Im israelischen Akko sind zwischen Juden und Arabern die schwersten Unruhen seit Jahren ausgebrochen - und das am höchsten israelischen Feiertag Jom Kippur. Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft.

In der nordisraelischen Stadt Akko sind an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, die schwersten Unruhen seit Jahren zwischen arabischen und jüdischen Einwohnern ausgebrochen. Die Polizei wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

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In der sonst meist friedlichen Stadt Akko ist es in der Nacht zu heftigen Zusammenstößen zwischen arabischen und jüdischen Einwohnern gekommen. (© Foto: AP)

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Bei den Krawallen wurden nach Polizeiangaben mindestens acht Personen verletzt. Zwölf Personen seien festgenommen worden. Arabische Jugendliche beschädigten nach Angaben eines Polizeisprechers rund 100 Autos sowie 40 Geschäfte von Juden. Etwa 500 Polizisten seien im Einsatz, um ein Wiederaufflammen der Gewalt zu verhindern. Am Donnerstagabend riegelte die Polizei alle Zufahrtswege in die Stadt ab.

Nach dem Einsatz von Tränengas mussten nach Angaben eines lokalen Parlamentsabgeordneten mehrere Dutzend Menschen behandelt werden. Schwere Verletzungen habe es aber nicht gegeben.

Die schweren Krawalle wurden ausgelöst, als sich arabische und jüdische Jugendliche auf dem Bahnhof mit Steinen bewarfen. Die Polizei verhinderte nach eigenen Angaben, dass jüdische Gruppen in die vorwiegend von Arabern bewohnte historische Altstadt vordrangen.

Schwerster Zwischenfall seit Jahren

Bereits zu Beginn von Jom Kippur war es in der Nacht zu Donnerstag in Akko zu Ausschreitungen gekommen. Ein Araber sei von einer Gruppe jüdischer Jugendlicher angegriffen worden, weil er trotz des Feiertags mit seinem Auto unterwegs war, berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz in ihrer Online-Ausgabe. Die Randalierer hätten etwa 100 Fahrzeuge sowie Geschäfte zum Teil schwer beschädigt.

Zum Jom-Kippur-Versöhnungsfest ruht in Israel das öffentliche Leben. Außer Polizeifahrzeugen und Krankenwagen sind normalerweise keine Autos unterwegs. Fernsehen und Rundfunk unterbrechen ihre Sendungen. Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen.

Der angegriffene arabische Autofahrer gab nach Angaben von Haaretz an, dass er aus der vorwiegend arabischen Altstadt von Akko auf dem Weg nach Hause in den Ostteil der Stadt gewesen sei. Die jüdischen Jugendlichen hätten dem Araber vorgeworfen, er habe vorsätzlich an Jom Kippur mit seinem Auto Krach machen wollen.

Nachdem die Jugendlichen den Mann beschimpft und angegriffen hätten, sei diesem eine Gruppe von arabischen Jugendlichen zu Hilfe gekommen. Die Nachricht von dem Zwischenfall habe sich so schnell in der arabischen Nachbarschaft herumgesprochen, dass Hunderte von Bewohnern auf die Straßen strömten.

Gewalt an einem Ort des friedlichen Zusammenlebens

Nach Polizeiangaben handelt es sich um den schwersten Zwischenfall seit Jahren. Die Polizei kündigte an, mit eiserner Hand zu verhindern, dass Bürger das Recht in die eigene Hand nehmen.

Akkos Polizeichef Avi Edri rief am Freitag im israelischen Rundfunk beide Bevölkerungsgruppen auf, Verantwortung zu zeigen und die öffentliche Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Ministerpräsident Ehud Olmert rief alle Bevölkerungsgruppen zur Ruhe auf. "Wir müssen wachsam darauf achten, dass wir in Städten wie Akko in Ko-Existenz zusammenleben können", erklärte Olmert.

Die mittelalterliche Hafenstadt Akko am Mittelmeer ist bekannt als Stadt des friedlichen Zusammenlebens der Religionen in Israel. In der Stadt, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, lebten arabische und jüdische Israelis bislang friedlich zusammen; Synagogen und Moscheen stehen hier auf engem Raum nebeneinander.

Im gesamten Israel sind gewalttätige Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern seit Oktober 2000 extrem selten. Damals hatten israelische Polizisten 13 Araber getötet, die aus Sympathie für den Palästinenseraufstand randaliert hatten.

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(dpa/Reuters/gal/ihe)