Kompetenzteams zur Bundestagswahl Lichtgestalten und Rohrkrepierer

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Frank-Walter Steinmeier; SPD; ddp

Solide, aber ohne Überraschungen und Charisma: Das SPD-Regierungsteam zur Bundestagswahl gleicht dem öffentlichen Bild von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Dabei hätte gerade seine von schlechten Umfragewerten nur so gebeutelte Partei eine spannende Personalie im Schattenkabinett bitter nötig.

Seinen Ursprung hat das Schattenkabinett in Großbritannien: Da nach britischem Wahlrecht zwischen Ankündigung einer Wahl und Wahltag nur maximal vier Wochen liegen, hält sich die Opposition mit dem Shadow Cabinet für den Fall eines Machtwechsels bereit. In Deutschland dienen die Kompetenzteams vor allem dazu, das Profil des Kanzler-Herausforderers zu schärfen und dem Wähler eine Alternative zur Ministerriege der regierenden beziehungsweise stärkeren Partei zu bieten.

Bewährte Berufspolitiker und verdiente Parteisoldaten machen meist das Gros der Kompetenzteams aus. Die besondere Würze verleihen der Spitzenmannschaft aber erst die Überraschungskandidaten, die im besten Fall aus der Praxis kommen, frischen Wind bringen oder ein bisschen Glamour beisteuern. Im besten Fall. Denn ein Rückblick auf prominente Zugpferde vergangener Wahlkämpfe zeigt: Dieses Kalkül kann leicht nach hinten losgehen.

Foto: ddp Texte: aho