Obama hat Ärger mit dem Militär: Der neue US-Kommandeur McChrystal will in Afghanistan alles anders machen, warnt vor einer Niederlage - und blamiert den US-Präsidenten.
In dieser kritischen innenpolitischen Phase seiner Amtszeit steht Barack Obama nun auch Ärger mit dem Militär ins Haus. Der Protest kommt schleichend, aber wer den Machtzuwachs der amerikanischen Generalität in den vergangenen Jahren ignoriert hat, der sollte sich spätestens jetzt auf eine zischende Auseinandersetzung zwischen ziviler Führung und den Uniformträgern auf den höchsten Rängen einstellen.
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Afghanistan-Befehlshaber Stanley McChrystal (r.) führte den deutschen Kundus-Kommandeur, Oberst Georg Klein (l.), mit Hilfe eines Journalisten vor. Jetzt nimmt er sich den Präsidenten vor. (© Foto: AP)
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In Deutschland war die Empörung groß, als der Afghanistan-Befehlshaber Stanley McChrystal den deutschen Kundus-Kommandeur mit Hilfe eines amerikanischen Reporters vorführte. Nun hat sich McChrystal ein lohnenderes Ziel gesetzt: den Präsidenten. Seine vertrauliche Lageeinschätzung zum Afghanistan-Einsatz wurde mit Hilfe der Enthüllungs-Legende Bob Woodward (Washington Post) in die Welt gebracht. Die politische Explosionswucht übertrifft die des Tanklaster-Bombardements.
Der Vorgang hat eine inhaltliche, aber vor allem eine persönlich-politische Dimension. Natürlich steht es dem Kommandeur frei, die Defizite des Einsatzes anzuklagen. Davon gibt es ausreichend viele, und der Zustandsbericht aus Afghanistan ist von erfrischender Klarheit. Mit der Veröffentlichung der Klageschrift baut das amerikanische Militär aber einen Entscheidungsdruck auf, dem der Präsident gar nicht mehr ausweichen kann: Entweder Obama folgt den Forderungen der Generalität, oder er trägt alleine die Verantwortung für jedes Defizit, für jede schlechte Nachricht aus dem Einsatzland.
Selbst aber wenn Obama dem Drehbuch des Kommandeurs aus Kabul gehorcht - er ist blamiert. McChrystal fordert nicht weniger als eine neue Strategie, als ob der Präsident nicht gerade vor sechs Monaten eine neue Strategie erlassen hätte. Zweites Problem: McChrystal stellt die Logik des bisherigen Einsatzes komplett auf den Kopf: Er will entscheiden, wo welche Truppen für Sicherheit zu sorgen haben. Das ist militärisch vielleicht vernünftig, innerhalb der Nato aber nicht durchzusetzen. Obama wird es sein, der den Tanz mit den Verbündeten auszutragen hat. McChrystal macht kein Hehl daraus, dass ihm die Fesseln eines internationalen Einsatzes zu eng sind - er will mehr Truppen und mehr Helfer, sofort und nach seinen Regeln.
Diese Analyse wird offenbar vom Generalstab in Washington geteilt, womit das US-Militär die Lufthoheit in der Debatte um den richtigen Kurs, über die letzte, möglicherweise entscheidende Weichenstellung übernommen hat. Das Weiße Haus behauptet zwar, es handele sich nur um einen Vorschlag unter vielen, der die Entscheidung des Präsidenten beeinflussen werde. Noch aber ist wenig zu sehen von den Alternativen. Vor allem fehlt schmerzlich die richtige Idee über den Umgang mit der schwierigen Regierung Karsai und den Taliban. Der Afghanistan-Einsatz hangelt sich von Strategie zu Strategie, aber es bleibt der Eindruck von plumper Taktik.
Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 21. 09. 2009/segi)
Reaktorsicherheit
... mit einem neuen Pentagon-Chef selbst in die Hand nehmen - mit dem Ziel einer klaren Abzugsstrategie in den nächsten 3 bis 4 Jahren !
Sollte ihm das nicht gelingen und scheitert er auch mit seinem Projekt in der Gesundheitspolitik , kann er auch gleich demissionieren .
Täte er dies dann , hielte ich ihn für den größten Präsidenten , den , den dieses Land nicht verdient hat .
Denn das Duo GWB-Gheney hat den, mit "9/11" getürkten, ausschliesslich Geo-Stategischen US-Interessen dienenden Krieg in Afganistan vom Zaun gebrochen, nicht Obama!
Obama hat lediglich den Fehler gemacht, sich im Wahlkampf von den Rechten bzw. der vereinigten Macht aus Wall Street, Waffenindustrie und Militärs zu dem Versprechen verführen zu lassen, den Krieg in AFG zu intensivieren!
Obwohl er den tatsächlichen Zusammenhang sowie den Hintergrund von/ mit 9/11 zumindest erahnen musste, darüber aber nicht sprechen konnte, ohne sich den Vorwurf, UNamerikanisch zu sein und die USA nicht wirklich vor Terror-Atacken schützen zu wollen!
McChrystal "blamiert" aber beispielsweise Frau Merkel und ihre Bundesgenossen, die den AFG-Einsatz sowie immer mehr deutsche Soldaten wiederholt brav abnic^kten, obwohl auch diesen willigen Politikern klar sein musste, dass
a) dieser Krieg vermutlich völkerrechts-widrig ist!
b) dieser Krieg vermutlich nicht zu gewinnen ist!
c) die NATO bzw. deren Mitglied BRD dort gewiss nichts zu suchen hat, weil von AFG keinerlei Gefahr für Deutschland oder Europa ausgeht!
DAS, lieber, allzu angepasster Herr Cornelius, hätten Sie zumindest andeuten sollen, statt von "VBlamage" ausgerechnet für Obama zu schreiben, und diesem Mann noch einen zusätzlichen Sargnagel zu verpassen!