Konflikt in Jemen Gefälschte Facebook-Seite verkündet Einheitsregierung in Jemen

Bleibt es bei der Einigung, dann könnte hier der Frieden wieder einziehen: Historische Gebäude in der Altstadt von Sanaa.

(Foto: dpa)

Die Facebook-Mitteilung von Friedensgesprächen in Jemen war offenbar gefälscht.

Die Meldung, wonach die Konfliktparteien im Bürgerkrieg in Jemen sich auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt hätten, ist offenbar gefälscht. Über eine gefälschte Facebook-Seite des UN-Vermittlers Ismail Ould Cheikh Ahmed war vor einigen Stunden der entsprechende Text verbreitet worden. "Einigung auf eine politische Lösung in Jemen und die Formierung einer Regierung der nationalen Einheit", hieß es dort.

توافق على الحل السياسي في اليمن وتشكيل حكومة وحدة وطنية ،

Posted by ‎إسماعيل ولد الشيخ احمد Ismail Ould Cheikh Ahmed‎ on Sunday, March 20, 2016

Inzwischen meldet die Nachrichtenagentur dpa, dass es sich bei der zitierten Facebookseite nach Angaben des UN-Büros in Sanaa um eine gefälschte Seite gehandelt habe. Wer für die Fälschung verantwortlich ist, ist derzeit nicht bekannt.

Zuvor hatten bereits Kreise nahe der Führung der aufständischen Huthi-Rebellen die Übereinkunft nicht nur mit der Regierung von Präsident Rabbo Mansur Hadi und seinen Verbündeten, sondern auch mit der saudisch geführten Militärkoalition bestätigt. Es sei gemeinsamer Wille, den "Krieg zu stoppen und wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren". Die bereits geltende Waffenruhe an der Grenze zu Saudi-Arabien solle aufrechterhalten werden. Zudem solle Vertrauen aufgebaut werden, um die Kampfhandlungen insgesamt einzustellen.

Seit mehr als einem Jahr wütet in dem Land ein Krieg, der bislang nach Angaben der UN mehr als 6000 Menschen das Leben gekostet hat. Die Huthi kontrollieren große Teile vor allem im Norden und Westen des Landes und kämpfen gegen Truppen und Verbündete von Präsident Hadi. Seit März 2015 bombardiert die von Saudi-Arabien geführte Allianz Stellungen der Huthi im Land.