Krieg gegen IS Erdoğan fordert Stopp der russischen Luftangriffe in Syrien

  • Der türkische Präsident Erdoğan will einen Stopp der russischen Bombenangriffe in Syrien, um den Flüchtlingsstrom zu bremsen.
  • Saudi-Arabien wäre bereit, Bodentruppen nach Syrien für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz zu entsenden.
  • Allerdings dürften Syrien und seine Unterstützer Russland und Iran einen Einsatz saudischer Soldaten in Syrien als Versuch einer Invasion werten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat ein Ende der russischen Bombenangriffe in Syrien gefordert. Nur so könne der Flüchtlingsstrom in die Türkei gebremst werden. Nach den letzten Angriffen in Aleppo seien tausende Syrer an die Grenze zur Türkei geflüchtet, "Unsere europäischen Freunde wollen, dass wir den Flüchtlingsstrom stoppen, wie können wir dies tun, wenn Russland und das (syrische) Regime diese Menschen bombardieren?", sagte Erdoğan.

Ein Aufhalten der Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei bei anhaltenden Luftangriffen sei keine vernünftige Lösung. Die auf den 25. Februar vertagten Friedensgespräche in Genf könnten nur Erfolgsaussichten haben, wenn die Bombardements eingestellt werden. Syrische Regierungstruppen waren in den vergangenen Tagen unterstützt von russischen Luftangriffen nördlich der Großstadt Aleppo vorgerückt.

Die Türkei hat nach Angaben Erdoğans bislang 2,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Der Staatshaushalt sei dadurch um neun Milliarden Dollar (8,3 Mrd. Euro) belastet worden. Die Vereinten Nationen hätten die Türkei mit nur 455 Millionen Dollar (420 Mio. Euro) unterstützt.

"Wir sind entschlossen, Daesch zu besiegen"

Der Sprecher des Militärs in Saudi-Arabien, Brigadegeneral Ahmed al-Asiri, hat in mehreren Interviews erklärt, sein Land sei bereit, für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien Bodentruppen bereitzustellen. Sollte die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition sich entscheiden, eine solche Militäraktion zu starten, seien die Soldaten sofort einsatzbereit.

Für einen Sieg über den IS sei es notwendig, Luftangriffe und Einsätze von Bodentruppen zu kombinieren, sagte der General. Allerdings dürften Syrien und seine Unterstützer Russland und Iran einen Einsatz saudischer Soldaten in Syrien als Versuch einer Invasion werten. Ein Sprecher des russischen Militärs hatte zuvor die Türkei, die wie Riad die Rebellen in Syrien unterstützt, beschuldigt, einen Militäreinsatz in Syrien vorzubereiten.

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Die russischen Luftangriffe machen die Verhältnisse in Syrien noch komplizierter. Während die meisten Kriegsparteien das Ende des Assad-Regimes wollen, unterstützen die Russen den Diktator. Von Markus C. Schulte von Drach mehr...

Saudi-Arabien fliegt seit September 2014 als Teil des von den USA angeführten Bündnisses bereits Luftangriffe auf den IS in Syrien. "Wir sind entschlossen, Daesch zu bekämpfen und zu besiegen." Daesch ist die arabische Abkürzung des IS.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums wollte über einen möglichen Bodeneinsatz nicht spekulieren. Die USA seien aber immer froh, wenn Mitglieder des Bündnisses sich mehr einbringen wollten, sagte er.