der Kreml hat die Berichte bislang dementiert. Es soll sich nicht um Soldaten der offiziellen Armee, sondern um Söldner gehandelt haben.

Der Syrien-Konflikt könnte die Beziehungen zwischen den USA und Russland weiter belasten. Bei dem schweren Luftangriff der USA am 7. Februar sind auch mehrere russische Söldner getötet worden.

Der Großteil der etwa hundert Toten sollen Kämpfer der syrischen Regierung unter Baschar el-Assad gewesen sein, weshalb der Luftangriff in der vergangenen Woche bereits in der Kritik stand. Nach US-Darstellung hatten damals Milizen der syrischen Regierung in der Provinz Deir al-Sour eine Stellung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) attackiert. Diese forderten Hilfe an, und US-Streitkräfte wehrten den Angriff mit Artillerie, Flugzeugen und Hubschraubern ab.

Dass auch Russen getötet wurden, meldeten zunächst russische Medien und nationalistische Gruppen. Sie sprachen von hunderten Toten. Investigative Blogger aus Russland sowie russische und US-amerikanische Medien haben einige russische Kämpfer identifiziert, die bei dem Luftschlag getötet worden sein sollen. Die New York Times zitiert etwa einen Geschäftsmann, der mit privaten Militärdienstleistern zusammenarbeitet sowie eine Frau in Russland, die sagt, dass zwei ihrer Freunde ums Leben gekommen seien.

Dem Kreml liegen nur Daten von "Soldaten der russischen Streitkräfte" vor

Russische Medien ermittelten die Namen von mindestens fünf Toten, während die Führung in Moskau bei ihrer Linie blieb, in das Gefecht am Euphrat seien keine russischen Soldaten verwickelt gewesen. Am Dienstag sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, die neuen Berichte müssten noch verifiziert werden. Er erklärte, ihm lägen nur Daten von "Soldaten der russischen Streitkräfte" vor. Über "sonstige Russen, die in Syrien sein könnten", wisse der Kreml nichts.

Da die meisten Toten Söldner gewesen sein sollen, könnten die von lokalen Quellen identifizierten "Afghanen" auch Kämpfer aus dem ehemals sowjetischen Zentralasien gewesen sein. Russland setzt vielen Belegen zufolge in Syrien neben regulären Soldaten auch Söldner einer Privattruppe ein, die unter dem Namen Wagner firmiert. Bezahlte Kämpfer gehören nicht zur Armee, weshalb das Dementi des russischen Verteidigungsministeriums formal korrekt ist.

Ein Grund, aus dem die Regierung die Todesopfer nicht anerkennen will, könnte die bevorstehende Präsidentschaftswahl am 18. März sein. Wladimir Putins Gegenkandidat Grigory A. Yavlinsky forderte die Regierung dazu auf, die Anzahl aller Russen, die in Syrien gestorben sind, offenzulegen.

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Man werde an den Orten zuschlagen, von denen solche Aktionen organisiert oder ausgeführt würden. Konkrete Hinweise auf einen kürzlichen Einsatz von Giftgas gegen die syrische Bevölkerung gebe es aber derzeit noch nicht. mehr...