Alkopops trinken sie nicht mehr. Aber andere alkoholische Getränke sorgen dafür, dass derzeit doppelt so viele Jugendliche mit Alkoholvergiftung in die Notaufnahme kamen wie vor sieben Jahren.
Erschreckendes Ergebnis einer Studie zum jugendlichen Komasaufen: Doppelt so viele junge Leute wie noch vor sieben Jahren kommen mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholmissbrauchs haben der Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zufolge aber kaum eine abschreckende Wirkung auf Jugendliche. Laut GEK steigt die Zahl der 15- bis 19-Jährigen, die wegen Alkoholmissbrauchs behandelt werden, seit 20 Jahren stetig an. So stieg die Behandlungsrate bei Mädchen von 18 auf 37 pro 10.000 Versicherte, bei gleichaltrigen Jungen von 24 auf 52 pro 10.000 Versicherte.
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Von 2008 bis zum 28. Juli 2009 war in Freiburg der Genuss von Hochprozentigem in der Innenstadt vor den Lokalen untersagt. Das Verbot ist mittlerweile aufgehoben. (© Foto: AP)
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Rund 17 Prozent behielten ihr Trinkverhalten nach einer Alkoholvergiftung bei oder steigerten es sogar. 83 Prozent der Jugendlichen mit der Erfahrung einer Alkoholvergiftung tranken später eigenen Angaben zufolge zwar weniger, konsumierten aber immer noch weitaus häufiger und mehr Alkohol als andere Jugendliche.
Für die Studie hatte das Hannoveraner Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsforschung (ISEG) 1168 bei der GEK versicherte Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren befragt, die in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus waren. Außerdem wurde eine ähnlich große Gruppe von Gleichaltrigen ohne entsprechende Erfahrung einbezogen.
Krankenhausaufenthalte wegen Alkoholmissbrauchs hatten demnach nur begrenzte Effekte auf das anschließende Trinkverhalten. So hatten die Jugendlichen, die bereits einmal wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus waren, in den vergangenen 30 Tagen mit 10,5 Mal häufiger und auch mehr Alkohol getrunken als Gleichaltrige, die im statistischen Durchschnitt 6,2 Mal zu Bier, Schnaps, Wein oder Ähnlichem gegriffen hatten. Fast jeder Dritte hatte exzessives Trinken, das so genannte Binge Drinking, zu Deutsch Komasaufen praktiziert. Bei den Jugendlichen ohne Vergiftungserfahrung waren es hingegen nur 13 Prozent.
Jeder fünfte Jugendliche probiert mit Zwölf Alkohol
Knapp 20 Prozent der wegen Alkoholvergiftungen behandelten Jugendlichen gaben an, Alkohol bereits vor dem zwölften Lebensjahr konsumiert zu haben. Im Freundeskreis spiele Alkohol eine zentrale Rolle.
Nach Angaben der Autorin der Studie, Eva Bitzer, lässt sich der drastische Anstieg nicht allein dadurch erklären, dass heutzutage Krankenhäuser eher in Anspruch genommen werden. Die Ergebnisse belegten einen komplexen Trend, der durch die bisherige Diskussion oder vereinzelte gesetzgeberische Maßnahmen wie die Alkopopsteuer im Jahr 2004 weder gebremst noch umgekehrt worden sei, erläuterte sie.
GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker vertrat die Auffassung, Verbotsstrategien wie Alkoholverbote in Innenstädten seien auf Dauer nicht die Lösung. Stattdessen müsse eine "Präventionskultur" gefördert werden.
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(AFP/abis/bica)
Seit dem die Zigarettenwerbung verboten wurde, und in dem Maße in dem immer mehr das Rauchen im Fernsehen verpönt war (was natürlich auch zum Rückgang der Tabaksteuereinnahmen führte ) in dem Maße stieg die Alkoholwerbung in den Fernsehmedien. Vor allem auch zu Zeiten, in denen Kinder fernsehen . Den Jugendlichen heute ist in der Kindheit eine Gehirnwäsche mit Becks-Bier etc. verpaßt worden. Kein Wunder, dass es heute vermehrt trinkende Jugendliche gib (und dazu vermehrt Alkoholsteuereinnahmen). Bisher habe ich dazu in keinen Medien etwas gelesen. Der Kinderschutzbund hat schon vor Jahren gewarnt.
Wer lange am Computer sitzt, sucht im wirklichen Leben manchmal den Undo-Button, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Selbst wenn man das "Rätsel" nicht lösen kann, ist das doch kein Grund, nicht endlich gegenzusteuern! Die Zeit drängt, denn Jugendliche sind unsere Zukunft, und wir wollen, dass sie gesund sind und bleiben.
Was ist das auch immer für ein Unsinn, zu behaupten, Verbote würden nichts bringen? Natürlich bringen Verbote etwas, die Leute sind ja schließlich nicht dumm -- weder die Verkäufer noch die Jugendlichen. Strafen hoch für den Verkauf an Jugendliche sowie den Konsum durch Jugendliche, und das Problem wird sich regeln. Man kann auch, wie in anderen Ländern, die Altersgrenze auf 21 setzen. Wenn Verkäufer optisch einen 15-Jährigen nicht von einem 18-Jährigen unterscheiden können, wird er zwar auch einen 18-Jährigen nicht von einem 21-Jährigen unterscheiden können, aber mit einer Altersgrenze von 21 hätte man dann zumindest die bis 17-Jährigen effektiv geschützt. Und Testkäufe durch 18- bis 21-Jährige dürften dann ja wohl auch nicht mehr als Problem gesehen werden.
Danke für die Info. Ich bin ja hier in der Diaspora, wenn man es von dort aus sieht.
Laut Wikipedia: Krankentransportwagen (alte Bezeichnung Sanitätskraftwagen, abgekürzt auch SanKra oder Sanka), im Süddeutschen durchaus eine gängige Bezeichnung ;-)
Was ist ein Sanka? Ist das ein RTW (Rettungstransportwagen)????
Sanka Claus - der die Geschenke bringt?
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