Merkels Gipfelitis mögen manche für unbefriedigend halten. Diesmal aber war es allerdings gar nicht so schlecht, dass es keine konkreten Ergebnisse gab.
Es sah mal wieder so aus wie bei einem jener typischen Angela-Merkel-Gipfelchen. Viel Getue, viel Brimborium um ein Treffen, von dem schon vorher klar war, dass es keine belastbare Ergebnisliste geben würde. Das war mit dem Bildungsgipfel so, mit dem Autogipfel und im Grunde auch mit dem Klimagipfel zum Wochenende in Posen.
Bild vergrößern
Die Weihnachtsmänner vor dem Kanzleramt hätten sich sicher ein sofortiges Konjunkturprogramm gewünscht. Das kam zum Glück nicht. (© Foto: dpa)
Anzeige
Als wüsste man es nicht längst besser, waren die Erwartungen auch an diesen Gipfel hoch. Die mehr als 30 Konzernmanager, Gewerkschaftsführer und Politiker, die sich am Sonntagabend im Berliner Kanzleramt zur Krisenrunde trafen, sollten nichts Geringeres erreichen als die Rettung der deutschen Wirtschaft. Dabei haben sie offenbar nicht mehr getan, als den anderen in der Runde mal ihre Sicht auf die Dinge mitzuteilen. Einfach mal offen miteinander reden.
Es war diesmal jedoch nicht verkehrt, der Erwartungshaltung zu trotzen. Miteinander reden ist ja auch nicht Nichtstun. Man kann froh sein, wenn in der Politik zuweilen erst nachgedacht und dann gehandelt wird. Sonst wäre vor wenigen Wochen nicht eine unsinnige Kfz-Steuer-Befreiung für Neuwagen auf den Weg gebracht worden, mit der ausgerechnet spritfressende Luxuskarossen über Gebühr gefördert werden.
Entschieden werden soll jetzt Ende Januar wie ein neues Konjunkturpaket des Bundes aussehen kann. Die Marschroute: Erst mal sehen, wie der neue US-Präsident Barack Obama die amerikanische Wirtschaft zu stützen gedenkt. Mehrere hundert Milliarden Dollar sind dort in der Diskussion.
Man muss diese gewaltige Schuldenanhäufung der USA nicht für richtig halten. Aber Obamas Konjunkturpaket könnte weit größeren Einfluss auf die deutschen Wirtschaftsdaten haben, als jedes nationale Investitionsprogramm. Die Abnehmer in den USA sind für deutsche Exporteure so wichtig wie kaum ein anderes Land. Um die Pläne des Weißen Hauses beurteilen zu können, ist es klug, erst mal zu bewerten, was dort auf den Weg gebracht wird.
Was den Deutschen bleibt, sind Investitionen in die eigene Infrastruktur. Wie sich abzeichnet, sollen nun jene Projekte vorangetrieben werden, die schon geplant, aber noch nicht finanziert sind. Etwa die Sanierung oder der Neubau von Straßen, Schulen, Universitäten und Ämtern. Davon könnten örtliche Handwerker profitieren, was nicht das Schlechteste wäre.
Die Gefahr aber bleibt: Das Geld dafür müsste der Staat sich leihen und damit wieder die Haushaltsdisziplin lockern. Es wäre leichtfertig, jetzt die Schulden-Schleusen einfach weit aufzumachen ohne Rücksicht auf die später anstehenden Rückzahlungen. Deshalb darf es keine Schnellschuss-Programme in Folge geben.
Es ist nicht einmal einen Monat her, da hat die Bundesregierung ein 32-Milliarden-Euro-Programm zusammengezimmert. Allerdings in erster Linie, um Handlungsfähigkeit zu beweisen. Das nächste Konjunkturprogramm sollte sich daran messen lassen, ob es wirkt. Nicht daran, ob die Bundesregierung gut dasteht. Dafür lohnt es sich zu warten.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Glos zum Konjunkturprogramm "Ziemlich sicher, dass Steuersenkungen dabei sind" 15.12.2008
- Konjunkturgipfel in Berlin Merkel, Manager und "zu viel Symbolik" 15.12.2008
- Wirtschaft in der Krise Mal Rezession wagen 15.12.2008
- Krisentreffen bei der Kanzlerin Zuhören und Zeit gewinnen 14.12.2008
- Konjunkturgipfel im Kanzleramt Milliarden gegen die Krise 14.12.2008
(sueddeutsche.de/cmat/jja)
Gipfeln is super: Essen gut, Wein gut, und wenn Auflockerung gefragt ist 'n netter Opernbesuch, und alles zahlt der Steuerzahler.
Wählt mich ins nächste Parlament. Biitööö-
...der Mord in Passau, Unruhen in Griechenland ect ect ect.....die Leute haben keine Lust mehr.Diese Geschehnisse sind nur vorboten auf das was noch Passieren wird....die "Lunte" wird immer Länger...und es wird einen geben der diese anzündet!!!
Da nützen auch keine Sicherheitsdienste und Häuser hinter meterhohen Mauern,da bist du nicht mehr sicher.Die Politik bekommt die Probleme einfach nicht mehr in den Griff und mal erlich wer nimmt eine EU ernst die sich gedanken über DIN-Gurken macht(Das sind Gurken die eine Bestimmte Länge und dicke haben müssen um verkauft werden zu dürfen)Also ich wirklich nicht.
Multikulti ist out,das müssen wir endlich mal begreifen bei aller nächstenliebe.
Karl der Große hatte schon diesen gedanken und er ist klagloß gescheitert,von einem vereinten Europa.Deshalb Liebe Leute denkt genau darüber nach und nimmt das hier nicht als Hirngespinnst....DANKE:
... "Angela-Merkel-Gipfelchen" nicht ! Dieses Gipfelchen war schon von anderem Kaliber . Weil : der Populus schreit ja geradezu nach action ! action sofort ! Konjunkturpakete ab morgen !! Da m u ß t e einfach gegipfelt werden ! Also zumindest für show-action gesorgt werden .
Das war bei den bisherigen Show-Gipfeln nicht so . Die waren mehr Merkel-Werbung , oder normales Polit-Showbusiness .
Nun kann ist es durchaus hilfreich, sich vor der Inkraft-Setzung eines weiteren Paketes genau zu überlegen, wie es aussehen muss. Allerdings kam die Konjunkturkrise nicht über uns, wie ein Gewitter, sondern sie kam mit Ansage. Da liegt doch das wesentliche Manko!
Es ist aber kaum zu übersehen, dass sich die Bundesregierung so lange zurück hält, bis Obama sein Amt angetreten hat. Vorbei also die Mär, dass Europa das Gesetz des Handelns in die Hand nimmt. Möglicherweise ist das auch noch mit Obama abgesprochen, wer weiß es denn schon. Wichtig ist, dass einigen Herrschaften in den Verbänden unmissverständlich klar gemacht werden muss, dass es ohne Konjunkturpaket im Kern nicht geht. Vor allem waren es bisher Hundt und Co. die diese Maßnahmen als Teufelswerk vehement abgelehnt haben. Wenn andererseits die DAX-Unternehmen darüber "nachdenken", freiwillig auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, ist das ein sehr dünnes Eis. Wer hätte es denn schon einmal erlebt, dass diese Unternehmen sich jemals an freiwillige Beschränkungen gehalten hätten.
da wird bei uns gemeckert das die Kfz-Steuererlsichterung den dicken Autos zu gute kommt und zeigen den boesen Finger, aber lechzen dem Moment entgegen, dass die Amis sich bald wieder mit vollem Geldbeutel auf unsere Produkte stuerzen sollen.
Interessante Doppelmoral, hauptsache Konsumieren
Paging