Die Konservativen um Rajoy gewinnen, die Sozialisten fahren ein desaströses Ergebnis ein - aber ein Meinungsumschwung lässt sich daraus nicht ablesen. Die Spanier haben die gewählt, die noch mehr sparen wollen.
Die Spanier haben die abgewählt, die gespart haben - um die zu wählen, die noch mehr sparen werden. Das Ergebnis der Parlamentswahl von Sonntag wirft auf den ersten Blick die Frage auf, ob 45 Prozent der spanischen Wähler politische Masochisten sind oder ob sich vielmehr die Einsicht durchgesetzt hat, dass die beinharte wirtschaftliche Realität eben noch mehr Opfer erfordert? Weder das eine noch das andere ist richtig.
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Der klare Sieg der rechtsgerichteten Volkspartei (PP) ist keineswegs das Ergebnis eines überwältigenden Meinungsumschwungs.
Die PP hat ihre Stimmenzahl gegenüber der Wahl 2008 nur moderat verbessern können. Es haben im Wesentlichen diejenigen PP gewählt, die immer PP gewählt haben. Der farblose, zweimalige Wahlverlierer Mariano Rajoy hat im dritten Anlauf von der Schwäche der Sozialisten profitiert.
Die hatten ihre einstigen Wähler enttäuscht, weil sie sich gegen ihre Überzeugung dem Spardiktat aus Brüssel und Berlin unterwarfen. Mit seinem politischen Selbstmord zum Wohle des Landes riss der scheidende Ministerpräsident José Luis Zapatero die erfolgsverwöhnte PSOE in den Abgrund.
Mariano Rajoy wird nun das tun, was seine Partei schon immer tun wollte: den Staat soweit wie möglich demontieren und die Berufswelt deregulieren, in der Hoffnung, dass das irgendwie zu einem Aufschwung führt.
Außer den Renten stehe alles zur Disposition. Rajoy wird es seinem portugiesischen Kollegen Pedro Passos Coelho gleichtun, der seit seinem Wahlsieg im Juni durch die Welt reist und Tafelsilber verhökert: Fluglinie, Energieversorger, Telefongesellschaft, alles muss raus. Rajoy wird in Spanien den Staatsapparat verkleinern, was den öffentlichen Finanzen gut tun, die Arbeitslosigkeit aber zunächst vergrößern wird.
Die Betroffenen hegen schon lange keine Illusion mehr, dass die Politik ihnen helfen könnte. Die Madrider "Empörten", Vorbild für Occupy Wall Street und andere Protestbewegungen auf der Welt, haben dem gesamten politischen System eine Absage erteilt.
Jungen Spaniern wird immer mehr klar, dass sie die Initiative ergreifen müssen, sie entdecken die Mobilität, lösen sich aus der lähmenden Sesshaftigkeit, die Auslöser für die verhängnisvolle Immobilienspekulation war. Kehrseite des Aufbruchs ist eine wachsende Vereinzelung, die die Geburt einer neuen politischen Bewegung verhindert, von der die "Empörten" träumten.
Trotz allem war die Wahl ein Beweis für die Reife der spanischen Demokratie, wie allenthalben betont wurde: Anders als in Griechenland oder Italien musste keine Regierung auf äußeren Druck zurücktreten, um einer anderen Platz zu machen, die Brüssel und Berlin genehmer ist. Darauf ist Spanien zu Recht stolz.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dmo/gba)
[Was jetzt? Wie das System ändern? können, müssen wir andere Länder auch davon überzeugen? ]
Es schadet nicht, weil wir mit diesem Geldsystem und Wirtschaftsform ehe untergehen werden.
[Leider sehe ich die in eine Demokratie eingebettete soziale Marktwirtschaft nach wie vor als bestes unter den schlechten Systemen an!]
Eine wahrhafte Demokratie gibt es nicht, weil jede Regierung der Diktatur des Kapitals untersteht. Fügen sich die Regierenden nicht, zieht das Kapital weiter und somit such die Produktionsstätten.
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Wenn Sie eine Alternative suchen, hier ist ein Denkanstoss:
http://www.youtube.com/watch?v=a1V5fhFSnhA&feature=related
So kann man es auch bezeichnen, nur der bittere Beigeschmack bleibt auch hier. Die Konseratieven die heute die Wahlsieger sind,haben mit ihren Unfaehigkeiten Spanien mit in den Ruin getrieben. In ihren Regierungzeiten ging der Tango Korrupti genau so lustig zu, wie bei den Sozialisten. Hier liegt die Tragig begraben, nur das richtig gespart werden muss, dass wissen die Menschen dort auch. Das waehre bei den Sozialisten nicht viel anders gewesen. Spanien hat noch viele Reformen noetig die allmaechtige politische und die Baumafia haben das Land seit Jahr und Tag fest im Griff. Vieles muesste angpackt werden, nur es hakt und klemmt ueberall.
Wer es bis auf die website des spanischen Innenministeriums schafft, kann lesen, dass die PP einen Stimmenzugewinn von 0,6 Mio Wählern hat, die PSOE einen verlust von fast 4,5 Mio Wählern. Zulegen konnten auch ide Linken mit 0,5 Mio Wählern. Die Wahlbeteiligung sank um über 2%, deutlich auch die Zunahme der Wähler, die blanke Stimmzettel oder ungültig gemachte Stimmzettel abgaben. Was nun, Herr Schoepp.
Ich würde interpretieren, die Mehrzahl der Spanier ist auf der Suche nach Artikulierung, die neue regierung ist wie nahezu überall auf der Welt nur scheinlegitimiert.
Was jetzt? Wie das System ändern? können, müssen wir andere Länder auch davon überzeugen?
Oder können wir voller Mutes alleine vorpreschen und nicht mehr mitmachen in diesem krank machenden System des immer mehr, immer schneller, immer umweltvernichtender?
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Leider sehe ich die in eine Demokratie eingebettete soziale Marktwirtschaft nach wie vor als bestes unter den schlechten Systemen an! Und ja auch hier gibt es Adjustierungsbedarf...
Und den meisten Menschen geht es hier gut, aber wir müssen dafür arbeiten das es so bleibt bzw. noch besser wird. Und das kontinuierlich!
Was Sozialtransfers an Langzeitarbeitslose angeht: sogar Schweden ist "sparsamer" wie unser oft verteufeltes ALG-II. Siehe library.fes.de/pdf-files/bueros/stockholm/05356.pdf
Wenn die dortigen Regelungen hier eingeführt würden, die ständen hier sofort auf der Straße...
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