Konflikt in Westafrika Malis Zukunft liegt in Afrikas Händen

Als nächstes droht in Mali ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhlen und Wüstendünen.

(Foto: AFP)

In Timbuktu feiern die Menschen und der französische Präsident sieht sich schon als Sieger: Der Erfolg des Mali-Einsatzes scheint nahe. Dabei droht nun ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhlen und Wüstendünen - und der Konflikt ist alles andere als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf.

Ein Kommentar von Caroline Ischinger

Es ist ein Moment des Triumphs im Mali-Konflikt: In Timbuktu feiern die Menschen auf den Straßen, nachdem französische und malische Truppen einmarschiert sind. In der Hauptstadt Bamako ist die Jubelstimmung so groß, dass auf den Märkten französische Fahnen knapp werden. Und in Paris setzt Präsident François Hollande schon eine Siegermiene auf.

Nach Gao und Timbuktu muss nur noch Kidal erobert werden - dann wären die Islamisten aus ihren drei Hochburgen im Norden vertrieben, wo sie die Menschen zuletzt im Namen der Scharia terrorisiert haben. Der Präsident von Burkina Faso und Vermittler im Mali-Konflikt, Blaise Compaoré, mag also recht haben, wenn er verkündet, das Schlimmste sei vorbei. Doch mindestens genauso sicher ist: Der schwerste Teil steht noch bevor.

Die französische Intervention war notwendig, um zu verhindern, dass die Islamisten sich im Norden Malis dauerhaft festsetzen oder gar noch Richtung Süden vorrücken. Noch sind die Radikalen aber nicht besiegt. Ihr Rückzug dürfte taktischer Natur sein, als nächstes droht ein Guerillakrieg zwischen Felsenhöhlen und Wüstendünen. Wer allerdings nur auf die Dschihadisten schaut und den Konflikt lediglich als eine weitere Episode im weltweiten Anti-Terror-Kampf begreift, der begeht einen Fehler.

Die Frage nach den langfristigen Zielen

Wie so oft im Krieg - etwa in Libyen und in Afghanistan - muss der erste Pulverdampf verwehen, bevor die Frage nach den langfristigen Zielen des Einsatzes in den Vordergrund rücken kann. Und so sollte auch der Moment des Triumphs in Mali ein Moment des Innehaltens werden. Für wen genau wird der Norden des Landes eigentlich befreit?

Die Konzentration aller Kräfte auf die Abwehr der islamistischen Bedrohung hat die politische Blockade in der Hauptstadt Bamako in den vergangenen Wochen ganz gut kaschiert. Dort übernahm nach dem Putsch im März eine Übergangsregierung unter Interimspräsident Dioncounda Traoré die Macht. Im Hintergrund aber zog weiterhin die Militärjunta um Hauptmann Amadou Sanogo die Strippen - wie sich am erzwungenen Rücktritt des Premiers im Dezember deutlich zeigte.