Konflikt im Jemen UN-Sicherheitsrat vertagt Resolution zu Feuerpause

Clashes in Aden between Houthi fighters and President Hadi's trib epa04690151 Tribal militiamen loyal to Yemeni President Abdo Rabbo Mansour Hadi gather beside a tank during clashes with Houthi fighters in the southern port city of Aden, Yemen, 02 April 2015. Yemen's Houthi rebels made advances on 02 April in the strategic southern city of Aden, making back ground they had lost just hours beforehand amid airstrikes launched by a Saudi-led coalition, local residents said. The Houthis, widely understood to be backed by Shiite Iran, pushed deeper into Aden's central districts of Khor Maksr and Crater, defying the coalition bombing, according to the residents. EPA/STRINGER +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • Der UN-Sicherheitsrat verschiebt die Entscheidung über eine Resolution zu einer Feuerpause im Jemen. Russland hatte zuvor eine Dringlichkeitssitzung beantragt und einen vorübergehenden Stopp der Luftschläge gefordert.
  • Auch das Rote Kreuz forderte eine Feuerpause, um Hilfsgüter in das Land zu bringen. Zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern sollen bereits am Montag in Sanaa eintreffen.
  • Unterdessen rücken die Huthi-Rebellen in der südlichen Hafenstadt Aden immer weiter vor. Die Stadt gilt als letzter Rückzugsort der Regierungstruppen.
  • Angeblich soll sich die Huthi-Miliz zu Friedensgesprächen bereit erklärt haben, unter der Voraussetzung, dass die Luftschläge aufhören.

UN-Sicherheitsrat will Bedenkzeit

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Entscheidung über eine von Russland eingebrachte Resolution zu einer Feuerpause im Jemen vertagt. Die Ratsmitglieder bräuchten "noch Zeit, den russischen Vorschlag zu überdenken", sagte Jordaniens UN-Botschafterin Dina Kawar, die in diesem Monat den Sicherheitsrat führt.

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Russland hatte Saudi-Arabien in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats dazu aufgerufen, seine Luftangriffe gegen die Huthi-Miliz zu unterbrechen, um Hilfsgüter ins Land zu bringen und ausländische Zivilisten zu evakuieren. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte eine Einstellung der Kampfhandlungen für 24 Stunden. Saudi-Arabien lehnte das zunächst ab. Zumindest zwei Flugzeuge sollen nach Angaben des IKRK aber bereits am Montag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa eintreffen. Man habe dazu die Genehmigung der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz erhalten, teilte die Organisation mit.

Erneutes Vorrücken der Huthis in Aden

Die Huthi-Miliz drängte unterdessen in der südlichen Hafenstadt Aden Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi weiter in die Defensive. Einwohner berichteten von sporadischem Gewehrfeuer und Granatenexplosionen. Im an den Handelshafen grenzenden Bezirk Mualla sei ein Panzer der Huthi aufgefahren.

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Ungeachtet der Unterstützung einer von Saudi-Arabien angeführten Allianz kämpfen sich die Huthis Straße für Straße in Aden voran. Die Metropole ist die letzte Bastion der Anhänger des Präsidenten.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten hatten in der Nacht zu Sonntag erneut Rebellen im benachbarten Jemen angegriffen. Kampfjets seien in der Hauptstadt Sanaa gegen die Huthi-Miliz eingesetzt worden, berichteten Anwohner. Auch an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und Jemen habe es Explosionen gegeben.

Mehrere Länder evakuieren Staatsangehörige

Indien, Pakistan und die Türkei brachten am Sonntag Hunderte ihrer Bürger aus der umkämpften südlichen Hafenmetropole Aden in Sicherheit. Dabei kamen Flugzeuge und ein Schiff zum Einsatz.

Die saudischen Luftangriffe forderten bislang viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. In Sanaa, wo die militärische Infrastruktur der Huthis und der Salih-treuen Truppen bombardiert wurde, werden die Lebensmittel knapp, wie Bewohner berichteten.

Huthis bieten angeblich Friedensgespräche an

Die Huthi-Miliz hat angeblich ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Friedensgesprächen erklärt. Voraussetzung sei allerdings ein Ende der Luftangriffe, teilte das führende Huthi-Mitglied Saleh al-Sammad der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit. Die Gespräche sollten von Parteien überwacht werden, die keine aggressiven Positionen gegenüber dem jemenitischen Volk einnähmen. Wer dies sein könnte, sagte Sammad nicht.

Saudi-Arabiens König Salman hatte die Bereitschaft seines Landes erklärt, sich mit Parteien des Jemen zu treffen. Dies solle unter der Schirmherrschaft des Golfkooperationsrates (GCC) geschehen. Fünf der sechs GCC-Mitglieder beteiligen sich an den Luftangriffen im Jemen. Mit der Militärintervention will die Koalition den jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi stützen, der angesichts des Vormarsches der Huthi-Milizen nach Saudi-Arabien geflohen ist. Sammad erklärte, das Volk lehne eine Rückkehr Hadis ab.