Visa und Mastercard sperren seit Tagen alle Spenden an Wikileaks, radikale Organisationen dürfen weiter mit den Diensten der Unternehmen rechnen. Jetzt liefert Wikileaks neue Munition: Die USA sollen Lobbyarbeit geleistet haben - für Visa und Mastercard.
So schnell geht es manchmal. Was eben noch ein seit Jahren erfolgreicher Werbespruch war, kann zum Fluch werden, wenn Internetnutzer mit dem Gebaren eines Unternehmens nicht einverstanden sind. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich jetzt der verballhornte Slogan eines Kreditkartenunternehmens durch deutsche Foren und Blogs: "Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard."
Bild vergrößern
"Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard" - im Netz regt sich Widerstand gegen die Kreditkartenfirmen. (© dpa)
Anzeige
Am vergangenen Montag war bekanntgeworden, dass Spenden an die Enthüllungsplattform Wikileaks über Mastercard nicht mehr möglich sind. Nur einen Tag später zog mit Visa das zweite große Kreditkartenunternehmen der Welt nach. Zuvor hatte bereits der Online-Bezahldienst PayPal seine Zusammenarbeit mit Wikileaks eingestellt.
Der Ku-Klux-Klan ist kein Problem, Wikileaks hingegen schon
Viele Blogger und Kommentatoren vermuten hinter den Entscheidungen eine politische Einflussnahme amerikanischer Regierungsstellen. Das bestreiten Mastercard, Visa und PayPal zwar vehement. Auffällig ist aber doch, dass zumindest die beiden Kreditkartenfirmen sonst keineswegs zimperlich sind bei der Auswahl ihrer Kunden. Unproblematisch finden Visa und Mastercard offenbar, dass über ihren Service Spenden an den politischen Arm des rassistischen Ku-Klux-Klan abgewickelt werden.
Auf der Internetseite der Knights Party (The Knights of the Ku Klux Klan) heißt es: "Spenden Sie online mit Ihrer Visa/Mastercard". Einzige Voraussetzung der Extremisten: Der Geldgeber möge "weiß und nicht von gemischtrassiger Abstammung sein." Auch ein "nicht weißer" Ehepartner ist ein Ausschlussgrund.
Auf derselben Seite wirbt die Knights Party für einen angeschlossenen Devotionalienhandel. Im Angebot hier: Sammelfiguren aus Keramik. Der Kapuzenmann mit zum Hitlergruß ausgestreckten Arm kostet nur 24,95 Dollar, mit leuchtenden Augen zehn Dollar mehr - zahlbar bequem mit Visa oder Mastercard.
Transparenz unterstützen? Nicht mit der Kreditkarte
Die Knights Party ist nur ein Beispiel einer langen Liste von fragwürdigen Organisationen, mit denen die Kreditkartenfirmen zusammenarbeiten. Auch die in amerikanischen Medien immer wieder als "extremistisch" und "rechtsaußen" eingestufte John Birch Society lässt sich gerne Spenden über Visa und Mastercard zukommen, genauso prangen die Logos der beiden Marktführer auf den Internetseiten von radikalen Abtreibungsgegnern, Schwulenhassern oder Pornographieanbietern.
Alles Mögliche könne er mit seinen Kreditkarten kaufen, schreibt der Technik-Journalist und Auto Jeff Jarvis in seinem Blog, "aber ich kann sie nicht benutzen, um Wikileaks, Transparenz, den ersten Zusatzartikel zur Verfassung (der die Presse- und Meinungsfreiheit in den USA garantiert; Anm. d. Red.), oder eine echte Reform der Regierung zu unterstützen."
Wikileaks wurde nie verurteilt
In ihrer Verteidigung argumentieren die in die Kritik geratenen Kreditkartenfirmen haarfein: Es könne zwar vorkommen, dass Kunden moralisch fragwürdig seien. Ihre Statuten würden es aber verbieten, illegale Organisationen oder Tätigkeiten zu unterstützen. Solange die Knights Party in den USA also nicht verboten wird, gibt es für Visa und Mastercard keinen Grund, die Zusammenarbeit einzustellen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
- Wikileaks: Julian Assange verhaftet Sein größter Feind 07.12.2010
- Wikileaks-Enthüllungen Inszenierung der politischen Fratze 08.12.2010
- Wahl-O-Mat für die Landtagswahlen Wählen ja, aber wen? 17.03.2011
- Julian Assange: Vergewaltigungsvorwürfe Das Nachspiel einer Bettgeschichte 08.12.2010
- Wall Street Journal: Wikileaks-Kopie Plattform für Selbstenthüllungen 07.05.2011
- Pakistan nach dem Tod von Osama bin Laden Der Freund der USA, ein Terrorhelfer? 03.05.2011
- Was die Guantanamo-Dokumente verraten Wir wissen nicht, was wir nicht wissen 28.04.2011
"Blockupy"-Protest in Frankfurt
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Die Meinung eines einzelnen US-Bürgers, auch wenn er General ist, muss nicht "widerlegt" werden - es ist einfach nur eine Meinung.
Sie würden in Deutschland bestimmt einige - auch prominente - Menschen finden, die für die Todesstrafe plädieren würden. Das ändert an dem Verbot der Todesstrafe in Deutschland überhaupt nichts.
Ebensowenig stellt eine - zugegeben dumme und von der US-Verfassung nicht gedeckte - Meinungsäußerung eines Generals die offizielle US-Politik dar.
Am Ballermann drängen sich auch die Leute. das ist also definitiv kein Zeichen für Qualität! :-)))
"Wieviele Zitate von genauso glaubwürdigen (oder unglaubwürdigen ?) US-Bürgern soll ich Ihnen bringen, die genau das Gegenteil bezeugen ? "
Och, so viele müssen das gar nicht sein! Sie können ja einfach mal welche bringen, die die unglaubliche, skandalöse, totalitaristische Äüsserung des US General Attorney´s widerlegen, der öffentlich erklärt hat, dass er sich weigert einem ordenlichen US-Gerichtsurteil Folge zu leisten, wenn das gefällt Urteil der Jury nicht in seinen Kram passt!
Und alles, was ein Mr. Paul Craig Roberts von sich gibt, ist automatisch richtig ?
Wieviele Zitate von genauso glaubwürdigen (oder unglaubwürdigen ?) US-Bürgern soll ich Ihnen bringen, die genau das Gegenteil bezeugen ?
Sie machen sich nur noch lächerlich !
Im übrigen schauen Sie sich doch mal an, wieviele Menschen aus aller Welt in diesen angeblichen Unrechtsstaat drängen. Dagegen ist die Zahl derer, die z.B. unbedingt nach Russland oder China möchten, ziemlich überschaubar.
"Informieren Sie sich erst mal grundlegend, was "Unterdrückung, Diktatur und Totalitarismus" wirklich ist, bevor Sie hier so "große Töne spucken". "
Eine ausgezeichnete Idee! Wissen Sie auf was man dabei stösst? Auf eine neues Gesetz, das die Inhaftierung ohne jegliches Gerichtsverfahren ermöglichen wird und einen obersten Staatsanwalt, der verkündet, dass er auch von einer Jury in einem Gerichtsverfahren freigesprochene Terrorismusverdächtige eigenmächtig im Gefängnis verrotten lassen will.
SOWAS würde ich durchaus Unterdrückung, Diktatur und Totalitarismus nenn, Sie nicht?
: “Administration officials are looking at the possibility of codifying detention without trial and are awaiting legislation that is supposed to come out of Congress early next year.”
"The attorney general of the United States has declared that any “terrorist” that he puts on trial who is acquitted by a jury will remain in detention regardless of the verdict. "
Und dieser Zustand des Unrechtssystems in den USA verleitet das ehemlaige , republikanische Reagan-Kabinettsmitglied Paul Craig Roberts zu folgender Schlussfolgerung:
"The United States of America, "the city upon the hill," "the light unto the world," has become Na.zi Germany. It was the practice of the Gest.apo to ignore court verdicts and to execute or hold indefinitely the cleared defendant in the camps. The Obama regime is in the process of completing Dick Cheney's dream by legislating the legality of indefinite detention. American law has collapsed to the dungeons of the Dark Ages.
This Na.zi Gestapo policy is now the declared policy of the US Department of Justice (sic).
Anyone who thinks the United States is a free society where people have liberty, "freedom and democracy" is uninformed. "
www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=22175
Also, schneemoser, sind Sie uninformiert? :-)))
Offensichtlich haben Sie absolut keine Ahnung, was man in den USA alles machen oder sagen darf, ohne dafür ins Gefängnis zu wandern. Da gibt es Dinge, da kräht in den USA kein Hahn danach, aber in Russland oder China würden Sie dafür umgehend im Gefängnis oder im Lager landen.
Informieren Sie sich erst mal grundlegend, was "Unterdrückung, Diktatur und Totalitarismus" wirklich ist, bevor Sie hier so "große Töne spucken".
Im Übrigen wurde Assange meines Wissens von Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gesucht ..... aber schon klar, hinter allem steckt ja sicherlich die "böse USA".
Paging