Schockierende Vorwürfe der UN: Mehr als 100 Palästinenser sollen von israelischen Soldaten in ein Haus gebracht worden sein, wo sie Schutz suchen sollten. 24 Stunden später wurde das Haus bombardiert.

Nur Stunden nach der Friedensresolution der Vereinen Nationen zitiert ein UN-Bericht Zeugen für ein israelisches Bombardement auf ein Haus voller Zivilisten. Demnach tötete die israelische Armee bei einem Angriff am 4. Januar 30 Zivilisten in Gaza, die mit etlichen weiteren Palästinensern in einem Haus Schutz gesucht hatten.

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Wie das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) unter Berufung auf Zeugen mitteilte, waren rund 110 Palästinenser von israelischen Soldaten in ein Haus im Stadtteil Seitun gebracht worden. Ihnen sei angeordnet worden, das Gebäude nicht zu verlassen. "24 Stunden später bombardierten die israelischen Kräfte dieses Haus mehrmals", hieß es in der Erklärung weiter. Dabei seien 30 Zivilisten ums Leben gekommen.

Die OCHA nannte den Vorfallen "einen der schwerwiegensten seit Beginn der Operationen" israelischer Kräfte in Gaza am 27. Dezember. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, die Vorwürfe würden untersucht.

Ungeachtet der Aufforderung der Vereinten Nationen zu einem Ende der Gewalt im Gazastreifen haben Israel und die radikalislamische Hamas ihre Angriffe am Freitag fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe bombardierte am Vormittag weitere Ziele, nachdem bei ähnlichen Angriffen in der Nacht zwölf Menschen getötet worden waren. Im Süden Israels schlugen nach Angaben der Armee sechs Raketen aus dem Gaza-Streifen ein.

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(sueddeutsche.de/AFP/segi)