Die Araber im jüdischen Staat werden seit langem als Bürger zweiter Klasse diskriminiert. In Akko zeigte sich eine über Jahrzehnte angestaute Wut.
Vier Tage haben sich Juden und Araber in der 50.000 Einwohner zählenden Stadt Akko im Norden Israels bekämpft. Steine wurden geworfen, Messer gezückt, Autos umgekippt, Wohnungen von Arabern angezündet, Geschäfte von Juden verwüstet. Die Juden von Akko sprechen von einem Pogrom, der Chef der rechtsradikalen Russen-Partei Unser Haus Israel fühlt sich sogar an die sogenannte Reichskristallnacht erinnert und fordert den Transfer der Araber in die Palästinensergebiete.
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Polizisten streiten mit einem israelischen Autofahrer während der Krawalle in der angeblichen Vorzeigestadt Akko. (© Foto: AP)
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Die rund 15.000 Araber in Akko wiederum müssen sich Rufe anhören wie: "Tod den Arabern". Manche haben aus Angst vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, weil sie ihre jüdischen Nachbarn fürchten.
Der Auslöser für die gewaltsamen Zusammenstöße war banal: Ein naiver arabischer Familienvater war unüberlegt am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, wenn im ganzen Land der öffentliche und private Straßenverkehr stillsteht, in ein überwiegend von religiösen Juden bewohntes Stadtviertel gefahren, um seine unverheiratete Tochter bei ihrem Verlobten abzuholen. Dass die jüdischen Bewohner von Akko mit Gewalt und nicht mit Worten auf die Verletzung des Feiertags reagierten und damit eine Kette der Gegengewalt ausgelöst haben, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Wertlosigkeit des Dialogs im explosiven Nahen Osten.
In Akko, der angeblichen Vorzeigestadt in puncto Koexistenz, lässt sich unter der Lupe betrachten, wie weit jüdische und arabische Israelis voneinander entfernt sind. Dem Gesetz nach haben die rund 1,3 Millionen arabischen Israelis - also Palästinenser, die sich für ein Leben in Israel entschieden haben - dieselben Rechte und Pflichten wie die rund 5,5 Millionen Juden im Land.
Doch weil die Araber eben keine Juden sind, werden sie im jüdischen Staat Israel als Bürger zweiter Klasse behandelt. Ihre Städte und Dörfer besitzen eine schlechtere Wasser- und Stromversorgung als Tel Aviv und West-Jerusalem, arabische Schulklassen sind größer und ihre Schüler müssen mit weniger Büchern auskommen als diejenigen an jüdischen Gymnasien.
Und Arabisch wird als zweite Amtssprache nur begrenzt praktiziert. Als der neue Flughafen von Tel Aviv vor drei Jahren in Betrieb genommen wurde, gab es nur hebräische und englische Schilder. Die Araber in Israel, immerhin ein Fünftel der Bevölkerung, empfinden sich als vergessenes Volk. In Akko zeigte sich eine über Jahrzehnte angestaute Wut, eine Wut über ungerechte Behandlungen und Diskriminierungen im Alltag.
Die Juden von Akko wiederum fühlen sich bedroht von den Arabern. Viele jüdische Demonstranten schwangen die Fahne Israels und brüllten, sie würden um ihr Leben kämpfen, um ihre Heimat zu verteidigen. Dabei wollen die israelischen Araber den Juden ja gar nicht ihre Heimat streitig machen. Sie leben freiwillig in der von Theodor Herzl beschworenen Heimstatt der Juden. Sie wollen nur gleichberechtigt behandelt werden.
Zoff im Bundesgerichtshof: Eine Personalie führt zu heftigen Verwerfungen – die Akte Karlsruhe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 14.10.2008/hai)
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"Palästina als angestammte Heimat von Arabern hinzustellen, sind derart naiv, "
Palästina als angestammte Heimat eines nomadisieren Hirtenstammes aus dem Gebiet des heutige Irak darzustellen, ebenfalls. Vor allem, weil ihre eigene heilige Schrift belegt, dass sie nach ewigem Herumgelatsche im Nahen Osten erst spät nach Palästina kamen und die dort ansässige Bevölkerung teilweise verdrängten. Semitische Palästinenser moslemischen Glaubens sind die Nachkommen semitischer Palästinenser jü dischen Glaubens die vor fast 1 1/2 Jahrtausenden den Glauben wechselten.
"(außer den paar verkappten Anti sem iten, die sich eh nur im Rudel trauen, den Mund aufzumachen)Völlig richtige Einschätzung! Auch ein blindes Huhn findet gelegentlich ein Korn und ein nh100 schreibt gelegentlich etwas richtiges. :-)
Ich bewundere Ihre Ausdauer, uneinsichtige Zionisten mit FAKTEN, - auch solchen aus israelisch-jüdischen Quellen - die für die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung völlig eindeutig sind, von dem, für Israel garantiert früher oder etwas später fatalen Irrweg zu überzeugen.
In so ziemlich jedem öffentlichen Forum, besonders auffällig beim SPIEGEL, findet sich dieser Menschentyp, von dem ich vermute, er werde für seine jeder Realität Hohn sprechende Sicht der Dinge in Palästina bzw. zwischen Juden und Palästinensern bezahlt!
Irrtum, liebe Mitbürger mit nahöstlichem Migrationshintergrund, auch wenn Ihr Euch online noch so sehr in Scheinriesen verwandelt, niemand nimmt Euch eine derartige Mehrheit ab (außer den paar verkappten Anti sem iten, die sich eh nur im Rudel trauen, den Mund aufzumachen). Und Eure permanenten Versuche, Palästina als angestammte Heimat von Arabern hinzustellen, sind derart naiv, dass es schon wieder witzig ist.
Sie, liebe(r) aoe sind wohl noch nicht soweit, das zu begreifen.
Ups, die Israel-Freunde sind ja vollzählig mit roter Keule aufmarschiert! :-)
Reden sie sich nur gegenseitig die Lage schön, wie heisst es so schön: "Die Hunde bellen und die Karawane zieht weiter".
Der überwiegende Teil der Menscheit weiss, was Israel ist, wo es gegeründet wurde und welche Verbrechen es begeht. Je länger sie sich einer vernünftigen Lösung entziehen, die zuerst einmal ein ehrliches Auseinadersetzten mit der eigenen Vergangenheit erfordert, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen dieses Pulverfass um die Ohren fliegt.
Viele anständige Israelis und Ju den weltweit haben diese Einsicht bereits gewonnen.
"Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets. Die Besetzung bedeutet Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser. Sie lähmt ihr wirtschaftliches, politisches und soziales Leben. Darüber hinaus verhindert dieses täglich neu erlebte Unrecht einen friedlichen Ausgleich des alten Unrechts, das den Palästinensern mit der Vertreibung von 1948 angetan wurde. All dies treibt die Spirale der Gewalt an. ...
Nur wenig Unterstützung kommt jedoch aus Deutschland. Das hat seinen Grund: Vor 61 Jahren endete mit der Niederlage Na zi-Deutschlands der unter Führung von Deutschen begangene Massenmord an den Jud en Europas. Scham und Trauer über dieses Verbrechen lässt viele Menschen zur Politik des jüd ischen Staats Israel schweigen.
Aber dieses Schweigen ermöglicht neues Unrecht. ...
Fragen des Rückkehrrechts der von Israel 1948 vertriebenen Palästinenser können einvernehmlich gelöst werden, wenn Israel als Zeichen der Versöhnungsbereitschaft die Vertreibung als Unrecht benennt."
Sie, nh100, sind wohl noch nicht so weit.
Looool, Sie sind mir ja ein ganz Gewitzter. Erst mit "Araber waren zuerst da" völliges Geschichtsunwissen zur Schau stellen, um dann mittels copy&past diesen Eindruck auch noch zu festigen. Gratuliere!
Paging