USA

Eigentlich kann US-Präsident Barack Obama keine neue Front gebrauchen: Die Armee ist mit den laufenden Einsätzen in Afghanistan und im Irak mehr als ausgelastet. Obama wollte sich auf die innenpolitische Probleme konzentrieren. Trotzdem und gegen den Rat hochrangiger US-Militärs, die dem Einsatz skeptisch gegenüberstehen, stimmte der Präsident schließlich zu. Die Vereinigten Staaten stellen einen Großteil der Ressourcen - 40 Schiffe, 175 Flugzeuge und 21.000 Einsatzkräfte; vom amerikanischen Afrika-Kommando bei Stuttgart aus wird die Militäraktion koordiniert. Die US-Regierung bemüht sich jedoch, die eigene Rolle zugunsten des französischen Führungsanspruchs herunterzuspielen - dabei ist sie wegen der militärischen Stärke der USA gerade in den Anfangstagen entscheidend.

Warum macht Obama mit?

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für die Operation Odyssey Dawn, wie sie die Amerikaner nennen, dürfte die historische Erfahrung in Ruanda gespielt haben. Viele US-Politiker - nicht zuletzt der damalige Präsident Bill Clinton - bereuen, dem Völkermord zu lange zugesehen zu haben. Ein Trauma der US-Politik, das sich nicht wiederholen soll.

Welche Risiken gibt es?

Die Unterstützung der Bevölkerung für Militäreinsätze befindet sich im steten Sinkflug. Zu hoch ist für viele der Preis für die Kriege im Namen der Demokratie schon jetzt - finanziell und in Menschenleben. Die Furcht vor einem weiteren Einsatz ohne Ende versucht Obama zu beruhigen, indem er die Bedeutung der Luftschläge und der US-Beteiligung herunterspielt. Nicht zuletzt um diese Botschaft zu betonen, trat der Präsident am Freitag wie geplant seine Südamerika-Reise an.

Das Foto zeigt ein E-3-Awacs-Überwachungsflugzeug der US Air Force im Einsatz (Archivfoto).

Bild: dpa 21. März 2011, 15:502011-03-21 15:50:04 © sueddeutsche.de/mati