Die Regierungen in Delhi und Islamabad verdienen Anerkennung dafür, dass sie trotz der blutigen Anschläge ihre beginnende Zusammenarbeit für die Erdbebenopfer in Kaschmir nicht wieder unterbrochen haben.
Der Terror hat die indische Metropole Delhi ins Mark getroffen, das Muster der drei Anschläge, bei denen Samstagnacht mehr als 60 Menschen ums Leben kamen, lässt auf eine gut organisierte Gruppe von Attentätern schließen, auch wenn am Sonntag noch keine Gewissheit über Identität und Herkunft der Bombenleger herrschte.
Indiens Premier Manmohan Singh hat erregt, aber doch klug auf die Terrorattacken reagiert. (© Foto: AP)
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Zwar bekannte sich eine bislang unbekannte Gruppe namens "Inqilab" zu den Anschlägen. Sie gibt an, mit ihren Bomben den Abzug der Inder aus Kaschmir erzwingen zu wollen. Doch die Ermittlungen müssen erst noch erweisen, ob die Täter tatsächlich zum Kreis militanter Kaschmir-Islamisten gehören.
Schließlich ist Indien ein Staat, der sich von Feinden geradezu umzingelt sieht. Die Liste militanter Gruppen, die Delhi den Kampf angesagt haben, ist lang.
Indiens Premier Manmohan Singh hat erregt, aber doch klug auf die Terrorattacken reagiert. Übereilte Schuldzuweisungen hat er vermieden. Die hindu-nationalistische Opposition ließ diese Sorgfalt leider vermissen, reflexhaft verteufelte sie den pakistanischen Geheimdienst, ein beliebtes Feindbild, mit dem sich nationalistische Emotionen schüren lassen.
Die Hindu-Nationalisten wollen auf dieser Welle wieder politischen Boden gut machen, aber das Terrorproblem lösen sie damit nicht. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Kaschmir-Extremisten hinter den Bluttaten in der Hauptstadt stecken, dann dürfte deren Stoßrichtung klar sein.
Die Militanten sehen mit großem Argwohn, dass das Eis zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan allmählich zu tauen beginnt. Diese Entwicklung suchen die Extremisten zu torpedieren, sie brauchen Kaschmir weiterhin als Aufmarschgebiet für ihren Dschihad.
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