Krieg in der Ukraine Separatisten starten Offensive auf Flughafen von Donezk

  • Prorussische Separatisten attackieren verstärkt den Flughafen von Donezk.
  • Trotz eines Waffenstillstands sterben täglich Menschen bei den Kämpfen, darunter viele Zivilisten.
  • In einem Telefonat mit Putin fordert Kanzlerin Merkel Russland auf, mäßigend auf die prorussischen Separatisten einzuwirken.
  • Altkanzler Schröder fordert eine Entspannungspolitik des Westens.

Separatisten-Offensive in Donezk

In der Ostukraine verstärken Separatisten ihre Angriffe auf den Flughafen von Donezk. Wie das ukrainische Militär und Separatisten berichtet, begannen die prorussischen Kämpfer am Mittwoch eine neue Offensive auf das strategisch wichtige Gelände. Der Flughafen wird derzeit von ukrainischen Soldaten gehalten. Der Verlust des Gebiets würde Kiew schwer treffen.

Regierungskräfte hätten mindestens sieben Separatisten getötet und zehn weitere Aufständische verletzt, sagte ein Armeesprecher. Die militanten Gruppen hätten in der Nacht versucht, ein von der Nationalgarde besetztes Terminal zu stürmen. Die prorussischen Aufständischen bestätigten die Kämpfe und sprachen von mehreren Opfern aufseiten der Armee. "Wir kontrollieren bereits 90 Prozent des Flughafens und werden den Rest in zwei, drei Tagen einnehmen", kündigte Separatistenführer Alexander Sachartschenko an.

Viele zivile Opfer bei Kämpfen

Trotz einer geltenden Waffenruhe sterben in der Ostukraine täglich Menschen. Prorussische Separatisten und Regierungstruppen schießen mit schwerer Artillerie. Dabei starben am Mittwoch mindestens zehn Menschen, wie die Aufständischen und der Stadtrat von Donezk mitteilten. Den Donezker Behörden zufolge traf ein Geschoss einen Kleinbus in der Stadt und tötete mindestens sechs Menschen. Die Aufständischen sprachen von acht Toten.

Zudem kamen mindestens vier weitere Menschen ums Leben, als eine Granate eine Schule traf. Mindestens 40 Menschen seien mit Verletzungen durch Artilleriefeuer in ein regionales Krankenhaus eingeliefert worden, berichteten Ärzte.

Merkel mahnt Putin

In einem Telefonat am Mittwoch mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin an, auf die Separatisten einzuwirken. Merkel und Putin hätten in dem Gespräch die Sorge geteilt, dass es immer noch täglich zu Gewalt komme, teilte das Bundespresseamt mit. Merkel betonte demnach erneut die Verantwortung Russlands, auf die prorussischen Separatisten mäßigend einzuwirken. Der vor vier Wochen vereinbarte Waffenstillstand müsse endlich vollständig eingehalten werden.

Kanzlerin Merkel wies demnach auch darauf hin, dass die Grenze zwischen der Ukraine und Russland überwacht werden müsse. Dabei komme der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) große Bedeutung zu. Die Bundesregierung werde die OSZE-Mission in der Ukraine weiterhin nach Kräften unterstützen, wurde Merkel zitiert. Auch bei den in den Regionen um Donezk und Lugansk geplanten Kommunalwahlen könne die Bundeswehr eine wichtige Rolle spielen.

Krieg im Osten der Ukraine

Die Nato und die Regierung in Kiew werfen Russland neben der illegalen Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim auch vor, die prorussischen Separatisten im Osten des Landes zu unterstützen - mit Waffen und Kämpfern. Abgeordnete des Europarates verlangten am Mittwoch einen sofortigen Abzug fremder Truppen aus der Ukraine und die Wiederherstellung der Souveränität des Landes.