In Amerikas Afghanistan-Politik deutet sich ein Schwenk an: Washington dringt auf einen neuen zivilen Koordinator. Gleichzeitig soll der internationale Druck auf Präsident Karsai stärker werden.
Präsident Barack Obama nähert sich einer Entscheidung über die künftige Afghanistan-Strategie der USA. Dabei bemüht sich das Weiße Haus, einer möglichen Truppenerhöhung weniger Bedeutung beizumessen und stattdessen die Aufmerksamkeit auf eine massive zivile Hilfsanstrengung zu lenken.
US-Soldaten in Afghanistan überwachen ein Tal. (© Foto: AP)
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Diese soll von den truppenstellenden Nationen im Januar während einer Afghanistan-Konferenz beschlossen werden. Insbesondere soll dann ein neuer Beauftragter für die Koordination der zivilen Hilfe in Afghanistan ernannt werden.
Diese Details wurden während einer Tagung der neu gegründeten "Kerngruppe der Münchner Sicherheitskonferenz" in Washington bekannt, an der hochrangige Senatoren, enge Berater des Präsidenten und Sicherheitspolitiker aus Europa teilnahmen. Aus dem Umfeld des Präsidenten hieß es dabei, dass sich Obama noch vor seiner Asien-Reise Ende dieser Woche zu Afghanistan erklären könnte. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der internationale Druck auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zunehmen wird, entschlossen gegen Korruption vorzugehen.
Ein letzter Versuch
Die neue Strategie Obamas steht im Mittelpunkt der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, nach einem frustrierenden Jahr in Afghanistan einen möglicherweise letzten Versuch zu unternehmen, um mit klaren militärischen und politischen Zielen den Abzug aus dem Land in einigen Jahren einzuleiten.
Die Obama-Strategie ist nach Informationen aus dem Weißen Haus eng mit den Verbündeten abgestimmt und gilt als Initialzündung für eine letzte Truppenerhöhung und ein ziviles Aufbauprogramm, mit dessen Hilfe die Verantwortung für das Land an die afghanische Regierung übergeben werden soll.
Senator Carl Levin, der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, forderte Obama gar auf, die neue Strategie im Nato-Hauptquartier in Brüssel zu verkünden, um zu unterstreichen, dass der Einsatz eine Angelegenheit des Militärbündnisses ist.
Sowohl Levine wie auch Senator Joseph Liebermann und die Abgeordnete Jane Harman waren bemüht, Streitigkeiten zwischen dem Präsidenten und dem Afghanistan-Kommandeur, Stanley McChrystal, herunterzuspielen. Levine betonte, der Erfolg der Strategie hänge nicht von der Zahl der zusätzlichen Truppen ab. Selbst McChrystal habe in seinem Bericht mehrfach betont, dass neue Truppen nicht im Mittelpunkt des Problems stünden.
Vertreter aus dem Weißen Haus machten deutlich, dass die Truppen der Alliierten in Afghanistan zusammen mit den afghanischen Soldaten die Taliban mit geschätzten 25.000 Kämpfern um ein mehrfaches überflügelten. Auch damit solle klargemacht werden, dass der Erfolg der neuen Strategie nicht in der Zahl zusätzlicher Soldaten bemessen werden soll. "Wir müssen Obama aus dieser Zwangsjacke befreien", sagte Levine. "Der Hund darf hier nicht mit dem Schwanz wedeln. Der Präsident hat alle Zeit und jeden Raum den er möchte, seine Entscheidung zu fällen."
Deutlich wird, dass auch Obama der für Januar geplanten Afghanistan-Konferenz eine große Bedeutung beimisst und spätestens dort von den Verbündeten wie Deutschland Zusagen für mehr zivile Hilfe einfordert. Erwartet wird auch, dass spätestens zu dieser Konferenz ein neuer Koordinator für die unkontrolliert ins Land fließende zivile Hilfe eingesetzt werden soll. In Washington hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Vereinten Nationen mit ihrer Organisation in Kabul diese Koordinierungsarbeit nicht leisten kann. Der neue Beauftragte soll deswegen ausdrücklich außerhalb der UN-Strukturen arbeiten.
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ICE-Strecke
"Gleichzeitig bombardieren sie im bisher eher ruhigen Gebiet um Kundus Dörfer und Infrastruktur und erzeugen damit den Aufstand, den sie zu bekämpfen vorgeben"
Und wieso ist das Gebiet so "ruhig"? Die Anschläge nehmen doch auch dort zu, und die Ruhe wird von den Deutschen eben auch erkauft, indem sie Kampfeinsätze generell vermeiden. Die Drecksarbeit dürfen dann die Amerikaner machen, worauf die Deutschen als hilflose Beobachter natürlich KEINERLEI Einfluss haben. Dass die Deutschen sich an dem Kampf nicht beteiligen wollten, bedeutet ja nicht, dass sie mehr militärischen Druck auf die Taliban in Kundus für sinnlos halten. Es bedeutet wohl eher, dass sie die "bewaffnetes-THW"-Rolle des Good Cop nicht aufgeben wollen. So hofft man, Racheaktionen der Taliban und Druck in der deutschen Öffentlichkeit gering zu halten. Es ist doch Augenwischerei, das bloß auf die Amerikaner zu schieben.
Aber sie haben natürlich Recht damit, dass wegen der neuen Strategie nicht gleich schöne humane Zeiten ausbrechen werden. Der Fokus auf den zivilen Aufbau ist wohl auch als PR-Manöver zu betrachten, Zielbereich Heimatfront und Europa. Obama musste sich aus der Zwickmühle befreien, dass die Republikaner weitere 40.000 Soldaten Fordern, es bei den Demokraten aber viel Widerstand gegen Truppenerhöhungen gibt. Gewürzt wird das Ganze damit, dass von nun an angeblich massiver Druck auf den delegitimierten Karsai ausgeübt werden soll. Wahrscheinlich wird auch die neue Strategie eine moderate Truppenverstärkung beinhalten und die Kämpfe werden weitergehen. Geändert wurde vor allem das Branding.
Dann sind doch wirklich herausragende Punkte, die nun die Obama Strategie nennt... Wie heisst es im Artikel:
"Die Obama-Strategie ist nach Informationen aus dem Weißen Haus eng mit den Verbündeten abgestimmt und gilt als Initialzündung für eine letzte Truppenerhöhung und ein ziviles Aufbauprogramm, mit dessen Hilfe die Verantwortung für das Land an die afghanische Regierung übergeben werden soll."
Diese Obama Strategie ist also eng mit den Verbündeten abgestimmt? Da wundert es mich doch sehr in einem anderen Bericht zu lesen "Spezialeinsatz in Bundeswehrgebiet
US-Militär startet brachiale Taliban-Jagd in Kunduz"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660064,00.html
Nun ja, vielleicht sollen die täglichen US Bombardement neben den Bundeswehrstützpunkten ja auch nur die enge Zusammenarbeit demonstrieren??
Tja der Punkt ziviles Aufbau Programm des Obam Plans hört sich dagegen ja schon humaner an. Uns wurde doch immer berichtet, die Bundeswehr bohrt ständig Brunnen, baut Schulen und Strassen... Na ja, es gab nie nenneswerte Reportagen über diese 8 Jahre des permanenten Aufbaus - aber vermutlich nur weil man sich in Bescheidenheit übte.
Der letzte Punkt "Übergabe an das afghanische Volk" Ach das erinnert irgendwie an einen anderen Krieg, da hiess es auch: Die südvietnamesische Armee ist durchaus in der Lage.... Und dann sah man, wie die letzten US Bürger in den Hubschruaber auf dem Botschaftsdach einstiegen...
Nun ja, aber wer will immer alte Geschichten hören? Aber noch kurz zur "Demokratisierung"!!! Es ist doch erstaunlich, mit wie wenig Kritik hier der erwiesene Wahlbetrug Karsais hingenommen wurde!!! Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt mit welchem medialen Feuerwerk die Wahl im Iran kritisiert und verdammt wurde.
Wie wird eigentlich die "westliche Wertegemeinschaft" wahr genommen? Kann man hier eigentlich noch fordern wenigstens "ernst genommen" zu werden???
Wenn die sich hier ankündigende strategische Schwerpunktverlagerung mehr als eine Legitimationsübung ist, kann sich hier eine Wende ankündigen. Aufbauhilfe kann der bisher nur gebeutelten Bevölkerung endlich den Spielraum verschaffen, ohne den jede Hilfe ihm Lärm der Waffengänge schnell untergeht.
Die blamablen Rechtfertigungsübungen des neuen Verteidigungsministers entbehren jeglichen Verständnisses für die Lage der Bevölkerung und die hier ebenso plump wie unglaubwürdig präsentierte Halsstarrigkeit wird bei den Afghanen sicher nicht so "heldenhaft" ankommen, wie sie aussehen soll.
Solche zivile Opfer sind ein Zeichen der Schwäche und des Ungeschicks. Die auffälligsten Etikette ändern nichts daran.
Ein neuer Koordinator für die zivile "Hilfe", weil die UN das "nicht richtig kann"... -oder doch eher, weil man sich seitens der UN, nach dem letzten Angriff auf ihr Gästehaus in Kabul, vermehrt zurückzieht? Seit Monaten angekündigte Truppenaufstockungen stehen plötzlich zur Disposition, weil man neuerdings annimmt, man habe eigentlich eine ausreichende militärische Stärke, um ca. 25000 "Taliban" zu "besiegen"... -und dazu die, mittlerweile schwer in Mode gekommene Zeigefingerschwingerei gegen die Marionettenregierung Karzai, wegen Korruption und Drogenhandel. Alles in Allem hört sich Gerede aus der "Kerngruppe" an wie eine Bankrotterklärung und ein Dokument der Ratlosigkeit, angesichts der afghanischen Lage, nach genau acht(!) Jahren Krieg! Bei den wohlfeilen Appellen an den "Bürgermeister von Kabul" handelt es sich um reine Rhetorik, denn wenn Karzai tatsächlich gegen Korruption und Drogenhandel vorgehen würde, hätte er nur ein paar Feinde mehr unter den Warlords... -und das müßte man bei der "Kerntruppe" eigentlich wissen! Nur eines ist klar: Das afghanische Drama geht weiter... -wäre doch gelacht, wenn man Vietnam nicht "toppen" könnte...
Zu meinen großen bedauern muss ich sagen dass Change Obama kein Cent besser ist als Bush. Warum? Darum!
1. Us- Armee ist immer noch im Irak, ruhe ist immer noch nicht entstanden.
2. US- Armee ist immer noch in Afghanistan und Menschen sterben dort täglich, an Nato Waffen oder Taliban Waffen.
3. Guantanamo gibt es immer noch.
4. Auf Israel wird kein Druck ausgeübt, Siedlungen werden immer noch Gebaut. Landraub
5. In Pakistan herrscht Krieg.
Wo bitte ist die Veränderung auf die wir so gehofft haben.
Paging