Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer über die US-Politik im Irak: Bushs neues Konzept sei der Versuch, einen Fehler zu beheben, indem man ihn wiederholt.
Eine alte philosophisch-historische Frage stellt sich immer wieder aufs Neue: Kann die Politik aus der Geschichte tatsächlich lernen? Oder unterliegt sie stattdessen nicht meistens einem fatalen Wiederholungszwang, trotz aller negativen oder gar katastrophalen Erfahrungen?
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US-Präsident George W. Bush hat eine neue politische und militärische Strategie für den vom Bürgerkrieg zerrissenen Irak vorgestellt. Sein neuer Kurs lässt sich in drei Begriffen zusammenfassen: mehr amerikanische Truppen, mehr irakische Verantwortung und mehr amerikanische Ausbildung für mehr irakische Truppen.
Bezieht man diesen neuen Plan der Bush-Regierung allein auf den Irak, so fallen sofort zwei Dinge auf: Fast alle Vorschläge der Baker-Hamilton-Kommission werden ignoriert, und der Plan ist angesichts des Chaos im Irak recht schlicht ausgefallen.
Angesichts der gescheiterten früheren "neuen Strategien" spricht wenig bis nichts dafür, dass diese weitere "neue Strategie" im Irak, trotz der angekündigten zusätzlichen 21 000 amerikanischen Soldaten, die Lage zum Besseren wenden wird.
Interessant und wirklich neu ist die Strategie des amerikanischen Präsidenten allerdings dort, wo sie über den Irak hinausgreift und sich mit Iran, Syrien und den Golfstaaten beschäftigte.
Hierzu wurden überraschende und tatsächlich neue Entscheidungen verkündet: Eine zusätzliche amerikanische Flugzeugträgergruppe wird in den Persischen Golf verlegt, Patriot-Flugabwehrraketen werden in den Golfstaaten stationiert, und auch die zusätzlichen 21 000 Soldaten übertreffen bei weitem die Anforderung der Generäle.
Bushs Strategie - auch Iraks Nachbarstaaten betroffen
Man fragt sich, wozu das alles dienen soll. Fast könnte man meinen, Saddam wäre noch unter den Lebenden und an der Macht, und es gälte erneut, seinen Sturz vorzubereiten. Erstaunlich auch die Verlagerung der politischen Schwerpunkte in Bushs Strategie, und zwar weg vom Irak in Richtung zweier seiner unmittelbarer Nachbarn.
Der Präsident hat Syrien und Iran vorgeworfen, sich im Irak einzumischen, dessen territoriale Integrität zu bedrohen, die amerikanischen Truppen dort zu gefährden und generell die Verbündeten der USA in der Region unterminieren zu wollen.
Zählt man zudem den Zugriff amerikanischer Einheiten auf iranische "Diplomaten" im nordirakischen Erbil dazu, die der Präsident angeordnet hatte, so wird deutlich: Die "neue Strategie" folgt nicht dem Rat des Baker-Hamilton-Berichts, sondern sie greift auf die verheerende Strategie der Neokonservativen zurück.
Iran ist nun im Visier der Supermacht, und die Vorgehensweise erinnert bis in die Details hinein fatal an die Vorbereitungsphase des Irakkrieges.
Alternativen sind gefragt
Welche Alternativen tun sich dadurch auf? Es sind im Wesentlichen zwei, nämlich eine positive und eine negative. Bedauerlicherweise scheint die positive die unwahrscheinlichere zu sein. Wenn die sich abzeichnende militärische Drohkulisse, die gegenwärtig seitens Washingtons aufgebaut wird, dazu dienen soll, das Terrain für ernsthafte Verhandlungen mit Teheran vorzubereiten, so wäre wenig dagegen zu sagen.
Wenn sich allerdings dahinter die ernsthafte Absicht verbirgt, die amerikanische Öffentlichkeit auf einen Krieg mit Iran vorzubereiten, und diesen dann nach einem entsprechenden Anlass auch zu beginnen, dann wäre das mehr als fatal.
Leider ist diese Befürchtung alles andere als irreal. Warum? Amerika hat eine neue Strategie für die Region entwickelt. Diese Strategie basiert auf einer undeklarierten Anti-Iran-Koalition aus moderaten arabischen Staaten (alle sunnitisch), Israel und den USA.
Die Hauptbedrohung für die Region wird in den hegemonialen Ansprüchen und dem Nuklearprogramm Irans gesehen. Das Nuklearprogramm ist der dynamische Faktor in diesem Spiel, weil es einen Zeitrahmen setzt, der eine Konfrontation erzwingen kann.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Wie recht Sie haben!
Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden versäumt keine Gelegenheit um Iran als Weltbedrohung an den Pranger zu stellen - so auch gestern bei der Einweihung einer Synagoge.
Dies ist kurzsichtig und dumm, denn von je mehr Chaos Israel umgeben ist, desto gefährdeter ist es. Zwangsneurose ist ein schlechter Ratgeber.
Die USA haben ihr Ziel erreicht, Saddam ist gestürzt. Schiiten unde Kurden müssen nicht mehr nach der Pfeife Saddams tanzen. Das Mullah-Regime wird sich vermutlich von selbst erledigen, da ist es erst einmal nicht notwendig, den Iran anzugreifen.
Gleich, ob Joschka im Westend einen Stein geworfen hat oder nicht, ich finde es richtig, dass er warnt. Auch ich und andere Personen hatten einst gewarnt vor den Plänen gewisser Islamisten. Djerba, Madrid und London hätten verhindert werden können. Man wollte nicht hören. Vielleicht hört Bush auf Fischer?
Die Grünen haben sich bei der Beobachtung der Islamisten nicht richtig verhalten. Fischer ist nicht unbedingt immer deckungsgleich mit den Grünen. Mit denen habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen.
Der Iran braucht endlich wieder eine vernünftige Regierung. Ob Bush mit einem Angriff die Ablösung der jetzigen erleichtert?
Ich bin gegen eine gewaltsame Wiedereinsetzung der Pahlewi-Dynastie. Unsere Käseblätter sollten sich mit Prinz Charles begnügen, und - Camilla, natürlich.
Bernd Schlüter
Sehr schlimm finde ich, das der Zentralrat der Juden sich an der Kriegspropaganda gegen
den Iran beteiligt, siehe die "Erklärung zum Holocaust Gedenktag" des Zentralrats.
Einzelne Aussagen dieser Erklärung kann man m.E. nur als psychologische Kriegsvorbereitung der deutschen öffentlichkeit, als Rechtfertigung eines Angriffs auf den
Iran werten. Mit der Verlautbarung dieser Erklärung ausgerechnet am Holocaust Gedenktag versucht der Zentralrat, seine Aussagen unangreifbar zu machen - da wird m.E. derHolocaust benutzt, um heutige politische Absichten durchzusetzen.
Der Direktor der CIA hat nach eigener Aussage keine Beweise für ein militärisches Atom-Programm des Iran, ebenso Hr.Baradei von der IAEO (die weiterhin im Iran aktiv ist).
Der Iran selbst beteuert, die Aromenergie nur zivil nutzen zu wollen.
Zitat aus der o.g. Erklärung: "Präsident Ahmadinedschad hat die nukleare Aufrüstung des Iran vorangetrieben und droht mit dem Einsatz von Nuklearwaffen.."
Weiteres Zitat: "Präsident Ahmadinedschad und das Mullah-Regime sind nicht nur eine Bedrohung für den Nahen Osten, sondern für die ganze Welt!"
ähnliches haben wir doch schon einmal gehört, kurz vor Beginn des Irak-Krieges. Damit
unterstützt m.E. der Zentralrat die Kriegspropaganda der Neo-Konservativen.r
Sehr geehrter Herr Rademacher,
sie sehen das ganze aber sehr locker. da bin ich schon erstaunt.
Stimmt , das Leben geht weiter auch nach einem weiteren Schlag.
Die Frage ist nur "WIE? Darüber sollten wir nachdenken, das würden auch wir diesmal deutlich spüren.
ZITAT: Rademacher
Würden die Amerikaner heute den Iran flach bombardieren wie den Irak wären auch hier alle Ziele erreicht. Also bitte wo macht den Amerika einen Fehler!!
Zitat Wenn die USA einen weiteren Krieg anfangen, kann das nur F A T A L enden, weil das Leben nach einem Militärschlag weiter geht.
Amerika hat alles richtig gemacht,
Wirklich?
Das sehe ich anders. Ich und wir allle können nur hoffen, dass die Demokraten ein Mehrheit in den eigenen Reihen finden und dem Spuk ein Ende machen.
Aufatmen können wir erst , wenn sie es schaffen ,Bush und Co "SCHACH MATT" zu setzen. .
Das allerdings in kurzer Zeit, bevor er zum nächsten Schlag ausholt und diesen mit "ALLEN" verfügbaren Mitteln durchführt, um seine Mission zu vollenden.
Aktivitäten dazu sollen ja laufen Diese Mission endet genauso im Desaster wie alles bisherige. Nur, der nächste Schlag, wäre viel fataler und folgenreicher. Das sollten sich alle vor Augen halten. Jeder kann Informationen erfahren über die laufenden Planungen, die Verlagerungen von schwerem Gerät in Grenznähe und vieles mehr.
Viel Zeit haben sie - "die Demokraten" und der "Kongress" - dafür nicht mehr.
ews wäre gut, wenn die Medien darüber ausführlicher berichten würden, denn diesmal würde es uns gewaltig mitbetreffen.
Jahwoll, Herr Rademacher, nur Bomben bringen echte Demokratie und Freiheit! Immer druff auf die Islamisten und immer druff auf solche, die Sie und Ihre amerikanischen Freunde in der Bush-Admin. als Islamisten und Feinde der Demokratie erachten wollen. Schließlich müssen Waffenindustrie und Soldaten beschäftigt werden!
Paging