Die Weltkonferenz über erneuerbare Energien hat drei richtungsweisende Papiere verabschiedet: die Bonner Erklärung, ein Aktionsprogramm sowie ein Paket politischer Empfehlungen.

Mit dem Aktionsprogramm verpflichten sich die Teilnehmer aus mehr als 150 Staaten zu einer Energiewende hin zu Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.

Volle Puste voraus: Weichenstellen in Bonn. (© Foto: dpa)

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In der Bonner Erklärung bekannten sie sich zu einem deutlichen Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von fossilen, klimaschädlichen und begrenzten Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas zu verringern.

Angestrebt wird, bis zum Jahr 2015 eine Milliarde Menschen mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Die Weltbank, der Globale Umweltfonds und die Europäische Investitionsbank wollen dafür in den nächsten Jahren Milliardeninvestitionen ermöglichen.

Mit ehrgeizigen Programmen überraschten die Volksrepublik China, die Philippinen und Ägypten. Von Umweltverbänden wurde das Bonner Ergebnis als ehrgeizige, aber richtige Weichenstellung positiv bewertet.

China und USA aktiv beteiligt, Russland nicht einmal vertreten

Von der Konferenz sei eine Botschaft der Hoffnung ausgegangen, sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Ziel sei, genügend Energie zu mobilisieren, um "Licht in die Häuser der Armen zu bringen".

Das Aktionsprogramm enthält rund 160 konkrete Projekte von Ländern, Organisationen und Unternehmen. Als "herausragendes Beispiel" nannte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) China.

In dem Land, das auf Grund seines rasanten Wirtschaftswachstums einen immensen Energiehunger verzeichnet, soll der Anteil an erneuerbaren Energien schneller wachsen als der gesamte Energieverbrauch.

Auch die USA legten Pläne vor. Sie hätten sich entgegen anderen Vermutungen auf der Konferenz "aktiv eingebracht und auch konstruktive Beiträge" geleistet, sagte Trittin. Bedauerlich sei allerdings, dass Russland nicht mit einer Delegation auf der Bonner Staatenkonferenz vertreten gewesen sei.

Die Bonner Tagung war keine UN-Konferenz. Die Deklaration ist deshalb nicht verbindlich, wohl aber die freiwilligen Zusagen im Aktionsprogramm. Sie sollen im UN-Rahmen kontrolliert werden.

Bereits am Vormittag hatte die Bundesregierung mit Spanien, Frankreich und weiteren Staaten konkrete Vereinbarungen über den Ausbau erneuerbarer Energien geschlossen.

Mit den Kooperationen knüpfe Deutschland ein dichtes Netz für einen internationalen Ausbau für Solarenergie und Windkraft, sagte Trittin auf der Weltkonferenz.

Unter dem Dach der Internationalen Energie Agentur (IEA) wollen sich außerdem Deutschland, Frankreich, Dänemark, Italien, Irland und Norwegen um einen beschleunigten Markteintritt von Techniken der erneuerbaren Energien bemühen.

Dabei geht es laut Trittin vor allem um den Abbau von Investitionshindernissen. Die IEA hatte sich bislang vor allem mit fossilen Energieträgern beschäftigt.

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(dpa/AP)