Krieg in SyrienAssad - mal Freund, mal Feind

USA, Russland, Israel: Welche Rolle spielen die Länder im Syrienkonflikt? Und wie stehen sie zum syrischen Machthaber? Ein Überblick.

Von Paul-Anton Krüger

Türkei

Der türkische Präsident Reccep Tayyip Erdoğan hat seine Haltung zu Syriens Herrscher Baschar al-Assad mehr als einmal geändert: Als der Freund in Damaskus wohlmeinende Rufe zu Reformen ignorierte und auf sein Volk zu schießen begann, wurde Erdoğan zum entschiedenen Gegner und einem der wichtigsten Unterstützer der Rebellen. Nicht immer schaute Ankara genau, wer Waffen und Unterstützung erhielt; auch radikalere Gruppen profitierten.

Zugleich nahm die Türkei mehr syrische Flüchtlinge auf als jedes andere Land, mehr als 3,5 Millionen. Und Erdoğan schloss einen Deal mit der EU, um diese an der Weiterreise nach Europa zu hindern. Nach dem Abschuss eines russischen Jets durch die türkische Luftwaffe Ende 2015 kam es zur Krise mit Russland, aber seit 2016 ist Ankara wie Iran an von Russland initiierten Gesprächen in Astana beteiligt. Spannungen flammen dennoch immer wieder auf.

Seit dem militärischen Sieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat verschärft sich der Konflikt mit dem Nato-Partner USA: Erdoğan betrachtet die von ihnen unterstützten kurdischen YPG-Milizen als vordringlichen Feind und hat eine Militäroffensive gegen sie gestartet. Sein einstiges Ziel, der Sturz Assads, ist längst in den Hintergrund getreten.

Bild: SZ Grafik 24. Februar 2018, 15:222018-02-24 15:22:23 © SZ.de/fehu