Kremlkritiker Chodorkowski erwägt Asylantrag in Großbritannien

Chodorkowskij erwägt einen Asylantrag in Großbritannien

(Foto: dpa)
  • Kremlkritiker Chodorkowski reagiert auf einen internationalen Haftbefehl, den Russland gegen ihn ausgestellt hat.
  • In einem Interview mit der BBC denkt der im Exil lebende 52-Jährige über einen Asylantrag in Großbritannien nach.
  • Die Anschuldigung, er habe in Sibirien einen Mord in Auftrag gegeben, weist er als "verrückt" zurück.

Der Kremlkritiker und Ex-Ölmagnat Michail Chodorkowski denkt ernsthaft über einen Asylantrag in Großbritannien nach. Er ziehe diesen Schritt "definitiv in Erwägung", sagte der im Exil lebende Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin in einem Interview des britischen Senders BBC.

Kurz zuvor hatte die russische Justiz Haftbefehl gegen Chodorkowski erlassen und ihn zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Putin betrachte ihn als Bedrohung, meinte der frühere Besitzer des zerschlagenen Konzerns Yukos. "Wirtschaftlich, wegen der möglichen Beschlagnahme russischen Vermögens im Ausland, und politisch als jemand, der möglicherweise demokratische Kandidaten bei den kommenden Wahlen 2016 unterstützen könnte", sagte er in dem Interview.

Begnadigung nach zehn Jahren Lagerhaft

Die russische Justiz hat in einem Mordfall Haftbefehl gegen Chodorkowski erlassen. Russland hatte Chodorkowski Mitte Dezember offiziell beschuldigt, 1998 die Ermordung des Bürgermeisters der sibirischen Stadt Neftejugansk organisiert zu haben.

Chodorkowski weist die Anschuldigungen zurück. "Sie sind verrückt geworden", kommentierte der 52-jährige Geschäftsmann auf seiner Webseite den Haftbefehl. Nach fast zehn Jahren Lagerhaft war Chodorkowski Ende 2013 begnadigt worden und anschließend in die Schweiz gezogen.