Eine Modedesignerin wirbt mit Nacktfotos für ihre Boutique - und wollte für die SPD in Schleswig-Holstein kandidieren. Zuerst war die Partei schockiert, nun ist es die Designerin.
"Meine Mode ist wie ich: Mode kann geheimnisvoll sein oder Ausdruck purer Lebensfreude", schreibt Birgit Auras auf ihrer Homepage. Illustriert sind diese Aussagen mit Porträtbildern einer gänzlich unbekleideten Frau: Birgit Auras zeigt sich sehr freizügig in Oben-Ohne-Fotos, die allerdings allesamt so geschnitten sind, dass man ihre Brüste nur ansatzweise sieht.
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So zeigt sich Modedesignerin Birgit Auras auf ihrer Homepage in der Rubrik "Über uns". (© Screenshot: sueddeutsche.de)
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Diese Fotos sind der Frau aus Neustadt gut 30 Kilometer nördlich von Lübeck zum Verhängnis geworden, genauer gesagt: ihren kommunalpolitischen Ambitionen. Auras wollte am 25. Mai für die SPD in den Rat der holsteinischen 16.000 Einwohner-Stadt einziehen.
Doch die örtliche SPD war von den freizügigen Fotos der Designerin so gar nicht angetan. Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende habe ihr Anfang März mitgeteilt, dass es Beschwerden gebe, sagt Auras im Gespräch mit sueddeutsche.de. "Ein Mitkandidat - ein junger Mann um die 20 - hat mir gesagt, dass er nicht mit mir auf einer Liste stehen will", so Auras weiter.
Die Boutiquebesitzerin wäre durchaus gesprächsbereit gewesen, über gewisse Bilder zu reden. Unter der Rubrik "for fans & freaks" hat Birgit Auras Fotos eingestellt, die sie liegend zeigen: einmal völlig nackt, einmal in schwarzen Strapsen. Damit bewirbt sie "unsere frechen Trägertops mit Kamasutra-Motiven für die gewissen Stunden". Einerseits findet Auras, dass es hier um gewagte Mode gehe, die Fotos also angebracht seien, andererseits sieht sie ein: "Darüber kann man streiten."
Lesen Sie auf Seite 2, was die SPD zu dem Vorfall sagt.
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Politiker und ihre Pannen
1) Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die selbst veröffentlichten Nacktbilder der betroffenen Abgeordneten sie und damit auch die Partei durch den politischen Gegner angreifbar machen. Man stelle sich nur mal die alternative Schlagzeile vor, wenn die Presse zu einem späteren Zeitpunkt (nach der Wahl) von den Fotos Wind bekommen hätte: "Kommunalpolitikerin räkelt sich nackt im Internet - Skandal in der Kleinstadt"
Ein gefundenes Fressen für einen reißerischen Aufhänger - es wirkt die gleiche Entrüstungsautomatik nur diesmal von der anderen Seite.
2) Jede Person in einem politischen Amt hat eine gewisse Vorbildsfunktion. Im vorliegenden Fall kommt noch hinzu, dass Frau Auras unter anderem den Bereich der Jugendarbeit übernehmen wollte. Würde es dazu kommen, müssten sich sowohl Frau Auras als auch die SPD (zu Recht) die Frage stellen lassen, ob sich denn hier Vorbildsfunktion und öffentliches Auftreten nicht erheblich widersprechen. Die Schlagzeile zu diesem Umstand wäre auch schnell bei der Hand, sie sich vorzustellen sei hier jedem selber überlassen.
3) Von Diskriminierung zu sprechen geht entschieden zu weit. Vor allem die beiden oben genannten Punkte wurden während einer Parteisitzung gegenüber Frau Auras in sachlichem Ton zur Sprache gebracht, die sich jedoch völlig uneinsichtig zeigte. Vorschläge, zumindest die freizügigsten Fotos zu ersetzen, lehnte sie strikt ab. Daraufhin erklärten drei Abgeordnete, dass sie nicht bereit wären, neben Frau Auras zu kandidieren, was wiederum Frau Auras zum Rückzug Ihrer Kandidatur veranlasste.
4) Die Homepage wurde mittlerweile modifiziert, vor allem wurden die vorher unkommentierten Bilder mit meiner Meinung nach relativierenden Kommentaren versehen. Die in meinen Augen zuvor sehr befremdliche Aufmachung wurde dadurch abgemildert. Dies sollte bei der Betrachtung der Webseite zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedacht werden.
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich mich selber als sehr toleranten Menschen verstehe. Dennoch halte ich eine Diskussion über die Sachlage im gegenwärtigen Fall für angebracht. Es ist das gute Recht der SPD, vorab die möglichen Folgen der Nacktbilder-Kandidatur-Kombination durchzuspielen und zu bewerten. Eine sachliche geführte Diskussion, ob Amt und Partei Schaden nehmen könnten, ist lediglich vorausschauend. u
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Ich kann mir nicht helfen, aber diese Frauen passen in das psychologische Profil eines Berufspolitikers. Die Kennzeichen springen geradezu ins Auge, eine überhöhte Selbsteinschätzung, krankhafter Geltungsdrang und, und, und
Und seinen wir doch mal ehrlich, solche Fotoaktionen sind doch geplant, denn keiner der im Wahlkampf steht zeigt so offen seine verwundbaren Punkte.
Mich hat heut morgen der Sturm früh aus dem Bett gejagt und so konnte ich alle bisherigen Stellungnahmen "goutieren". Besonderen Dank an Aleratz und Al-Do für die Webseitenhinweise - damit konnte man sich wirklich eine eigene Meinung bilden.
Tatsache ist aber, daß Frau Auras ein Designstudio/Einzelhandelsgeschäft hat und als Geschäftsfrau natürlich auch eine Webseite mit Angeboten/verkaufsförderung etc. hat.
Die politischen Aussagen findet man weder dort noch bei SPD Neustadt.
Es ist lediglich bekannt, daß die Ortsvorsitzende bekanntgibt, daß in Neustadt darüber nicht mehr diskutiert wird.
Etwas anderes ist der Kalender der SPD Hessen, hier wollen die Damen bewußt mit Fotos werben, damit man Ihre politischen Ansichten/Meinungen nicht hinterfragt.
Mich erinnert dies alles an eine Frau Uschi Glas (Bikini) oder eine Frau Effenberg (faltig aber halbnackt am Strand) oder einen Herrn Bohlen (Penisbruch): Hauptsache auf der BILD Titelseite und im Gespräch bleiben.
Insofern lernt man schnell von den US Amerikanern. Oder schon Bill Clintons Oral ähh Ovaloffice oder aktuell den Oberstaatsanwalt Spitzer vergessen.
Der SPD in Neustadt kann man nur empfehlen, sich lieber um einen Herrn Gabriel zu kümmern (aktuelle BILD-Schlagzeile): so etwas vergißt der mündige Wähler nicht so schnell, wie einen spätpubertierenden Juso im eigenen Wahlkreis
Die SPD hätte ein paar nackte Wahrheiten bitter nötig nach ihren scheinheiligen Absichtserklärungen und anschließenden Umfallmaneuvern!
Lieber eine gestandene Geschäftsfrau, die offensichtlich keine Hemmung hat, die "nackte Wahrheit" offen zu zeigen, als dieser schwerfällige Wombel ohne Format und Rückgrat.
Paging