Ein Kommentar von Tomas Avenarius

Israel hat offen erklärt, Resultat des Gaza-Kriegs dürfe nicht "die Rückkehr zum Status quo" sein - kein Anreiz für die Islamisten, aufzugeben.

Wer einen Waffenstillstand vermitteln will, muss den gegeneinander Krieg führenden Parteien Anreize bieten. Frieden ohne Zugeständnisse gibt es nur, wenn die Niederlage einer Seite total ist, wenn sie kapitulieren muss.

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Blick aufs Kampfgebiet im Norden Gazas (© Foto: Reuters)

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Das ist im Konflikt zwischen Israel und Hamas bisher nicht der Fall. Die Islamisten kämpfen weiter.

Sie meinen, der Übermacht der israelischen Armee in diesem Krieg noch eine Weile trotzen zu können - auch wenn das auf dem Rücken der Zivilbevölkerung geschieht. Die Hamas wartet auf ein für sie halbwegs akzeptables Angebot für das Kriegsende.

Was bisher durchdringt an Details einer möglichen Vereinbarung über einen Waffenstillstand, kann der Hamas nicht gefallen.

Die Israelis wollen die Wirtschaftsblockade Gazas nicht aufgeben. Die Waffenschmuggler-Grenze nach Ägypten soll international überwacht werden.

Und die Wiederaufbauhilfe für das zerstörte Gaza soll vom Palästinenserpräsidenten Machmud Abbas verteilt werden.

Den aber haben die Islamisten vor eineinhalb Jahren aus dem Gaza-Streifen vertrieben. Sogar über Neuwahlen in Gaza wird angeblich nachgedacht.

Die Hamas hat die Parlamentswahl 2006 gegen die Abbas-Partei Fatah klar gewonnen. Das Wahlmandat von Abbas hingegen ist vor fünf Tagen ausgelaufen.

Kurzum: Teil eines Waffenstillstandsvertrags soll offenbar auch sein, die Hamas zu entmachten.

Will man Machmud Abbas und die Fatah so zurück nach Gaza bringen? Israels Außenministerin Tzipi Livni hat offen erklärt, Resultat des Kriegs dürfe nicht "die Rückkehr zum Status quo" sein.

Mit solchen Waffenstillstands-Modellen werden die Vermittler allerdings Hamas nicht zu einem raschen Aufgeben bewegen können.

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(SZ vom 16. Januar 2009/odg)