Krieg in Syrien IS richtet Massaker in syrischer Stadt Deir ez-Zor an

Eine völlig zerstörte Straße in der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor (Foto von 2014).

(Foto: AFP)

Die Terrormiliz soll mindestens 55 Zivilisten hingerichtet und Hunderte entführt haben.

Die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) soll in der Stadt Deir ez-Zor mehr als hundert Menschen getötet haben. Das berichten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana. Bis zu 400 weitere Menschen sollen von den Extremisten entführt worden sein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von 55 Zivilisten, die erschossen oder enthauptet worden seien, sowie 80 getöteten Soldaten oder regierungstreuen Milizionären. Dutzende Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, seien in vom IS kontrollierte Gebiete gebracht worden.

Nach Angaben von Sana hingegen hat die Terrormiliz 300 Menschen getötet, die meisten von ihnen Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Der IS kontrolliert große Teile der Region

Der IS hält den Großteil der an den Irak grenzenden Provinz Deir ez-Zor und der gleichnamigen Hauptstadt. Das Massaker ereignete sich offenbar bei einem Angriff des IS auf den von der syrischen Regierung kontrollierten Norden der Stadt. Nach offiziellen syrischen Angaben konnten Regierungstruppen den Vorstoß abwehren.

Wie die BBC berichtet, hat Russland vor Kurzem 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Deir ez-Zor abgeworfen. Nach Angaben von Bürgerrechtlern sind dort mindestens 250 000 Menschen eingeschlossen. Der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle beruft sich auf ein dichtes Netz von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können wegen der unübersichtlichen Lage in dem Konfliktgebiet von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.