Familienministerin von der Leyen hat die Versicherten zum Boykott teurer Krankenkassen aufgerufen. Das ärgert einen der großen Versicherer.
Mit Verärgerung hat eine der großen Krankenkassen Deutschlands auf einen Boykottaufruf von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) reagiert.
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Familienministerin Ursula von der Leyen verärgert die Krankenkassen. (© Foto: AP)
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"Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist kontraproduktiv, weil er die Chancengleichheit unter den Krankenkassen aushöhlt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Johannes Vöcking, der Financial Times Deutschland. Von der Leyen hatte die Versicherten aufgefordert, ihre Kasse zu wechseln, sollte sie nach Einführung des Gesundheitsfonds ihre Beiträge unangemessen erhöhen.
Vöcking warf von der Leyen vor, Sinn und Zweck des Gesundheitsfonds nicht verstanden zu haben: "Das bisherige System krankt doch daran, dass die Kassen nur noch darum konkurrieren, wer die meisten jungen, gesunden Patienten hat." Wer jetzt zum Kassenwechsel aus rein finanziellen Motiven aufrufe, fördere diesen ungesunden Wettbewerb noch."
Forderungen nach Verschiebung des Gesundheitsfonds
Nötig sei ein gesunder Wettbewerb um die beste Versorgung der Patienten, sagte der Chef der größten Ersatzkasse Deutschlands.
Familienministerin von der Leyen hatte gesagt, sie könne Familien "nur empfehlen: Schauen Sie Ihrer Krankenkasse genau auf die Finger und wechseln Sie die Kasse, wenn sie mehr Geld von Ihnen verlangt". Die Auswahl sei groß genug, sagte sie der Bild am Sonntag.
Eine Expertengruppe der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) empfahl nach Informationen des Spiegel, die Einführung des Gesundheitsfonds um mindestens ein Jahr zu verschieben. In dieser Zeit solle die Bundesregierung überprüfen, ob die verschiedenen Bestandteile der Gesundheitsreform funktionierten.
Dazu gehören auch ein neues Honorarsystem für Ärzte, eine Krankenhausreform und ein neuer Finanzausgleich zwischen den Kassen. "Es besteht die Gefahr, dass eine solche Ballung die Kassen überlastet", sagte der CDA- Vorsitzende Gerald Weiß dem Magazin.
Auch die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, sprach sich für eine Verschiebung aus. "Der Gesundheitsfonds löst keine Probleme, sondern schafft neue Probleme", sagte sie im SWR. Für eine Verschiebung sehe sie aber keine politische Mehrheit. Die gesetzlich Krankenversicherten müssten sich zum Jahreswechsel auf steigende Beiträge einrichten.
Leyen verteidigt Fonds
Die Politik habe sowohl den Ärzten als auch den Krankenhäusern mehr Geld versprochen, zudem würden die Arzneimittelausgaben weiter steigen. "All das muss bezahlt werden", sagte Pfeiffer. "Von daher muss man davon ausgehen, dass der Beitragssatz steigt."
Ministerin von der Leyen verteidigte den Gesundheitsfonds gegen Kritik: "Der Gesundheitsfonds macht nichts teurer. Er schafft Gerechtigkeit." Kassen, die gut wirtschafteten, würden ihren Versicherten Geld zurückgeben können. Kassen, die schlecht wirtschafteten, würden Zuschläge verlangen müssen.
"Jede Kasse bekommt denselben Betrag pro Versicherten. Damit hört die Jagd nach den jungen Besserverdienenden auf. Und jede Kasse kann zeigen, was sie mit dem Geld ihrer Versicherten macht", sagte die Ministerin.
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(AP/dpa/gal/cag)
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Ein Versuch den heißen Brei wieder mal zu umgehen. Vielleicht liegt es an der Biograhie von ihr und vielen anderen. In den Geschichtsbüchern steht der Anfang allerdings drin.
Da wird über die Mär von Konkurrenz diskutiert. Bei Krankenkassen braucht man keine. Der Bürger braucht sichere und gute Versorgung und weiter nichts.
Das heißt, er braucht nur eine einzige Kasse und damit spart man jährlich hunderte Millionen ein, die wiederum zur Versorgung eingesetzt werden können. Jeder Tag der diese ca. 250 Gesetzlichen Krankenkassen weiter gewähren läßt ist eine verlorener Tag und Betrug am Einzahler, Hier stoßen sich hunderte Vorstände und Ausichtsräte gesund ohne Leistung. Wann wird das begriffen und nun endlich mal geändert.
Also da bin ich auch voll dagegen. Es dürfte nur noch gesunden Wettbewerb geben, und wenn der dann mal krank wird, muss er zum Arzt.
Außerdem bin ich dafür, dass die ungesunden Wettbewerber und Konkurrenten in meiner Branche auch erst mal ein paar Jahre krank geschrieben werden, damit meine Firma schön gesund mit sich selber konkurrieren kann.
Tolle Logik der Frau von der Leyen. Eine Krankenkasse die mehr als allgemein üblich Mitglieder hat die chronisch erkrankt, in einer teuren Dauerbehandlung sind, benötigen allein bei Diabetikern mehr Medikamente -teure Medikamente , und Hilfsmittel. Also muss auch ein Mehr an Beitrag- oder aus dem Zuschuss aus den Fonds kommen.
Wer Milliarden für Bankenpleiten so mir nichts dir nicht hergibt, da durch Politiker verursacht, der sollte für die Gesundheit nicht sparen. Akolhol und Tabaksteuer in die Gesundheitskassen!
Walter Wasilewski
Die Pharmaindustrie wird sich freuen.
Ich denke, das System ist so gewollt. Über Krankenkassenbeiträege, Zuzahlungen und Zusatzversicherungen sichert sich die Industrie ihre fetten Margen.
Manchmal frage ich mich:
Ist das alles Unfähigkeit, oder ist das eine gigantische Geldbeschaffungsmaschine um "Parteigenossen" und "Spezln" glücklich zu machen?
Ca 250 Krankenkassen mit genau so viel gutverdienenden Verwaltungswasserköpfen mit der entsprechenden Anzahl teuren Representationskarossen und Büroräumen.
Mit einem ungeheuren Etat von Werbemaßnahmen und unsinnigen Prämien und Broschüren für Gesundheitsförderung, die wieder anderen Leuten nur Geld in die Taschen spülen? (und fast nichts nützen)
Und dann das Heer von Nutznießern, die unnötig das Geld für vielfach unnötige Diagnosen und Behandlungen und Medikamente kassieren?
Und kein Bundesrechnungshof, der da mal durchleuchtet und wirksame Sparmaßnahmen durchsetzen kann. Nicht nur immer bei den Patienten, sondern auch mal bei den Nutznießern des Systems?
Ich meine, je Größer das Chaos, das unsere "Politiker" anrichten, desto besser können manche heimlich absahnen. Auf Kosten der Menschen.
Und das finde ich eine Gemeinheit an der Allgemeinheit!
Aber leider funktioniert dieses System nicht nur bei den Kranken...
Paging