Kommunalwahlen in Großbritannien Land in Sicht

Auf dem Weg zur Wahlurne strahlte er bereits, nach den ersten Ergebnissen ist er endgültig in Feierlaune: Labour-Chef Ed Miliband kann sich über ordentliche Gewinne bei den britischen Kommunalwahlen freuen. Doch in London steht die Entscheidung noch aus.

Von Christian Zaschke, London

Früh am Freitagmorgen eilte Labour-Chef Ed Miliband nach Birmingham, um zu feiern und sich feiern zu lassen. Der Oppositionsführer konnte sich über ordentliche Gewinne seiner Partei bei den Regionalwahlen freuen. Landesweit ergibt sich laut Hochrechnungen für Labour ein Zuwachs um drei Prozentpunkte auf 38 Prozent. Der Partei gelangen prestigeträchtige Siege zum Beispiel in Cardiff, Southampton, Reading und eben in Birmingham.

Schon auf dem Weg zur Wahlurne in London strahlte Labour-Chef Ed Miliband. "Wir gewinnen das Vertrauen der Menschen zurück", sagte er dann am Freitag.

(Foto: Getty Images)

Dort sagte Miliband vor Labour-Anhängern: "Dies ist ein Weckruf für die Regierung, endlich den Kurs zu wechseln." Die Konservativen verloren vier Prozentpunkte und liegen bei 31 Prozent. Ihre Koalitionspartner von den Liberaldemokraten blieben zwar auf das Land umgerechnet konstant bei 16 Prozent, sie verloren dennoch Hunderte Ratsmitglieder.

Aus zwei Gründen war Labour mit dem Resultat nicht vollends zufrieden: Zum einen hatte die Partei in Anbetracht der Unbeliebtheit der Regierung auf noch größere Gewinne gehofft. Zum anderen deuteten alle Umfragen darauf hin, dass die Konservativen den Posten mit dem größten Prestige behalten haben: Boris Johnson lag in der Wahl zum Bürgermeister von London klar vor seinem Herausforderer Ken Livingstone; die Auszählung der Stimmen sollte bis kurz vor Mitternacht dauern.

Dennoch war es ein guter Tag für Labour. Die Partei hatte bei der Parlamentswahl 2010 und bei den Regionalwahlen im vergangenen Jahr heftige Niederlagen einstecken müssen. "Wir gewinnen wieder Land", sagte Miliband, "und wir gewinnen das Vertrauen der Menschen zurück."