Es war ruhig geworden um die im Irak entführten Deutschen - etwas Besseres hätte ihnen nicht passieren können.
Zuletzt war es sehr still geworden um die beiden im Irak entführten Leipziger René Bräunlich und Thomas Nitzschke. Und diese Stille war wahrscheinlich das Beste, was den beiden Geiseln passieren konnte.
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Diese Stille hat dem Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin und seinen Unterhändlern in Bagdad ermöglicht, einen Weg zur Befreiung der beiden Männer zu finden.
Für diese Freilassung musste wohl Geld bezahlt werden, denn Entführungen sind im Irak längst ein Business geworden, ein lukratives.
Wer bezahlt, unterstützt die skrupellosen Täter. So könnte man es sagen. Aber wenn es um das Leben von zwei Menschen geht, zählt bei einem glücklichen Ausgang des Dramas nur das Wohlergehen der Geiseln und nicht die Kameralistik.
Kaum einer hat nach mehr als drei Monaten, die den Familien und den Freunden der Entführten endlos erscheinen mussten, an eine Freilassung der beiden Männer geglaubt.
Aber geholfen hat den deutschen Geiseln und vor allem ihren Familien, die mit ihnen durchhalten mussten, die Solidarität so vieler Leipziger Bürger. Sie haben nicht aufgegeben, auf einen guten Ausgang zu hoffen.
Niemand weiß, ob dies die Entführer beeindruckt hat. Aber es hat womöglich auch dem Berliner Krisenstab geholfen, den Mut nicht sinken zu lassen, nachdem erste, zu viele Hoffnungen weckende Vermittlungsversuche im irakischen Chaos ins Nichts geführt hatten.
Die Leipziger Firma wird keine Mitarbeiter mehr in den Irak schicken, weil die Entführung sie beinahe ruiniert hätte.
Auch andere Unternehmen haben Aufträge storniert. Das irakische Chaos gefährdet den Wiederaufbau des Landes.
Dies ist eine Tragödie. Dass die beiden Deutschen frei sind, ist dagegen ein Glück.
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(SZ vom 3.5.2006)
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