Die indische Regierung nimmt die üblichen Verdächtigen ins Visier. Sie beschuldigt militante Islamisten aus dem verfeindeten Pakistan, die Wirtschaftsmetropole Bombay am Montag mit Terror überzogen zu haben. Der Vorwurf klingt plausibel.

(SZ vom 26.08.2003) - Immer wieder tragen Extremisten Angst und Schrecken über die Demarkationslinie in den indischen Teil Kaschmirs, um den Anschluss des Hochtals im Himalaja an Pakistan zu erzwingen.

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Die Islamische Republik Pakistan beansprucht, die Heimat der Muslime auf dem indischen Subkontinent zu sein. Allein: Indien zählt heute schätzungsweise 150 Millionen Einwohner muslimischen Glaubens, fast doppelt so viele wie Pakistan selbst.

In Indien mit seinem Milliardenvolk sind die Muslime jedoch eine Minderheit, die politisch und wirtschaftlich wenig Einfluss hat. Die muslimische Oberschicht ist bei der Teilung des Subkontinents 1949 nach Pakistan ausgewandert.

Auf indischem Staatsgebiet blieben jene zurück, die sich mit körperlicher Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienten. Handwerker bilden im hinduistischen Kastendenken von Alters her die Unterschicht - und hinduistische Fanatiker haben in letzter Zeit gerade in Bombay alles daran gesetzt, die Muslime weiter an den Rand zu drängen.

Radikale Hindus von der lokalen Partei Shiv Sena regieren die Stadt seit 1985. Sie haben Bombay in Mumbai umgetauft und Ausschreitungen gegen Muslime orchestriert. Das Herz der indischen Wirtschaft wollen sie von allen unhinduistischen Elementen "säubern".

Die Gewalt hat in den vergangenen Jahren mehr als tausend Menschen das Leben gekostet. Das stachelt manche Muslime an, es den hinduistischen Fanatikern mit gleicher Münze heimzuzahlen.

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(kess)