Entspannung im Gaza-Streifen: Israel und die radikal-islamische Hamas haben die am Sonntag ausgerufene Feuerpause in der Nacht offenbar eingehalten. Die israelische Armee zieht sich von zentralen Stellungen zurück.

Nach drei Wochen militärischer Konfrontation haben Israel und die Hamas in der Nacht den getrennt voneinander ausgerufenen Waffenstillstand offenbar eingehalten.

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Das Ende der Kämpfe: Israelische Soldaten verlassen den Gaza-Streifen. (© Foto: AP)

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Die israelische Armee setzte ihren Abzug aus dem Gaza-Streifen am Montag fort. Der am Sonntag begonnene Abzug gehe schrittweise weiter, sagte ein israelischer Militärvertreter. Die Soldaten seien dabei aber bereit, auf Angriffe radikaler Palästinenser zu reagieren.

Die israelischen Panzer wurden nach Augenzeugenberichten von mehreren Stellungen abgezogen, unter anderem bei Dschabalija und Beit Lahija. Auch die wichtigste Stellung bei Nezarim wurde geräumt, so dass erstmals seit dem Beginn des Krieges wieder eine Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Gaza-Streifens bestand.

Auch aus dem Gaza-Streifen wurden keine Raketen mehr in Richtung Israel abgefeuert. Vor Verkündung der Feuerpause durch die radikal-islamische Hamas waren am Sonntag noch etwa 20 Abschüsse gezählt worden.

Am Sonntag hatte sich nach Israel auch die radikal-islamische Hamas zu einer Waffenruhe von einer Woche bereit erklärt. Die Palästinenser verlangten, in dieser Zeit müsse Israel alle seine Soldaten aus dem Gaza-Streifen abziehen. Wenn die Waffenruhe halte, würden die Truppen "so bald wie möglich" abziehen, sagte der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert.

Der israelische Onlinedienst ynet zitierte hochrangige israelische Quellen mit der Aussage, dass die Soldaten bis zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama am Dienstag zurückgezogen werden sollten, falls nichts Unvorhersehbares geschehe. Dies sei den europäischen Spitzenpolitikern bei ihrem Besuch gesagt worden.

Weitere hundert Tote gefunden

Die ägyptische Regierung lud für Donnerstag Vertreter beider Seiten zu Gesprächen ein, bei denen es um eine dauerhafte Waffenruhe gehen sollte. "Ägypten hat Israel und die Palästinenserorganisationen zu getrennten Gesprächen für Donnerstag nach Kairo eingeladen", sagte ein Vertreter des Außenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Mena.

Ob es bereits Antworten der Eingeladenen gebe, konnte der ägyptische Regierungsvertreter nicht sagen. Bereits bei der Vermittlung der am Wochenende ausgerufenen Waffenruhe hatte Ägypten eine Schlüsselrolle gespielt.

In den Ruinen von Beit Lahija und Dschabalija im Gaza-Streifen wurden nach Angaben der Rettungsdienste am Sonntag die Leichen von etwa hundert Palästinensern gefunden, die zuvor wegen der intensiven Kämpfe nicht geborgen werden konnten. Die Zahl der Opfer auf der Seite der Palästinenser wurde zuletzt mit mehr als 1300 Getöteten und mehr als 5300 Verletzten angegeben. Auf israelischer Seite wurden zehn Soldaten und drei Zivilisten getötet.

Deutschland zu technischer Hilfe bereit

Auf dem Nahost-Gipfel im ägyptischen Scharm el-Scheich, zu dem der ägyptische Präsident Husni Mubarak kurzfristig eingeladen hatte, sprach sich Bundeskanzlerin Merkel für die Schaffung von Bedingungen aus, die zu einem dauerhaften Schweigen der Waffen führen sollen.

Sie forderte ein Ende des Waffenschmuggels zugunsten militanter Palästinenser, der vor allem über Ägypten in den Gaza-Streifen läuft: "Es geht darum, die Grenzübergänge zu sichern, den Waffenschmuggel zu unterbinden." Deutschland sei dazu bereit, wenn nötig technische Hilfe zu leisten.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nannte den Krieg im Gaza-Streifen eine "humanitäre Katastrophe". Das von den Medien gezeigte Leiden der Palästinenser in den vergangenen drei Wochen sei nur ein Bruchteil der schrecklichen Realität. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, sagte: "Wir brauchen nicht nur den Abzug (der israelischen Truppen), sondern auch die Öffnung der Grenzübergänge und ein Ende der Blockade".

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(AFP/dpa/Reuters/gal/mati)