Es dürfte wenige Menschen geben, die John Bolton eine Träne nachweinen werden, wenn er im Januar seinen Posten als amerikanischer UN-Botschafter aufgeben muss. Die Politik von Präsident Bush wird sich trotzdem nicht ändern.
Selbst im gegenwärtigen Senat unter republikanischer Mehrheit ist Bolton nicht gut gelitten. Die Demokraten stehen in bemerkenswerter Geschlossenheit da, und unter den Republikanern sind längst nicht mehr alle bereit, für einen unbelehrbaren Präsidenten, der gegen alle Widerstände an seinem UN-Mann festhält, den Kopf hinzuhalten. Bolton wird niemals die nötige Bestätigung für eine Verlängerung seiner Amtszeit bekommen. Mit seinem Verzicht zieht er nur die unausweichliche Konsequenz.
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Bolton war schon auf früheren Posten ein umstrittener Mann - und das ist höflich ausgedrückt. Er ist cholerisch und rechthaberisch, mitunter rüde im Umgangston und von verletzendem Sarkasmus. Bei den Vereinten Nationen machten ihn diese Eigenschaften zu einer unmöglichen Figur.
Mit seinem kompromisslosen, konfrontativen Auftreten hat er es geschafft, die unter sich zerstrittenen Entwicklungsländer in den Vereinten Nationen wieder zusammenzuschweißen und damit letztlich eine wirkungsvolle Reform der UN verhindert. All das hätte bereits reichen müssen, um ihn als UN-Botschafter zu disqualifizieren.
Doch Präsident George W. Bush ist nicht der Mann, der sich von anderen vorgeben lässt, was er zu tun hat. Das ist - mit viel weiter reichenden Folgen - in der Irak-Politik der Fall, das ist bei der Besetzung des UN-Postens so. Bush sieht ein, dass es für Bolton nicht reichen wird. Mehr aber auch nicht. Ein Signal für eine politische Wende sähe anders aus.
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(SZ vom 5.12.2006)
Russland unter Putin