Vor mehr als sechs Jahren ist Ingrid Betancourt von Farc-Rebellen verschleppt worden. Aufgrund einer schweren Erkrankung soll die ehemalige Präsidentschaftskandidatin nun offenbar frei kommen. Auch weitere Geiseln sollen ausgetauscht werden.
Angesichts des alarmierenden Gesundheitszustands der in Kolumbien von linken Farc-Rebellen festgehaltenen Ingrid Betancourt ist die Regierung bereit, hunderte inhaftierte Extremisten gegen Geiseln auszutauschen. Präsident Alvaro Uribe unterzeichnete in der Nacht zum Freitag ein entsprechendes Dekret. Die damalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Betancourt war vor mehr als sechs Jahren verschleppt worden.
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Die schwer erkrankte Ex-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt soll gegen inhaftierte Rebellen ausgetauscht werden. (© Foto: AP)
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Ziel dieses humanitären Abkommens mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) sei es, Betancourt und andere Geiseln freizubekommen. Die Farc müssten den ersten Schritt tun. Danach werde die Justiz angewiesen, inhaftierten Rebellen die Strafen zu erlassen und sie zu entlassen. "Die rechtliche Grundlage für einen Gefangenenaustausch ist geschaffen, und wir haben die Bedingungen so weit wie möglich minimiert", sagte Friedenskommissar Luis Carlos Restrepo zu Journalisten.
Betancourt an Hepatitis B erkrankt
Der Gesundheitszustand Betancourts ist nach offiziellen Angaben sehr ernst. Die 46-Jährige sei an Hepatitis B sowie am sogenannten Schwarzen Fieber erkrankt, einem von Sandfliegen übertragenen und mit Hautgeschwüren einhergehenden Leiden.
Die Farc sollen etwa 740 Menschen in ihrer Gewalt halten. Etwa 40 von ihnen - Militärs, Polizisten und Politiker - wollen sie gegen 500 inhaftierte Rebellen austauschen. Allerdings können sich die Regierung des konservativen Präsidenten Uribe und die Farc seit Jahren nicht auf die Bedingungen sowie Ort und Zeitpunkt der Übergabe einigen.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez hatte in Verhandlungen mit der Farc in diesem Jahr die Freilassung von sechs Geiseln erreicht, darunter einer Mitarbeiterin Betancourts. Die Chancen für eine Freilassung der nach offiziellen Angaben schwer erkrankten Politikerin hatten sich zuletzt aber verschlechtert: Kolumbianische Truppen töteten vor einer Woche in Ecuador den Farc-Kommandeur Raul Reyes.
Die Nummer Zwei der Bewegung war der wichtigste Kontaktmann französischer und anderer Verhandlungsteams. Für eine Freilassung der prominenten Geisel, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, hat sich auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eingesetzt.
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(dpa/Reuters/sg/mati)