Von S. Höll und D. Graalmann

Zum ersten Mal seit der Debatte um seinen Parteiausschluss tritt Wolfgang Clement vor die Presse. Er will zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung nehmen.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wird sich an diesem Donnerstag erstmals in größerer öffentlicher Runde zu dem innerparteilichen Konflikt um seinen Ausschluss aus der SPD äußern. Clement werde sich, so wurde aus seinem Umfeld bestätigt, in seinem Wohnsitz Bonn den Fragen von Journalisten stellen.

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Erstmal seit der Debatte um seinen Parteiausschluss will Wolfgang Clement vor die Presse treten. (© Foto: dpa)

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Es wird erwartet, dass der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident seine Position erläutert, warum er kurz vor der hessischen Landtagswahl dazu aufgerufen hatte, die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer energiepolitischen Pläne nicht zu wählen.

Diese Äußerungen hatten in Hessen, aber auch in Clements heimatlicher SPD starke Verärgerung ausgelöst. Auf Antrag einiger Ortsverbände hatte die NRW-Schiedskommission Clement vergangene Woche aus der Partei ausgeschlossen. Clement geht dagegen in Berufung. Seither ist in der Partei ein neuer Richtungsstreit über die Reformen der Regierung Gerhard Schröder ausgebrochen, in der Clement ein Verfechter der Agenda 2010 war.

Die Bundes-SPD ist entsetzt über diesen Streit, bemüht sich um Ruhe und möchte den Rauswurf verhindern. Nachdem Clement erste Kompromissangebote zurückgewiesen und sich nicht bereit gezeigt hatte, auf solche Äußerungen künftig zu verzichten, mahnt man ihn auch aus der Führungsspitze verstärkt zu Einsicht.

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(SZ vom 7.8.2008)