Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes hat die NPD zahlreiche Mitglieder der rechtsextremistischen Skinheadszene als Kandidaten aufgestellt. Die Behörde ist besorgt über den Ausbau der "kommunalen Verankerung" der rechtsextremen Partei.
Die rechtsextremistische NPD hat bei den Kommunalwahlen in Sachsen auch zahlreiche Mitglieder der rechtsextremistischen Skinheadszene als Kandidaten aufgestellt. Schwerpunkt sei dabei der Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge gewesen, teilte das Landesamt für Verfassungsschutz mit. Auch in Nordsachsen sei von einer offenen "Nationalen Liste" die Rede gewesen.
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Durch das verstärkte Aufgreifen von angeblichen Tabus wie beispielsweise den Themen Grenzkriminalität konnte die NPD in Sachsen punkten. (© Foto: AP)
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In einigen Landkreisen seien zudem Rechtsextremisten aus anderen Bundesländern sowie parteiunabhängige Rechte als Kandidaten für die NPD aufgestellt worden. Dies zeige, dass die NPD nicht in der Lage gewesen sei, selbst ausreichend Kandidaten aus den eigenen Reihen zu mobilisieren.
Das Wahlergebnis für die NPD bei der Kommunalwahl am Sonntag wertete der Verfassungsschutz insgesamt nicht als Erstarken der Partei in Sachsen. Diese habe in ihren bisherigen Hochburgen wie der Sächsischen Schweiz keine zusätzlichen Gewinne erzielen können.
"Die kommunale Verankerung der Partei konnte allerdings ausgebaut werden", erklärte die Behörde. Auch habe die NPD in diesen Regionen inzwischen ein festes Wählerpotenzial.
NPD vermied im Wahlkampf extremistische Parolen
Die Stimmenzuwächse führt der Verfassungsschutz vielmehr auf den flächendeckenden Antritt und die damit verbundene umfangreiche Plakatierung der Partei zurück. Auch habe die NPD erstmals bei einer Kommunalwahl in Sachsen keine Unterstützungsunterschriften mehr benötigt.
Die NPD hatte bei den Kreistagswahlen am Sonntag im Landesdurchschnitt 5,1 Prozent der Stimmen erzielt - vor vier Jahren waren es 1,3 Prozent. Zudem ist sie erstmals in allen zehn Kreistagen mit mehr als 40 Sitzen vertreten. 2004 war die Partei nur in sechs von damals noch 22 Landkreisen angetreten, wo sie zusammen auf 13 Sitze kam. Bei der aktuellen Wahl wurde unter anderem über die Zusammensetzung der Kreistage in den zehn neuen Großkreisen abgestimmt.
Weiter hieß es, das Ergebnis sei wahrscheinlich "in einem nicht unerheblichen Maße auf Protestwählerstimmen" zurückzuführen. Die NPD habe ihren Wahlkampf speziell auf dieses Potenzial ausgerichtet und dabei sozialpolitische Themen wie Ärztemangel und Arbeitslosigkeit sowie die innere Sicherheit thematisiert. Dabei habe die Partei wie auch bei anderen Wahlen der jüngsten Vergangenheit eindeutig extremistische Positionen vermieden und stattdessen die Politik der sächsischen Landesregierung attackiert.
NPD schürt im Wahlkampf Ängste der Menschen
Auf Plakaten hieß es unter anderem: "Höchststrafe für die CDU-Versager!" Oder "Höchststrafe für Milbradt!" Durch das verstärkte Aufgreifen von angeblichen Tabus wie beispielsweise den Themen Grenzkriminalität ("Grenze sichern! Kriminalität stoppen!"), Ausländerkriminalität oder auch die mit der Kreisgebietsreform verbundenen scheinbar negativen Auswirkungen für die Bürger habe die NPD zudem gezielt auf Besorgnisse der Bevölkerung abgestellt, hieß es.
"Die NPD nutzt soziale Ängste und zunehmende Verunsicherung der Wähler gezielt aus, um sich selbst als Alternative zu den etablierten Parteien zu präsentieren", betonte das Landesamt für Verfassungsschutz. Ob das Ergebnis der Kommunalwahl 2008 die Basis für einen erneuten Einzug in den sächsischen Landtag sein kann, bleibe abzuwarten, hieß es weiter.
Das Gesamtergebnis von 5,1 Prozent spreche eher für eine knappe Entscheidung. Bei der letzten Landtagswahl hatte die NPD 9,2 Prozent der Stimmen erhalten. Ein neuer Landtag wird im Herbst 2009 gewählt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/buma)
ICE-Strecke
Ist ja auch alles richtig. "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg" ist Blödsinn. Und dass es viele Leute gibt, die dunkelhäutige Leute böse anstarren usw. stimmt auch.
Viele Leute haben einfach Angst vor Fremden. Das ist keine typisch deutsche Macke, sondern in aller Welt so.
Das gegenseitige Vertrauen und ein normales Zusammenleben in Zukunft wird aber nicht erreicht, wenn die Medien einseitig Mißgunst und oftmals falsche Behauptungen verbreiten. Das verursacht eher Rückschritte und ein wachsendes ungutes Gefühl.
Zitat:
"Über andere Hetzjagden wie z.B. 30 Ausländer, die 6 Deutsche "hetzten" und ins Koma prügeln, wird wunderlicherweise garnicht berichtet und es regt auch keinen auf."
Mich würde sowas schon aufregen. Ich habe sowas allerdings persönlich noch nie erlebt.
Was ich hingegen sehr wohl - und mehr als reichlich - erlebt habe, ist Hass "Deutscher" gegen "Ausländer". Das fängt mit diesen scheinbar stringenten, letzlich aber schlicht falschen (s.o.) Sprüchen an, "die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg".
Solchen Vorurteilen / Propagandaparolen begegnet man immer noch in einem erschreckend hohen Prozentsatz der Bevölkerung, und wenn dann noch die entsprechende Brutalo- Mentalität hinzukommt, ist es zur Gewalttat nicht mehr weit.
Verdrängen Sie diese Realität?
Jetzt bitte nicht wieder mit Mügeln anfangen. Wenn so gewesen wäre, wie in der BILD anfangs berichtet: bitte sehr.
Es war aber nicht so. Die Realität macht eben dem Weltbild öfters mal einen Strich durch die Rechnung.
Das gleiche Muster hatten wir schon in Sebnitz und in Mittweida sowie einigen anderen Fällen. Über andere Hetzjagden wie z.B. 30 Ausländer, die 6 Deutsche "hetzten" und ins Koma prügeln, wird wunderlicherweise garnicht berichtet und es regt auch keinen auf.
Ich nehme an, die Aussage ist bildhaft zu verstehen: "Aus der Kneipe vertrieben" werden so alle Ausländer, die sich im sprichwörtlichen Dunstkreis der Neonazis befinden.
Meinen Sie, die fast zu Tode geprügelten und schwer verletzten Inder, die auf dem Mügelner Volksfest Opfer der Nazi- Hetzjagd wurden, werden sich in Zukunft weiter unbefangen im öffentlichen Raum bewegen (...und dort Geld ausgeben)?
In der Tat bewirken die Ausländerhasser durch ihre Festlegung auf ein negatives Ergebnis bei Ausländern grundsätzlich eine Förderung des willkürlich projizierten "Ergebnisses".
Und durch die Propaganda jener Kreise wird in der Bevölkerung eine Erwartungshaltung gefördert, die für alle positiven Beiträge, die Ausländer bei uns de facto leisten keinerlei Wahrnehmungsfenster mehr freilässt.
"der "auslaender" schafft wahrscheinlich mehr arbeitsplaetz als die meisten deutschen, die bis ans ende ihres lebens fast alles sparen und somit den konsum und das wirtschaftswachstum abwürgen"
Herrlich.
Hat zwar mit dem Thema Kommunalwahl und vermeintliche Skinheads nix zu tun, macht aber immer Spaß, Ihre Beiträge zu lesen. "Die Deutschen" würgen also das Wirtschaftswachstum aufgrund einer typischen Sparwut ab. Man lernt nie aus.
Auch sehr schön: " nachts in die kneipe (falls er nicht von nazis vertrieben wird)" In was für einer furchtbaren Stadt leben Sie denn, dass man aus der Kneipe "von Nazis vertrieben" wird?
Paging