Der Dalai Lama besucht im Herbst die USA und könnte US-Präsident Obama treffen - Peking interveniert vorsorglich.

China hat sich am Donnerstag in deutlichen Worten gegen ein mögliches Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem Dalai Lama ausgesprochen. Peking lehne das Engagement des Dalai Lamas in "separatistischen Aktivitäten" ab, erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking.

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Für Peking ein Staatsfeind: der Dalai Lama (© Foto: AFP)

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Das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten wird im Oktober in den USA erwartet. Ein Treffen mit Obama ist bislang nicht bestätigt, allerdings sind alle Präsidenten seit George Bush zum Ärger Pekings mit dem Friedensnobelpreisträger zusammengetroffen.

Die USA seien aufgefordert worden, nicht zuzulassen, dass sich der Dalai Lama "für separatistische Aktivitäten in den Vereinigten Staaten" einsetze, hieß es auf einer Pressekonferenz des chinesischen Außenministeriums. Mögliche Konsequenzen eines Treffens nannte die Sprecherin nicht.

China folterte angeblich buddhistischen Lama

Nach einer Begegnung zwischen dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mit dem Dalai Lama im vergangenen Jahr hatte China seine Teilnahme an einem Gipfeltreffen abgesagt.

Am Vortag hatten Aussagen eines Anwalts für Aufsehen erregt. Demnach war ein buddhistischer Lama nach Angaben seines Rechtsbeistandes durch Folter zu einem falschen Geständnis gezwungen worden.

Lama Phurbu Rinpoche, der Leiter eines Klosters in Ganzi in der südwestlichen Provinz Sichuan, sei Mitte Mai 2008 im Zusammenhang mit den vorangegangenen Unruhen in Tibet und benachbarten Gegenden festgenommen worden, sagte sein Anwalt Li Fangping.

Dem 52-Jährigen sei Waffenbesitz zur Last gelegt worden, er habe dies aber zurückgewiesen. Daraufhin habe die chinesische Polizei den Geistlichen vier Tage lang durch Schlafentzug gefoltert und ihn dadurch zu einem Geständnis gezwungen, sagte der Anwalt.

Li geht davon aus, dass Phurbu Rinpoche eine Falle gestellt worden war. Weil er eine Wiedergeburt von Buddha sei, habe die Zelle des Geistlichen jedem offen gestanden. Dies habe offenbar jemand ausgenutzt, sagte der Anwalt.

Das Urteil gegen Phurbu Rinpoche soll am kommenden Dienstag fallen, ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das zuständige Gericht in Kangding wollte auf Nachfrage nicht Stellung nehmen.

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(dpa/AFP/odg)