Kämpfer der linken Farc haben nach Angaben der Regierung im Norden des Landes 34 Landarbeiter zusammengetrieben und erschossen.

Die Bürgermeisterin der Ortschaft La Gabarra, Taiz Ortega, sagte, die Rebellen hätten über Nacht eine abgelegene Farm überfallen und die schlafenden Arbeiter in ihren Hängematten gefesselt. Dann feuerten sie aus automatischen Waffen auf sie.

Kolumbien

Eines der überlebenden Opfer des Überfalls wird in einem Krankenhaus in Cucuta behandelt. (© Foto: dpa)

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Nach Ansicht Ortegas ging der Überfall auf das Konto der marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc).

Fünf Menschen überlebten mit Verletzungen und wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht.

Ein Mitarbeiter des Gouverneurs der Provinz Nord-Santander, Manuel Alberto Luna, erklärte, etwa 50 Mitglieder der Farc seien am frühen Dienstagmorgen auf der Plantage am Rio Chiquito im Nordosten Kolumbiens erschienen, hätten die Pflücker zusammengetrieben und erschossen, sagte Die Arbeiter seien "hingerichtet" worden. Die Regierung in Bogotá verurteilte die Tat.

Es handelt sich um das schwerste Massaker seit dem Amtsantritt von Präsident Alvaro Uribe im August 2002. "Das ist sehr schlimm, weil wir einen mit Zivilisten und Militärs besetzten Sicherheitsrat einberufen haben, um Maßnahmen zur Kontrolle der Gewalt in der Gegend zu ergreifen", sagte Luna.

Von Soldaten beschützte Ermittler sollten demnach am Mittwoch den Fall untersuchen. La Gabarra liegt rund 700 Kilometer von Bogotá entfernt; bis zum Tatort sind es nocheinmal etwa drei Stunden Bootsfahrt.

In der ländlichen Region an der Grenze zu Venezuela kämpfen linksgerichtete Rebellen mit ultrarechten Paramilitärs um die Kontrolle des lukrativen Drogenhandels. Die Plantage gehöre offenbar den Paramilitärs, sagte Luna. AUC-Anführer Salvatore Mancuso berichtete, die Farc hätten ihre Opfer der Unterstützung seiner Gruppe bezichtigt.

Sowohl die Farc als auch die AUC verdienen kräftig am Drogenschmuggel und machen sich die Kontrolle weiter Teile des Landes streitig.

Ein "barbarischer Akt"

Die getöteten Saisonarbeiter seien erst vor etwa zwei Wochen aus anderen Landesteilen angereist. In der Erntezeit seien die Kämpfe in der Region regelmäßig heftiger.

In Bogotá verurteilte Justizminister Sabas Pretelt die Tat als "barbarischen Akt". Sicherheitskräfte suchten bereits nach den "Mördern". In Kolumbien dürfe niemand ungestraft solche "Grausamkeiten" verüben, sagte Pretelt.

Am Dienstag hatte die Regierung den offiziellen Beginn von Friedensverhandlungen mit den Paramilitärs der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) bekannt gegeben. Sie will die rund 12.000 Mitglieder der AUC zur Abgabe ihrer Waffen bis 2006 zu bewegen.

Präsident Alvaro Uribe zielt nach eigenen Angaben darauf ab, binnen sechs Monaten ein entsprechendes Abkommen unter Dach und Fach zu bringen. Die im Untergrund operierende AUC wird für einige der schwersten Gräueltaten in der jüngeren Geschichte des Landes verantwortlich gemacht.

Die Farc ist mit schätzungsweise 17.000 Kämpfern die größte linksgerichtete Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes. In dem seit 40 Jahren andauernden Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen linksgerichteter Guerilla, Paramilitärs und Armee kamen bislang rund 200.000 Menschen ums Leben. Ein Ende bürgerkriegsähnlichen Konflikts ist nicht in Sicht.

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(AFP/dpa/AP)