Erst Youtube-Ruhm, dann eine Autobiografie und nun ein erstes politisches Amt: "Joe, der Klempner" - bekannt aus dem US-Wahlkampf 2008 - macht Sarah Palin Konkurrenz.
Die Zeiten, in denen er sich um verstopfte Abflussrohre gekümmert hat, dürften nun wohl vorbei sein: "Joe, der Klempner" geht in die Politik. Samuel Wurzelbacher, der bekannt wurde, weil er im Präsidentschaftswahlkampf 2008 den damaligen Senator Barack Obama wegen dessen Steuerplänen zur Rede stellte, hat einen Sitz im Komitee der Republikanischen Partei im Bezirk Lucas, Ohio, errungen.
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Ein durchschnittlicher Konservativer: "Joe, der Klempner" (© Foto: AP)
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Das ist aber nicht der Grund, warum Wurzelbacher so wichtig ist. In dem Gremium ist er nur eines von 400 Mitgliedern und es tritt nur einige Male im Jahr zusammen, um den Bezirksvorsitzenden zu wählen und politische Leitlinien festzulegen.
Seine Bedeutung hat "Joe, der Klempner" bis heute als Kultfigur der amerikanischen Rechten - ähnlich wie die ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin. Seitdem sein Name im dritten TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama nicht weniger als zwölf Mal fiel, ist Wurzelbacher das Symbol für den einfachen Amerikaner der Arbeiterklasse.
Sein Ruhm begann bei einer Wahlkampfveranstaltung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten in Ohio. Wurzelbacher fragte Obama, ob er an den amerikanischen Traum glaube - und griff ihn wegen seiner Steuerpläne an. Diese würden, so glaubte und sagte "Joe, der Klempner", kleine Unternehmen wie das seine zugrunde richten.
Die Republikaner scharten sich um ihn und hoben den Klempner als Posterboy des amerikanischen Unternehmergeistes aufs Podest. Doch nur wenige Tage nachdem das Video mit seiner Frage Millionen Klicks auf Youtube machte, kamen unangenehme Wahrheiten über den Handwerker ans Licht.
So fanden US-Medien schnell heraus, dass Wurzelbacher zwar als Klempner arbeitete, jedoch - anders als in seiner Heimatstadt vorgeschrieben - keine Lizenz dafür besaß. Eine Berufsausbildung konnte Wurzelbacher ebenfalls nicht vorweisen. Außerdem hatte er einen Teil seiner Steuern nicht bezahlt.
Seine Fans ließen sich von solchen Vorwürfen ebenso wenig irritieren wie von der Tatsache, dass Wurzelbachers Behauptungen zu Obamas Steuerreformen schlicht falsch waren. Wie Experten vorrechneten, würde sein Unternehmen nach der von den Demokraten geplanten Steuerreform sogar weniger belastet werden.
Trotzdem profitiert der Handwerker noch heute von seinem Youtube-Moment. Er hat inzwischen seine Autobiographie veröffentlicht, tritt in TV-Shows auf und äußert sich gerne, häufig - und fragwürdig.
So sagte er zum Thema illegale Einwanderung: "Zieht einen Zaun hoch und schießt." Bei einer Veranstaltung der konservativen Tea-Party-Bewegung forderte er die Anhänger auf, sich ihre Rechte nicht "von ein paar liberalen Schwulen" wegnehmen zu lassen. Zu Homosexuellen hat er eine ganz besondere Einstellung. Er fände Schwule "seltsam", sagte er der Zeitschrift Christianity Today und würde sie nicht in die Nähe seiner Kinder lassen.
Für Konservative vom rechten Rand ist "Joe, der Klempner" gerade deswegen ein Held. Vom Establishment fühlen sie sich nicht mehr vertreten, von Wurzelbacher fühlen sie sich verstanden. So lobt ein Fan auf Amazon.com: "Joe verwendet nur Wörter mit ein bis zwei Silben."
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(sueddeutsche.de/pfau)
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Sorry, Frau Vorsamer, aber mit diesem Artikel sind Sie mindestens ein Jahr zu spät dran. Für "Joe the plumber" interessiert sich auch in den USA kein Mensch mehr, die 15 Minuten Ruhm sind schon längst aufgebraucht, die Website dichtgemacht. Verehrt wird er heutzutage nur noch von kleinen Grüppchen von tea-party-Aktivisten, bei denen er sich ab und an mal blicken lässt.
..vom kleinen Handwerker zum Präsidenten, das wär's doch. Da kann doch so mancher US-Amerikaner sich in seinen Tagträumen in eine Hero-Rolle flüchten und die kleinen Sorgen der "kleinen Leute" vergessen, oh wie "hollywood"-schön.
ABER bitte, bitte, liebes US-amerikanisches Wahlvolk, bitte haltet diese intellektuellen Tiefflieger und Dumpfbacken wie all diese Sarahs' und Joes' weit, weit weg von den Ämtern, in denen Entscheidungen getroffen werden! So "vereinfacht" kann doch Eure Gesellschaft nicht sein, dass man mit zwei-silbigen Worten so weit kommt. Guckt "Hollywood", um zu träumen, hier geht es um das wirkliche Leben - wenn ihr noch wissen solltet, was "wirklich" und was "fake" ist.
Darf ich fragen, was an meinem Beitrag sperrenswürdig war? Ich habe Mr.Wurzelbacher als hom.ophob bezeichnet, als ras.sistisch, als Steuerhinterzieher, als Hochstapler und als jemand der falsche Fakten zitiert.
Dabei beziehe ich mich ausschließlich auf Aussagen aus eurem Artikel:
Zu hom.ophob: "Er fände Schwule "seltsam", sagte er der Zeitschrift Christianity Today und würde sie nicht in die Nähe seiner Kinder lassen."
Zu rassistisch: "So sagte er zum Thema illegale Einwanderung: "Zieht einen Zaun hoch und schießt.""
Zu Steuerhinterzieher: "Außerdem hatte er einen Teil seiner Steuern nicht bezahlt."
Zu Hochstapler: "...dass Wurzelbacher zwar als Klempner arbeitete, jedoch - anders als in seiner Heimatstadt vorgeschrieben - keine Lizenz dafür besaß. Eine Berufsausbildung konnte Wurzelbacher ebenfalls nicht vorweisen."
Zu Faktenverdreher"...wie von der Tatsache, dass Wurzelbachers Behauptungen zu Obamas Steuerreformen schlicht falsch waren."
So, liebe "SZ" und jetzt erklärt mir, warum ihr meinen Beitrag gesperrt habt. Entweder meine Anwürfe an Herrn Wurzelbacher sind FALSCH, weil IHR falsch recherchiert habt (dann dürft ihr meinen Kommentar gerne sperren, solltet aber auch besser euren gesamten Artikel einkassieren) oder sie sind richtig, dann darf der Kommentar auch hier stehen.
Also, seid so nett und stellt ihn wieder her. Alles andere wäre so oder so beschämend für euch.
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Mit der Palin zusammen hat sich die Grand Old Party einen weiteren Intellektuellen an Bord geholt, scheint ja bei denen ohnehin niemanden mehr zu stören, ob jemand sich an Fakten hält oder nur dummes Zeugs daherschwurbelt. Hauptsache, es ist schön 'markig' und bedient dumpfbräsige Vorurteile.
Man kann nur hoffen, diese Clowns verschwinden wieder, wenn es ernst wird, z.B. zur nächsten Wahl.
Paging