Kohls Memoiren "Da setzte er auf seinen Instinkt"

Den ersten Band seiner Erinnerungen stellt Altkanzler Helmut Kohl 2005 in Berlin vor.

(Foto: dpa/dpaweb)

Nach der Spendenaffäre fürchtete Helmut Kohl um sein Bild in der Geschichte - also schrieb er seine Memoiren. Sein Verleger Hans-Peter Übleis erinnert sich.

Interview von Jan Heidtmann

SZ: Sie haben Helmut Kohl in seiner schwierigsten Lebensphase kennengelernt: Ende der Kanzlerschaft, Parteispendenaffäre, er kämpfte um sein Ansehen. Ist er in den Rückblicken zutreffend wiedergegeben?

Hans-Peter Übleis: Ja, viele Aspekte sind getroffen, der Kanzler der Einheit, seine Durchsetzungsfähigkeit, seine Beharrlichkeit. Weil aber die Autoren meist politische Weggefährten sind, kommt das Persönliche kaum durch.

Nach dem Tod eines Prominenten schlägt oft die Stunde der Hagiografen.

Ich hatte schon den Eindruck, dass bei allem Hagiografischen auch das beschrieben wurde, was schwierig ...